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Der Israelit · 1893-05-15 · Heft 39 (15.5.1893) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 39 (15.5.1893)
Date
1893-05-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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741 1893—94 verrechnet wird. Die Einnahmen betrugen von 310 Mitgliedern an Beitrag 1194 M., einmalige Beiträge 380 M., denen an Ausgaben 1705.17 M. gegeuüberstehen, so daß das Geschäftsjahr mit einem Deficit von 175 M. abschließt. Hoffentlich bleiben die alten Mitglieder dem Vereine treu und treten noch recht viele neuerdings bei, so daß der Verein in seiner ersprießlichen Wirksamkeit nicht durch Sparsamkeitsrücksichten gehemmt wird. Dem Vorstande wurde einstimmig Decharge erthetlt. Bei den dann vorgenommenen Wahlen wurden die Herren I. Rosenstock und I. Th. Alifeld, welche statutengemäß ausschteden, per Acclamation wiedergewählt; an Stelle des Herrn A. Cohn, der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, auf Vorschlag des Vorstandes Herr Simon Zuckermann gewählt. Bei der schließlich für den aus Gesundheitsrücksichten ausschetdenden Herrn M. I. Meyer vorgenommenen Neuwahl wurde Herr M. Flörsheim erwählt. Die Tagesordnung war damit erschöpft und schloß der Vorsitzende die Versammlung gegen 10 Uhr mit einem Danke an die Mitglieder für ihr zahlreiches Erscheinen und mit der Bitte, öen Vorstand in seiner Thätigkeit durch Anwerbung neuer Mitglieder und Anmeldung aller ihnen etwa bekannt werdenden Vacanzen unterstützen zu wollen. Altona, 9. Mai. Der Wahlakt, durch welchen die Wahl des Herrn Distrikts-Rabbiner Deutsch zum Oberrabbtner der hiesigen hochdeutschen Israeliten-Gemeinde erfolgte, ist von verschiedenen Seiten als nicht gesetzmäßig vollzogen angegriffen worden. Um nun allen Unannehmlichkeiten, die diese Streitigkeiten Hervorrufen, zu entgehen, soll Herr Dr. Deutsch die Uebernahme des hiesigen Rabbinats abgelehnt haben, so daß wir voraussichtlich zu einer dritten Rabbinerwahl schreiten müssen. (Es wäre unendlich zu bedauren, wenn der schätzbaren Kraft des Herrn Dr. Deutsch die Gemeinde Altona durch untergeordnete Rücksichten wieder verlustig ginge. Hoffen wir deshalb, daß Herr Dr. Deutsch, der ein würdiger Nachfolger der Altonaer Chaonim y"’* wäre, seine Absage wieder zurückziehe und daß dieser iir^np weitere Wahlkämpfe und Aufregungen erspart bleiben. Redation.) England. London. Der jüngst verstorbene Lord Derby wird in dem Herzen vieler jüdischer Männer und Frauen ein ewiges Andenken zurücklassen. Die Juden von Armiah und^Hamadan z. B. werden den britischen Staatsmann nicht vergessen, welcher im Jahre 1867 so eindringlich den Schah von Persien bat. das den Juden zugefügte Unrecht von ihnen abzuwenden. Die Juden von Serbien und Rumänien werden es Lord Derby ewig gedenken, welcher im Jahre 1867 öffentlich die Grausamkeiten verdammte, die ihnen zugefügt wurden. Lord Derby war es, welcher Bratanio bewog, den Uumenschlichkeiten den Juden gegenüber endlich Einhalt zu thun, welcher Sir Moses Moutifiore in seiner Mission in Bukarest unterstützte und sogar Fürst Gortschakof und Fürst Bismark zu bestimmen wußte, sich mit ihm in diesem edlen Unternehmen zu vereinen. Rußland. Rußland. Der Odesskt Lfftok vom 22. Febr. /6. März veröffentlicht die folgende Notiz: Man schreibt uns aus Ananrief: Auf Befehl der höhern Behörden haben die jüdischen Advokaten nicht mehr das Recht in den Civil- und Criminal- Prozessen vor unseren Gerichten erster Instanz zu plaidiren. Dieser Beschluß hat einige zwanzig jüdische Advokaten in das größte Elend versetzt, und werden sie nun die Zahl der jüdischen Proletarier ohne Exist nzmittel vermehren. Der Woskhod vom 4/19. März pubticirt einen neuen Senatsbefehl über die Rechte der Israeliten: Es ist vor Kurzem beim Senat angefragt worden, ob die Mitglieder der Familien von jüdischen Kaufleuten erster Gilde, welche seit mehr als zehn Jahren in den Städten außerhalb des Territoriums wohnhaft sind, ihren permanenten Wohnort außerhalb des Territoriums nehmen und daselbst Immobilien erwerben dürfen. Der Senat hat bejahend geantwortet. — Auszug aus dem Woskhod vom 24/26. März: Das offizielle Organ der heiligen Synode der Tserkowny Westnik veröffentlicht folgenden Erlaß: In mehreren Kirchspielen, namentlich in denjenigen der südwestlichen Provinzen, schließen die Kirchenverwaltungen mit jüdischen Advokaten Contracte ab und vertrauen ihnen Eivilprozesse vor den Tribunalen an- In anderen Gegenden stellen die Priester den jüdischen Advokaten Vollmachten aus, um namens der kirchlichen Behörde Prozeffe zu führen. Die heilige Synode ist der Ansicht, daß eine solche Lage der Dinge weder schicklich noch wünschenswerth ist, weil die jüdischen Advokaten die Interessen und Güter der russischen -Kirche veriheidigen, zu der sie weder moralische noch religiöse Beziehungen haben. Daher ist es sowohl den kirchlichen Verwaltungen, allen Klöstern und allen Priestern im allgemeinen ausdrücklich untersagt, den jüdischen Advokaten Vollmachten auszustellen, um für sic und an ihrer Stelle zu plaidiren: alle an diese Advokaten ausgestellten Vollmachten müssen augenblicklich zurückgezogen werden. A s i e n. Bokhara Ein russischer Publicift, Herr L. Markos, hat vor Kurzem den Khan von Bokhara besucht und in der Februarnummer des Rußkoye Osborenie einige interessante Notizen über die Bevölkerung von Turkestan veröffentlicht. Anbei einige Auszüge aus dieser Schrift, welche die Novoie Vremia vom 24. Februar/8. März abgedruckt hat:

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