Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 38 (11.5.1893)
- Date
- 1893-05-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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718 auch in den unzähligen Fällen, die das tägliche Leben stündlich aufs neue bietet, zu verwerthen, es seinem Geist und Sinn gemäß anzuwenden — wo^rn n3»Vk «nnyotp ’pio>6 — dafür bedarf es einer ganz rastlosen, energievollen Hingebung. Ohne vollen Einsatz aller Kräfte wird uns die Thora nicht zugänglich. Aber wer sie redlich sucht, findet fie auch. Daß einem das einmal Gefundene nun auch unverlierbares geistes Eigenthum bleibt, dafür bietet alle für Erlernung der min verwandte Mühe keine Garantie, dafür bedarf es des besonderen himmlischen Beistandes. tins» *6i rnyi' dik i? 32N’ dn prim '33 32x1 pxn ’nxsoi 'ny:r p»n tiküdi »np» t*b pxn nm» p Nin wyB pDi Nttfon ^3« mm '3333 6’a >n ndt3 ’mpii6 ^3« nnn^ pox min nrn^i .«\n k»d» p «nyo Rabbi Jizchak lehrte: Sagt dir Jemand, ich habe mich bemüht, habe aber keinen Erfolg gehabt, so glaube ihm nicht. Ich habe mich nicht bemüht und doch Erfolg gehabt, glaube ihm nicht. Ich habe mich bemüht und habe Erfolg gehabt, so glaube ihm. Das gilt jedoch nur von den Worten der Thora; der Erfolg im geschäftlichen Leben ist aber eine Gnade des Himmels. Aber selbst für die Worte der Thora hat das Gesagte nur auf ihre Aneignung Bezug, daß einem das Gelernte aber dauernd verbleibt, ist ebenfalls nur besonderem himmlischen Beistand zu verdanken. (Talmud Megillah, fol. 6d.) Unsere Weisen, die großen Meister der Thora, ihre bewährten Kenner, Träger und Ueberlieferer sind unerschöpflich, wenn sie von der aufopfernden Hingebung sprechen, die das Thorastudium erfordert, wenn seine Blüthen und Früchte uns verbleiben und zum Segen werden sollen. — Wenn es in Hiob heißt, daß der Mensch zu fortwährendem Mühen geboren ist, weil selbst das seiner begeisterten Gluth Entsprossene sich wie im Vogelflug davonschwtngt, so bezieht es ihre Weisheit auf die Thora, von der man das Auge nur wegzuwenden braucht, um ihrer verlustig zu gehen. (Talmud Berachoth fol. 5) ’i3i ihv *?ay^> ü3n .w'w d p'y »vynn 3gnj» min rpy j»x ppy ,3’3i’ „Die Worte der Thora fallen der Vergessenheit anheim, sobald man die Aufmerksamkeit von ihnen ablenkt." (Talmud Taanith Fol. 7) >33*1 .nym »10.33 xbx ynsnpa yx min „Die Worte der Thora sind schwer zu erwerben, wie Gefäße von gediegenem Gold und leicht zu vernichten wie Gefäße von Kristall." (Talmud Chagiga fol. 15) n'31311 3,3t 113-iy xb 3'nrn wo 3.T '733 ]nup^> yitrpv nun '333 ts 63 nmiom .n’313T 633 p3>6 ynill TB ’V>31 „Kann doch Jemand zwanzig Jahre hindurch Thora lernen und sie in zwei Jahren wieder vergessen (Aboth dt Rabbi Nathan Cap. 24.) ^13' .'i3i 38'3 ent» '33 n3ts6i mv '33 min 3ia^> d3n „Menschensohn, schaue mit deinen Augen und mit deinen Ohren höre, richte dein Herz auf alles, was ich dir sage, richte deinen Sinn auf die Eingänge des Hauses und auf alle Ausgänge des Heiligthums (Jecheskel C. 40, V. 4.) Welche Folgerung vom leichteren zum Schwereren liegt doch in diesen Worten! Wenn schon das Tempelheiligthum, das man doch mit den Augen sehen und mit der Hand ausmessen kann, die Zuwendung von Auge, Ohr und Herz verlangt, wie viel mehr erst die Worte der Thora, die wie Berge an einem Haare schweben." (Sifre im Midrasch Jalkut zu Jecheskel C. 40.) ^>3 nN 33t> D’BM yDff 31TN31 'yyyv .383 03N p 1NX1D i>3$> n’3-3 N130^ "J3^ 32»! 3313 ’JX 31PN jwij» BHpon n'3 na» 32131 bp 2'333 >6,31 vnpan □’JllDD 13^1 l’JTNl VJ’y V.3'» "jna 3'3 33211 ü’Jiy3 .l"3xy 33y»3 0”6m 2'3333 23» 3313 '333 Berge schwebend an einem Haare, das ist ein bezeichnendes Bild um die Bedeutsamkeit der Bestimmungen der Thora zu veranschaulichen, für deren Aneignung hier die höchste Achtsamkeit gefordert wird. Das Haar, welches die Kraft hat ganze Berge zu tragen, besitzt diese Kraft auch, wenn es keine Berge trägt. Aber durch die ihm anhängende Berge gewahren wir erst die Kraft, welche ihm innewohnt. So scheinen die Bestimmungen der Thora klein und unscheinbar, ihre Verräther nennen sie sogar kleinlich und unansehnlich. Und dennoch, welche gigantische Massen von Erfahrung, Wissen und Kenntniß jeder Art schließen die einzelnen Aussprüche der Thora nicht in sich. Es ist ja kein Hyperbel, es ist doch buchstäbliche Wahrheit, wenn von ihr gesagt wird: dm 'g 33331 nnopND 333X „Ihr Maß reicht über alles Irdische hinaus, sie ist umfassender als das endlose Meer" (Hiob C. XI. 9.) Die Achtsamkeit, welche das Studium jeder einzelnen Wissenschaft erfordert, verdoppelt, ja verhundertfacht sich für das Studium der Thora, welche ja jede Wissenschaft in sich schließt. Greifen wir z. B. die erste Mizwa heraus, zu welcher Israel verpflichtet wurde, die Pflicht die Monatanfänge zu heiligen, und nach dem Laufe des Mondes, Monate und Jahre zu zählen, also maa snnn »np. Die Erfüllung dieser Pflicht verlangt die genaueste Kenntniß von der Bewegung der Sonne, des Mondes und ihrer Bahnen. Sie macht den Juden zum Astronomen. Die Bestimmungen über itso und nsiö, das Genußverbot aller derjenigen Thiere, die eine das Leben gefährdende Abnormität oder Verletzung an