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Der Israelit · 1893-05-25 · Heft 42 (25.5.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 42 (25.5.1893)
Date
1893-05-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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-87 die er mit ungebrochener Lebenskraft in emsigem Fleißevon früh bis spät rührt, und dem das Psalmlied schon das Zeugniß ausstellt: „Wenn du das Mühen deiner Hände genießest, dann bist du glücklich und es geht dir gut?" (Ps. 128, 2.) Das Psalmbuch überhaupt ist reich an Erwägungen, welche das uns hier beschäftigende Problem zum Gegenstand haben. — '2 nV»y »*nya xspn ^>xi my-raa nnnn ^>x Tn^> XBH pTDl Pö' mriD „Von David. — Ereifre dich nicht über die Uebelthäter, beneide nicht, die Unrecht handeln, denn wie Gras — werden sie bald geschnitten und wie Kräutergrün welken sie dahin." (Ps. 37. 1. 2.) Siehst du sie wie Gras, so leicht und mühelos aufspriesen wie Gras, das überall aufwächst, wo auch nur eine handvoll Erde sich darbietet: so denke, es dauert nicht lange, so werden sie geschnitten. Siehst du sie wie Kräutergrün, das, wenngleich erst gepflanzt, doch in kurzer Zeit zur Reife der Vollendung gedeiht, und weder tiefe noch starke Wurzeln in die Erde zu treiben braucht; so denke sie welken auch so dahin, oder yby. Vernichtung durch äußere Ereignisse oder durch innere Verkommenheit, das ist das endliche Loos der Schlechten auf Erden, uynm hjidx nym px pr a» ntpyi 'na r»a .73^ rftxE» ]m ‘n by „Vertraue auf Gott und thue Gutes, ruhe auf Erden und bewahre Vertrauen, dann suche die Wonne bei Gott, er gibt dir deines Herzens Wünsche" (idiä. 3. 4.) Im Gegensatz zu den 2'yiv und n^iy utny, die nur in der Erde ihre Wurzel haben, wurzle du ganz in Gott, der die ganze Zukunft in Händen hat und gestaltet, und dessen die Ewigkeit ist. Auch dein ist die Ewigkeit, wenn du sein, wenn du Gottes bist. Dein Geschick und den ganzen Erfolg deines Strebens und Wirkens stelle Gott anheim, und habe nur die eine Sorge Gutes zu thun, wie und wo du kannst. Ob die Menschen dein Streben anerkennen oder verlachen, fördern oder hemmen, das kümmere dich nicht, wenn du nur weißt, daß es gut, daß es Gott gefällt, 'n by :uynn Suche die Freuden, die nur bei Gott zu finden sind, nfcxro so wird die Erfüllung deiner Wünsche nicht ausbleiben. Ehe wir mit unseren Wünschen vor Gott hintreten, läutern wir erst unser Herz, daß es nur solche Wünsche hege, die derErhörung würdig sind. Während es daher von dem Gesetzlosen wiederholt wird, daß es sich nicht verlohnt, sich über ihn zu eifern nw» rwy ttrxa nm n^toznnnn bx wird von dem bescheidenen Lebensgeschick der Braven uns gesagt: a» — 'bw an by ujynm px w« D’uyi ■pim nnaffn oytsn nynr v ay&i pono pnxb uya 'n Dpna „Bescheidene aber erben die Erde und fühlen sich wenig ob der Fülle des Friedens. — Beffer ein Weniges dem Gerechten als das Geräuschvolle vieler Schlechten, denn die Arme der Schlechten brechen, aber es stützt die Gerechten Gott." (idiä. 11. 16. 17 u. Hirsch's Commentar z. St.) Es ist überhaupt das Glück der Menschen nicht, nach dem äußeren Schein zu beurthetlen. Ein bescheidenes Weniges, das der Gerechte hat, ist beglückender als eine geräuschvolle Gütermenge, deren sich viele D»ym erfreuen. Wie Vieles hat der ysn zu seinem Glücke nöthig, wie viele Stützen tragen sein Glück. Und all' diese Stützen sind gebrechlich und er kommt nicht aus der Sorge heraus, sie sich zu erhalten und Stützen für seine Stützen zu suchen. Der Gerechte hat freilich nur eine Stütze, aber diese Stütze ist — Gott. nnn cftiyV Dn^roi ov'vn *n yn>. „Es kennt Gott die Tage sittlich ganzer Menschen und ihr Erbe bleibt für die Ewigkeit." (ibiä. V. 18.) „Ganze" Menschen, Menschen, die ausnahmslos alle ihre Beziehungen Gott unterordnen, wie bescheiden auch ihr Glück, ja wie bekümmert oft ihre Lebenslage, Gott ist jedem ihrer Tage nahe, jeder ihrer Tage steht unter seiner besonderen Obhut; keiner ist bedeutungslos. Allein nnbru, ihre eigentliche Errungenschaft, diese läßt sich nicht nach der äußeren Erscheinung ihrer irdischen Lage ermeffen, das reicht über die kurze Spanne ihres irdischen Hierseins weit hinüber, mnn cfoyb, das gehört der Ewigkeit an, das geht mit ihnen in die Ewigkeit und von ihnen auf ihre Kinder über. Ist doch überhaupt das im irdischen Hiersein erscheinende Glück und Unglück keineswegs lediglich als Vergeltung des geübten Guten oder Bösen zu begreifen, t*D’b Noby 'xna ms» idw : der Thaten Lohn wird in diesem Leben nicht geerntet, beides gehört vielmehr zu großem Theil zu der Aufgabe unseres Lebens, die vollkommen nur im wechselnden Geschicke, in Glück und Unglück gelöst werden kann. Da wir aber nie ermeffen können, ob das Glück und Unglück der Schlechten und der Braven Vergeltung oder Prüfungsmittel sind, so geht uns jeder Maßstab über deren gerechte Vertheilung ab und wir haben viel gewonnen, wenn wir die Wahrheit Rabbi Jannat's uns angeetgnet haben; o'pnrrn »uv» xb *jxi □■»yaenn mVa» t*b> un»a px „Wir haben kein Verständniß von dem Glück der Schlechten und auch nicht von den Leiden der Gerechten." (Fortsetzung folgt.)

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