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Der Israelit · 1893-06-15 · Heft 48 (15.6.1893) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 48 (15.6.1893)
Date
1893-06-15
Page
– (sequence 24)
Language
German
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120 bestreiten müssen — eine solche dort jemals in den Weg treten würde. All’ das also, was in dieser Hinsicht von den Gegnern einer Kolonisation Palästinas an Argumenten in’s Feld geführt wird, besteht entweder nur in ihrer Phantasie, oder es ist in mindestens gleichem, wenn nicht höherem Masse auch anderweitig vorhanden. Man stellt aber dem von uns befürworteten Projecte auch andere Einwendungen entgegen, die aus , den ökonomischen Verhältnissen abgeleitet werden. Jene alte, von der Bibel so verpönte Frage: „was sollen wir essen?“ taucht da wieder in ihrer ganzen Schwere auf. Sie gilt nicht allein iür das Sabbathjahr, das aller Landwirthschaft ein Halt zurutt, sie trifft auch für die übrige Zeit zu. Das Land ist gegenwärtig öde und verlassen, und seine wirtschaftlichen Mittel sind nur zu gering. Die Bauern in Palästina gehören zu den Aermsten unter den Armen, die städtische Bevölkerung nagt beständig am Hungertuche, und die Juden ausserhalb Palästinas sind es schon längst gewöhnt, dass ihre Glaubensgenossen im heiligen Lande ihrer Unterstützung bedürfen, um das Dasein zu fristen. Was kann unter solchen Umständen das Schicksal neuer jüdischer Einwanderer sein, zumal, wenn sie in grossen Schaaren nach Palästina ziehen? Die Beantwortung dieser Frage soll uns im Folgenden beschäftigen. II. Kleinhandel und Handwerk in Palästina. Die Quellen, aus denen uer Mensch seinen Lebensunterhalt schöpft, lassen sich, wirtiiscliaftlich betrachtet, auf vier Hauptquellen zurückführen. Diese sind: der Handel, das Handwerk, die Industrie und die Land wirthschaft. Es giebt keinen nützlichen Erwerbszweig am viel geästeten Baume des Lebens, der nicht aus einer dieser Hauptwurzeln stammt. Von diesen vier Nahrungsquellen müssen, was das heutige Palästina anlangt, von vornherein zwei ausgeschieden werden. Der Handel in Palästina nämlich ist gegenwärtig, wie ja allbekannt, nur wenig entwickelt; bewerthete sich doch Ein- und Ausfuhr im Jahre 1885 im Ganzen auf nur acht Millionen Mark. Was von commercidlem Verkehr in Palästina überhaupt vorkommt, ist Hinnen- und Kleinhandel, und befindet sich fast ausschliesslich in den Händen der kapitalkräftigen Griechen, Deutschen und Franzosen. Und auch er ist eines grossen Aufschwunges nicht fähig, da die Bevölkerung des Landes dünngesäet und arm ist. Ebensowenig aber kommt dem Handwerk für Palästina eine grössere wirthschaftliche Bedeutung zu. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. MM- An alle meine geehrten Herren Correspondenten <lie ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilungen stets getrennt zu halten. 2. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Coupon der Postanweisung, sondern auf einem Blättchen Papier verzeichnet eizusenden. 3. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Currentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 4. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nötliig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl. mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon giitigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeichniss als Empfangsbestätigung betrachten zu wol'en. Die gütige Beachtung dieser bescheidenen Bitte von Seiten meiner geehrten Herren Correspondenten würde mir viele unnöthige Mühe und Zeitverlust ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder billig Denkende als eine vollkommen berechtigte und dringend gebotene bezeichnen wird. Jedem sie mir Gewährenden schon im Voraus den herzlichsten Dank dafür! A. H. in K. Das Unternehmen ist unterstützungswürdig, wenn ich selber auch, aus mancherlei Gründen demselben fern stehe; ich habe darum Ihre dafür erhaltenen 5 M. dem Kassirer des Coraites zugeführt und unter Ihren Initialen buchen lassen. Frau K. B. in F. Wie ich schon mehrfach bekannt gegeben, befördere ich keine Spenden für DH’fT, weshalb ich die eine für X bestimmte Mark dem zugewendet habe. Dass Sie von einem groben Manschen in .1, einen unartigen Brief als Dank für Ihre Spende erhalten, darf Sie durchaus nicht dazu bestimmen, das Sammeln für p"nN einzustellen, sondern Sie bloss davon abhalten, an Ihnen unbekannte Personen, auf deren riesige, mehrsprachige Bettelbriefe hin Geld zu senden. — F. II. in Li. Die blauangestrichene Bitte war irrthiimlich an Sie gerichtet, was Sie gütigst entschuldigen wollen. — A. 8. in .1 Ich rathe Ihnen wohlmeinend, Ihre Revolverbriefe an mich und Andere zu unterlassen, ebenso die angedrohten Artikel in der ,,Z e i t u n g des Judenthnms“ und der „Israelitischen W o c li e n s c h r i f t“, die Tausenden unserer nothleidenden Brüder in p''ns sehr schaden könnten — denn für Nichtgehen plädiren findet grossen Anklang —, Ihnen aber nur Verachtung einbringen würden, ganz abgesehen noch von dem grossen DLSH, den Sie mit Ihren geplanten Zeitungsartikeln und den „drei Brosch iiren“ (Auf einmal? Warum wollen Sie das Dynamit auf drei Bomben vertheilen und nicht bloss eine damit füllen?) hervorrufen und den deutschen Antisemiten damit eine neue Waffe zu unserer Bekämpfung in die Hand drücken möchten.!ni Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruckerei, Actien-Gesellschaft, Mainz.

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