Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1893)
- Date
- 1893-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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73g i Stellung kommt in der Krone zum Ausdruck, die I hier dem Priester vindicirt wird. » Der König, an der Spitze Israels, hat für sein I Volk und dessen Nationalaufgaben dasselbe zu I leisten, was der König sonst für die Nationalauf- » gäbe seines Volkes zu leisten hat. Die Thora und 8 ihre treue Erfüllung ist Israels erste und einzige Nationalaufgabe. Dafür hat es seine Gelehrten, seine Priester und Leviten, hat es den ganzen Organismus, der sein Staats- und Volksleben in die von der Thora vorgeschriebenen Bahnen weist und sie darin erhält. Daß dieser Organismus in der von Gott gewollten Weise funktionirt, dafür steht über ihm der König, dessen erste Amtspflicht daher lautet:!„Wenn er auf dem Thron seiner Herrschaft sitzt, soll er sich eine Doppelschrift dieser Thora in ein Buch schreiben, von dem unter Obhut der Priester, der Leviten sich befindenden. Sie sei bei ihm, in ihr lese er so lange er lebt, damit er lerne, Gott seinen Gott zu fürchten, alle Worte dieser Thora und alle diese Gesetze gewissenhaft zu erfüllen. Damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe, und damit er von dem Gebote nicht rechts und links abweiche, damit er bei seiner Herrschaft lange bleibe, er und seine Söhne in der Mitte Israels." (V. B. M., C. 17, V. 18-20.) Wir sehen daraus, wie es lediglich die Rücksicht auf die Thora ist, welche auch dem Priester und Könige ihre Kronen verleiht, j HDD pNn ny ^ru iroi DDn TD^n HDD rvn qn | .pan Op pa^ cnip Dan TD^n S „Ein Thoragelehrter von illegitimer Herkunft j geht dem unwissenden Hohepriester im Range voran." I (Talmud Horijoth fol. 13 a.) — Daß das König- I thum seine Würde und Krone der Thora verdankt, spricht der weise König mit den Worten aus: z rr onw 'a . pns ippirv o»jni obo» do^d »a I.pN ’DDGP bi cranji „Durch mich werden die Könige Könige und erheben Staatenlenker die Tugend zum Gesetze. Durch mich werden Fürsten gefürstet und werden zu Edlen die Richter der Erde." (Spr. Sal. C. VIII, 15. 16.) In demselben Maße nun, in dem diePriester- und Königskrone, die der Thora zur unerläßlichen Voraussetzung haben, in demselben Maße, werden ' alle drei Kronen durch den Besitz der vierten, oder des guten Namens bedingt. Sie erhalten durch diese erst ihren wahren, eigentlichen Glanz, ja der Mangel des guten Namens wird um so schärfer M empfunden, je größer die Auszeichnung und A Würde ist, welche Wissenschaft und hervorra- A gende soziale Stellung zu verleihen vermag. An » die Jedem geläufigen Worte von Krias Schema knüpfen deßhalb unsere Weisen ihre diesbezügliche Mahnung: .■j'T by ansnD d'db> nv lO’ty 's 'n ns nansi Siebe Gott deinen Gott d. h. sorge dafür, daß der Name Gottes durch dich geliebt wird. — Wenn Jemand die schriftliche und mündliche Thora lernt, mit Talmide Chachamim verkehrt, und einen gesetzten Sinn im Handel und Wandel mit dem Menschen bekundet, was sagen die Leute von einem solchen? Glücklich sein Vater, der ihn Thora lernen ließ, glücklich der Lehrer, der ihn Thora lehrte, weh' den Menschen, die nicht Thora lernen. Dieser da hat Thora gelernt, seht doch, wie schön sind seine Sitten, wie vollendet seine Handlungen, auf einen solchen sagt die Schrift: „Er spricht zu mir, du bist mein Diener, bist ein Israelit, durch dich werde ich selber gerühmt." (Jesaja C. 49. 3.) Wer dagegen die schriftliche und mündliche Thora lernt, mit Talmide Chachamtm verkehrt und bewahrt nicht die Treue im Handel und Wandel, seinem Wort mit den Menschen fehlt der gesetzte Sinn, was sagen von einem solchen die Leute? Weh'diesem, er hat Thora gelernt, weh' seinem Vater, der ihn Thora lernen ließ, weh seinem Lehrer, der ihn Thora lehrte! Jener hat Thora gelernt, seht wie verdorben seine Handlungen, wie schlecht seine Sitten sind, von einem solchen gilt das Schriftwort: „Man sagt von ihnen, Gottes-Volk sind sie und haben seinen Boden verlassen!" (Jecheskel, C. 36, V. 20.) (Talmud Joma, fol. 86 g..) ai'KI fcOQD TSD ’3“) D”DD '3 pnv '31 "IDX nn’D1? 'pani nDTiar? nona psOi mD^> ons rjio 'an idx rw.yi mma ^Djn nnna dis ntcw pnoiy dt dbiyn p aw dbg H3DJ1 aiD Dt£Q Vui nsrp nn nnj . aiv jdipd dü? aiD nnoana notier ->DS vby'i Rabbi Jochanau berichtete: Als Rabbi Meir das Buch Hiob beendet hatte, sprach er folgendermaßen: Das Ende des Menschen ist der Tod, das Ende des Thieres die Schlachtbank, alle sind zum Tode bestimmt. Glücklich, wer seine Größe in der Thora suchte, sein Mühen der Thora weihte und so seinem Schöpfer Befriedigung bereitete, dessen Größe in seinem guten Namen besteht und der mit einem guten Namen aus der Welt scheidet, auf einen solchen hat Schelomo in seiner Weisheit gesagt: Besser ein guter Name, als gutes Oel. (Talmud Berachot, fol. 17.) P'aj) by röiy aio nv mai, die Krone des guten Namens steigt aus der Tiefe zur Höhe, von der Erde zum Himmel empor. Die Priester- und Königskcone, ja selbst die Krone der Thora*) sind *) Vergl. Taanilh 6 n’H N’DKH Nny’D NDHJ) 'DpW^ in dem Leitartikel der vorigen Nr.