Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 51 (26.6.1893)
- Date
- 1893-06-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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967 So wahr es ist 00H d't6ti, daß alle Geborenen dem Tode entgegengehen, so wahr muß es sein nvnr6 crnon, daß die Toden wieder zu einem neuen Leben erstehen. Es ist dies so klar, so wahr, das Gegenthetl ist so vollständig unmöglich, daß die Thora diese Wahrheit als selbstverständlich ooraussetzt, sie nirgends ausdrücklich lehrt und sie nur ganz nebenbei ausspricht. Indem es hier nun nicht heißt: o”nn oder D*wn, sondern mo^ cni^n die Geborenen müssen sterben, so ist schon damit gesagt, daß nur das dem Tode verfallen ist, was geboren wird, also die irdische Hülle des Menschen, nicht er selbst, nicht der göttliche Funke, den der Schöpfer in jede Menschenhülle haucht, diese Scheidung zwischen dem der Erde entstammenden Leib des Menschen und dem Menschen selbst, den der in diesem Leib wallende Gotteshauch repräsentirt, wird bei der Schöpfung des Menschen und bei vielen anderen Veranlassungen wiederholt in der Thora betont. Hier ist es, wo die jüdische Anschauungen und die materialistisch-heidnische wie Ja und Nein in vollem Gegensatz auseinandergehen. — Die jüdische lehrt: VDK3 7IDH .1001871 10 0187! 08 '8 y7t 12"1 .rm mb dini vri 0"n netto „Es bildete Gott den Meuschen aus Staub von dem Erdboden und hauchte in sein Antlitz die Seele des Lebens, so ward der Mensch zu einem lebenden Wesen." (1. B. M., C. 2, V. 7.) Was somit den Menschen zum Menschen macht, ist nicht das bischen Timn in isy, aus dem sein sein Körper besteht, sondern der Gotteshauch, die Gottesseele, welche den Körper erst belebt. Der Tod ist nichts als die Scheidung dieser zwei ihrer ganzen Natur nach völlig verschiedenen Wesen. Sobald diese Scheidung eingetrrten ist kehrt der Mensch, kehrt das was den Menschen zum Menschen macht zu Gott zurück und der irdische Theil verfällt wieder der Erde, welcher er entstammte. Nach der heidnisch-materialistischen Anschauung ist der Mensch nur ein höher organisirtes Thier, dem die Kraft des Geistes an seinen Stoff haftet, bet dem daher der Körper das Wesentliche ist. Ja sie bestreitet das Vorhandensein von Geist und Seele weil sie sinnlich nicht wahrnehmbar sind und erklärt ihre nicht weg zu läugnenden Aeußerungen als Eigenthümlichkeit des sorgfältig construirten körperlichen Organismus. — Die Consequenz dieses ungeheuerlichen Gedankens ist, daß der Mensch mit seinem Körper eins und dasselbe, daß mit dem Tode, Beerdigung und Verwesung des Körpers auch der Mensch zu sein aufgehört hat, daß man also nichts vernünftigeres thun könne als den Begierden und Ansprüchen des Körpers Rechnung zu tragen, daß Tugend und Laster, Lohn und Strafe fixe Ideen sind, und somit schrankenloser Genuß des Lebens Zweck und Ziel des Lebens ist. — Es braucht nicht weiter ausgeführt zu werden, wie diese Anschauung zur Verthierung des Menschen und in einen Pfuhl sittlicher Entartung führt, von welchem das alte Heidenthum — und das moderne, zeitgenössische lautes Zeugniß ablegt. Während also die jüdische Wahrheit lehrt: nio^ on^in, daß nur das Geborene stirbt, die Abgeschiedene aber zu einem neuen Leben erstehen, lehrt die heidnisch-materialistische Anschauung in uralter Zeit: -Hinab zum Hades versenkt er die Seelen der Helden, sie selber wurden willkommene Beute der Hunde. Homer, Elias I 12. Nach dieser Auffassung ist es die Seele, welche in die Gruft fährt, und der Leichnam, das was den Hunden zur Beute fällt, das ist der Mensch selber. Von denjenigen, welche in der That nach dem Tode kein neues Leben zu erwarten haben, von ihnen wäre es berechtigt zu sagen, daß mit ihrem Körper auch sie selber aufhören, daß ihre ganze Bedeutung in dasjenige aufgeht, was von ihnen übrig bleibt, das ist ihr Leichnam. — Nach der Ueberlieserung (Sanchedrin Fol. 108 g..) ^welche der Genration die in der Wüste sich gegen Gottes Führung auflehnte, das ewige Leben abspricht, dürften daher die Worte (IVd. M. C. 14. V. 32.) n?n 10102 ,nn8 oonjoi, sagen: „Ihr die ihr mit euren Leichnamen identisch sind, sie werden fallen in dieser Wüste.*) (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudeuze». Deutschland. Berlin, 2. Juni. Die Gesellschaft zur Förderung des Ehristenthums unter den Juden beging gestern ihr 71. Jahresfest. Der Bericht hebt hervor, daß gerade in diesem Jahrhundert die Judenmission besonders in Aufschwung gekommen sei .^"i 55 Missionsgesellschaften mit 399 Mtssionsarbeitern sind thätig, den Juden das Evangelium zu bringen, was einen Kostenaufwand von 2,000 000 Mk. verursacht hat. Die Berliner Gesellschaft arbeite bereits 70 Jahre und habe in dieser Zeit weit über 600 getauft, Leute aus allen Ständen. Einer derselben wirkt in Südafrika als Missionar. *) Einige aufmerksame Leser haben an unserer Uebersetzung der Mischnah non tti.l 7101 1> 1011 in Nr. 48 Anstoß nehmen Au sollen geglaubt. — Unsere Auffassung weicht von der gewöhnlichen zwar etwas ab, findet aber ihre Begründung bereits in 0"? 02010 N. worauf wir hiermit verweisen.