Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1893)
- Date
- 1893-05-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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mehrung der Herrschaft und des Friedens ohne Ende auf dem Throne Davids und in seinem Reiche, dass er ihn gründe und stütze durch Macht und Tugend, von jetzt an bis immer, der Eifer des .Gottes der Heerschaaren wird dies thun“. Da nun diese Stelle sich auf die Strafe, die den Lästerer Sanherib treffen sollte, bezieht, so wäre damit gesagt, dass dadurch der Thron Davids auf immer gestützt werden sollte. Dieser Erklärung aber widersprechen die Tonzeichen, denn dann müsste das tfnrunK unter üSy stehen. Da aber die Worte nSy nnyo von dem früheren Satzteil vollständig getrennt sind und dem späteren hinzugefügt werden, so ist der Sinn des Verses, dass dasjenige, was Gott jetzt gegen den Assyrer-König thut, er zu allen Zeiten gegen die Verächter seiner Allmacht ins Werk setzen wird. So ist, wie jetzt an Sanherib, später an Nebukadnezar die Drohung des Propheten zur That geworden: An ihm, der das vermessene Wort aussprach ]v6y^ ntnK zv TOD bv nby# erfüllte sich nach der Tradition buchstäblich der Fluch des Jesaias, syn: isud “p2p£ nrton nnyi indem seine Leiche von seinem Sohne und Nachfolger durch die Strassen Babylons geschleift wurde, um deren Bewohner von dem Tode des Tyrannen zu überzeugen. Titus, von dem die Weisen des Talmud erzählen, dass er beim Ausbruch eines heftigen Sturmes auf dem Meere Gott zum Kampfe auf dem Lande aufgefordert habe, starb, Jahre lang von den heftigsten Schmerzen gepeinigt, im besten Mannesalter. Demnach muss die Uebersetzung des in Rede stehenden Verses lauten : „von nun an bis in Ewigkeit wird der Eifer des Gottes Zebaoth dies thun“ d. h. so wird sich das göttliche Walten immer in der Geschichte zeigen. Endlich aber machen wir auf noch etwas aufmerksam, was, so viel wir wissen, noch nicht die Aufmerksamkeit der Exegeten auf sich gezogen hat, und was nun noch schlagender die Bedeutung und genau präcisierte Stellung der Tonzeichen lehrt. Die so häufig wiederkehrenden Sätze "QT1 oder "10*6 npü Ptt 11 "Dk'i haben alle unter den beiden ersten Worten Kmo und ansco. Nur an denjenigen Stellen, wo Moscheh zu Gott redend angeführt wird, steht das viel stärker trennende njtö und p"t Es sind dies folgende Verse Exod. 6, 12, Num. 12, 13, ibid. 27, 15 und Deut. 3, 23, wo der Name Gottes sogar durch ein Nnrunx von dem Folgenden getrennt ist. Worauf mag die an diesen vier Stellen vorkommende Veränderung der Tonzeichen beruhen? Das Wort idn1?, wörtlich übersetzt zu sagen bedeutet entweder mit der hinzu gedachten Ergänzung dem Volke mitzuteilen, enthielt also für Moscneh die Pflicht, die Befehle und Aufträge Gottes sogleich bekannt zu machen. Oder auch es legt einen grösseren Nachdruck auf die Mitteilung. Beide Erklärungen jedoch sind da, wo es sich um die Anrede Moscheh’s an Gott handelt, nicht zutreffend. Daher wird auch im Sifre diesen Stellen eine besondere Bedeutung vindiciert, und Raschi führt dessen Erklärung Num. 12, 13 an, dass das Wort “idn1? die innige Bitte an Gott bedeute, ihn doch einer Antwort zu würdigen. Nun ist es ja aber bekannt, dass in der heiligen Schrift alles darauf hinzielt, die Ehre Gottes so unendlich erhaben über alles Irdische und so unberührt von demselben hinzustellen, wie nur irgend möglich; und daher ist diesem Gedanken auch in den Tonzeichen Rechnung getragen worden. Es wird das Menschenwort nämlich durch das stärker trennende p"T von dem Namen des Allerhöchsten mehr getrennt, als es durch das nhsd geschehen würde. Wohl tritt Gott in seiner Demut und Herablassung mit dem Menschen freiwillig in Verbindung und offenbart sich ihm, und zwar, wie die Schrift sich ausdrückt. Exod. 33, 11 “iie'nd injn ttf’N “qt. Aber der Mensch darf es nicht wagen, unaufgefordert ihn anzureden, und geschieht es unabweislicher Notwendigkeit halber dennoch, so wird das Menschen wort in ehrfurchtsvolle Ferne gerückt, und dies eben lehren uns die stärker trennenden Tonzeichen. Dasselbe können wir auch Exod. 32, 11 wahrnehmen, wo die Worte nttfD ‘pm durch naio und p"T stärker von dem darauf folgenden Namen Gottes getrennt sind, als es durch nhsd geschehen wäre. Einmal jedoch finden wir das p*T bei der Mitteilung Gottes, nämlich Lev. 10,8 nztib Aber auch dieses lässt sich durch eine von Raschi am Anfänge des Lev. angeführte Bemerkung des Sifra erklären. Überall, so heisst es dort, wo Ahron, als zusammen mit Moscheh von Gott angeredet, angeführt wird, bedeute es nur, dass Moscheh den Auftrag erhalten habe, das Wort Gottes dem Ahron besonders mitzuteilen. Hier jedoch sei ihm wegen seiner Gottergebenheit, weil er sich ohne Murren in sein hartes Geschick, den Tod seiner beiden Söhne, fügte, der Lohn zu teil geworden, ohne Moscheh’s Vermittellung eine Offenbarung zu erhalten. Nun steht es ja nach einem der Schlussverse des Deut, fest, dass Moscheh’s Standpunkt als Prophet höher als der jedes andren Propheten war, demnach hat ja auch Ahron diese Geisteshöhe nicht erreicht. Um uns nun diesen Unterschied zwischen Moscheh und Ahron in Beireff ihrer Prophetengabe deutlich