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Der Israelit · 1893-06-19 · Heft 49 (19.6.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 49 (19.6.1893)
Date
1893-06-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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92t WMr«l Md Ktichwahle« M« Antlsmlten. 1. Cassel. Stichwahl zwischen Hüpeden (Kons, und Antis.) 4629 und Pfannkuch (Soz.) 8793. 2. Siegen. Stichwahl zwischen Dreßler (Nat.) 5000 und Stöcker (Kons, und Antis.) 4900. 3. Elberfeld. Stichwahl zwischen Harm (Soz.) 19005 und Dahm (Kartell und Antis.) 13865. 4. Gießen. Stichwahl zwischen Meinert (Nl.) und Köhler (Antis.) 5. Marburg. Stichwahl zwischen Böckel (Antis.) und Lucke (K.). 6. Dresden II. Stichwahl zwischen Zimmermann (Antis.) 13790 und Gradnauer (Soz.) 15081. 7. Dippoldiswalde. Stichwahl zwischen Horn (Soz.) und Hänichen (Antis.) 8. Nordhausen. Stichwahl zw. Rittmeister Kruse (Antis. und Kartell) 4491 und Schneider (Freis.) 3656. 9. Thar and. Stichwahl zw. Horn (Soz.) 5922 und Haenichen (Antis.) 5221. 10. D r e s d e n. (Neustadt). Stichwahl zwischen Klemm (Antis.) 3978 und Kaden (Soz.) 7174. 11. Löbau. Stichwahl zwischen Herzog (Freis.) 4806 und Zimmermann (Antis.) 6172. 12. S ch m a l k a d e n. Stichwahl zwischen Christen (K.) und Buß (Antis.) 13. Friedeberg-Arnswalde. Ahlwardt (Antis.) 6840 gewählt. 14. Döbeln. Stichwahl zwischen Sachse (K. und Antis.) und Grünberg (Soz.) 15. Sag an-Spr o ttau. Stichwahl zwischen Grünig (Antis.) 5001 und Dr. Müller (Fr.) 4872. 16. Homberg - Fritzlar - Ziegenhain. Liebermann (Antis.) gewählt. 17. Hosgeismar-Rinteln-Wolfhagen. Stichwahl zwischen Werner (Antis.) und Märtens (B. L.) scheint sicher. 18. Neustettin. Stichwahl zwischen Ahlwardt (Antis.) und Herzberg (K.) 19. Alsfeld-Lauterbach. Stichwahl zwischen Backhaus (Ntl.) und Zimmermann (Antis.) 20. Hersfeld-Rothenbürg. Stichwahl zwischen Schleenitz (Kons.) und Werner (Antis.) Die Antisemiten, die lieben Tivolibrüder, sind den Konservativen gefährlich geworden; von der Ansicht ausgehend, daß unter Kameraden Alles egal sei, dabei aber Selbstessen fett mache, schicken sich die Antisemiten an, die Rolle des jungen Kuckucks im konservativen Nest zu spielen und verleugnen dabet allen Respekt vor den Herren Landnthen. In Friedeberg-Arnswalde hat Ahlwardt denselben Landrath, der ihn früher als kleineres Nebel empfohlen hatte, mit großer Stimmenzahl geschlagen; damit nicht genug, ist er auch in Pommern eingedrungen und hat es in einer der ältesten Burgen der Konservativen, in Neustettin zu einem Platz auf der Stichwahlliste gebracht, während sich Herr Stöcker dort nur eine schwere Blamage holen konnte. Am härtesten bedrängen die Antisemiten die Konservativen in Sachsen; was da früher konservativ war, trägt jetzt die antisemitische Uniform und mehrere Sitze sind ihnen in dieser neuen Mauserung sicher. In Dresden stehen gegen zwei Sozialdemokraten zwei Antisemiten in der Stichwahl, ebenso in Tharand und Meißen; diese vier Mandate sind also, sofern die Konservativen nicht in den Antisemiten gleiche Brüder sehen, für sie verloren; auf Gegenleistungen werden sie schwerlich zu rechnen haben. Die Antisemiten sind, während sie in Sachsen starke Fortschritte gemacht haben, in Hessen wesentlich zurückgegangen. Nur Liebermann von Sonnenberg hat sein Mandat im ersten Gange behauptet, Böckel und Werner, sowie Zimmermann werden die Gefahr einer Stichwahl zu bestehen haben, desgleichen der Ei satzmann, den Herr Böckei den Gießenern für den braven Pickenbach bescheert hat. Halten alle gegnerischen Parteien fest zusammen, so kann es gelingen, den Böckelschen ihre vier Sitze zu nehmen; auch Marburg wird zu gewinnen sein, wenn die Liberalen aller Richtungen sammt den Konservativen für den Kandidaten der Landwirthe, Herrn Lucke, eintreten; keine andere Richtung hätte Herrn Böckel so wirksam ein Bein stellen können, wie gerade diese agrarische; das mag er schon lange gefürchtet haben und daher der gewaltige Zorneifer, mit dem er von Anfang an den Bund der Laudwirthe bekämpft hat. Was ihn in Harnisch brachte, war die drohende Geschäftskonkurrenz, die seine Agitation an dem Punkte traf, wo nach Hansemann die Gemächlichkeit anfhört. Daß Herr Böckel jetzt sogar seinen alten Marburger Sitz gegen einen Führer des Bundes vertheidigen muß, gehört wie die „Frankfurter Zeitung", jjber wir diese Notiz entnehmen, bemerkt, zu den interessantesten Erscheinungen in dem Wahltableau des 15. Juni. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzeu. Deutschland. Aus Württemberg. In einer kleinen jüdischen Reform - Zeitschrift las ich vor kurzer Zeit in einem Artikel mit der Aufschrift „Zeitgemäß" folgende Worte: „Die religiöse Jnteressenlosigkeit und Gleichgiltigkeit gegen das Judenthum und der daraus entstehende Verlust der Selbstachtung beruht ja in erster Linie auch auf der Thatsache, daß der reiche und erhabene Inhalt unserer Religion für so

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