Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1893)
- Date
- 1893-05-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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vorzuführen, wird hier bei der Mitteilung an Ahron das stärker trennende p"t gesetzt. Wir wissen nun wohl recht gut, dass trotz aller dieser angeführten Beweisstellen noch genug Rätsel in Betreff der Stellung mancher Tonzeichen für uns ungelöst bleiben. Wir wollten aber auch nur zeigen, wie wesentlich dieselben an der Erklärung der heiligen Schrift participieren. Zählt ja der Verfasser des Buches htq die vollständige Kenntnis derselben, indem er sie D’Dtyj nvnD und npn riEon nennt, zu den jetzt noch unerforschten Geheimnissen in der heiligen Schrift. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzeu. Deutschland. Aus Bayern. Das Ministerium des Innern gibt über die sogen. Schneeballenkollekten Folgendes^bekannt: „In neuerer Zeit sind mehrfach Fälle bekannt geworden, in welchen ohne polizeiliche Erlaubniß, meist für auswärtige Zwecke, Schneeballenkollekten in Bayern veranstaltet wurden. Diese Sammlungen werden durch die Versendung von Briefen in's Werk gesetzt, in welchen der Empfänger unter Angabe des Zweckes der Sammlung und der Sammelstcllen zu einer Gabe aufgefoihert und sogleich gebeten wird, den Brief zweimal abzuschreiben und sammt den Abschriften an 3 Personen eines Bekanntenkreises weiterznsenden. Kommen die Empfänger der Briefe dieser Aufforderung nach, so gewinnt der Kreis, in welchem gesammelt wird, rasch einen erheblichen Umfang Das Staatsministerium des Innern hat im Einverständnisse mit den Ministerien der Justiz und des Kultus verordnet, daß die sogenannten Schneeballenkollekten unter dem Art. 52 Abs. 1 des Polizeistrafgesetzbuches für Bayern fallen, und daß die Ausnahmebestimmung des Art. 52 Abs. 2 auf dieselben keine Anwendung findet, daß demnach zur Vornahme solcher Sammlungen die polizeiliche Genehmigung erforderlich ist (nach Maßgabe der allerhöchsten Verordnung vom 20. September 1862.) Ist diese Genehmigung im einzelnen Falle nicht erfolgt, so liegt eine strafbare Uebertretung des Art. 52 Abs. 1 des P-St.-G-B. vor und zwar nicht bloß auf Seite des eigentlichen Unternehmers der Sammlung, sondern auch auf Sette Derjenigen, welche zur Durchführung der Sammlung durch Abschreiben und Weiterbeförderung der Sammelberichte Mitwirken. Nach dieser Auffassung haben, vorbehaltlich der Entscheidung der Gerichte, die Polizcibehörden ihr Verhalten für den Fall zu bemessen, daß auch nach der Veröffentlichung der gegenwärtigen Betau tmachung derartige unbefugte Sammlungen in Bayern noch veranstaltet werden sollten." Diese Verordnung hat auch für Ihre Leser Bedeutung, als insbesondere zu Gunsten jüd. Interessen solche Sammlungen veranstaltet wurden. England. London. Der Herr Dajan B. Spiers hat eine zweite Auflage seines Werkes The Threefold Cord erscheinen lassen. Dasselbe gibt in englischer Sprache einen Auszug der Dalmud-Tractate Sanhedrin, Baba Mezia und Baba Bathra, sowie einen Vortrag über die acht Perokim des Rambam. D^ese zweite Ausgabe enthält ferner einen Aufsatz über den göttlichen Ursprung der mündlichen Ueberlieferung der Thora, welcher um so mehr zeitgemäß erscheint, als hier in England wie auch in anderen Ländern manche in den Jrrthum verfallen, anstatt unsere durch Jahrtausende der Verfolgung von unseren Vätern unverändert erhaltene Lehre und Tradition in einer freien, toleranten Zeit in Ehren zur Geltung zu bringen, vielmehr den Prachtbau des Talmuds hie und da bekritteln, und dadurch das traditionelle Leben in Gefahr bringen. Herr Spiers hat auch in der vor einem Jahre ftattgefandenen Versammlung jüdischer Cultusbeamten in diesem Sinne mit großem Eifer gesprochen. Wir können diese Zeilen nicht besser schließen als mit den Worten des Herrn Spiers über den Talmud: „Wir finden im Talmud eine wunderbare Macht, die durch viele Jahrhunderte die Bekenner der Einheit Gottes untrennbar vereint hat und sie inmitten der Stürme des Lebens in allen Ländern und Zeitaltern aufrecht erhielt." Amerika. Buenos-Ayres. Oberst Goldsmid ist von seinem Besuche in Mauric'o zurückgekehrt und berichtet das Schönste und Beste von dieser Colonie, wo man einer reichen Ernte entgegensieht. Oberst Goldsmid soll, wie wir hören, nach Europa zurückreisen, um persönlich mit Baron Hirsch über den großen Auswanderungsplan zu unterhandeln. Im Juni dürfte er in England eintreffen. > Vermischtes. < Berlin. Die von M. Halle gestiftete Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen hielt am 25. April er. ihre 48. Generalversammlung ab. Hierbei konnte constatirt werden, daß die Erfolge auch für das verflossene Jahr rühmensweeth gewesen sind, da nicht nur die Anzahl der Mitglieder in steter Zunahme begriffen ist, sondern auch die verschiedenen Stiftungen zu Gunsten der "Mitglieder sich einer Reihe von namhaften Zuwendungen zu erfreuen hatten. Dessau, l. "Mai. Vor der Herzoglichen Strafkammer stand heute der Fabrikbesitzer Braun aus Zerbst,