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Der Israelit · 1893-05-04 · Heft 36 (4.5.1893) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 36 (4.5.1893)
Date
1893-05-04
Page
– (sequence 22)
Language
German
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694 nannt, vermittelst welcher man die Schrift richtig zu lesen im stände ist. Es wird durch dieselben dargestellt, ob eine Verbindung oder Trennung stattlinden soll, eine Frage oder Antwort, ob die Rede fortgesetzt wird, oder etwas Neues anfangt. Ferner, wo rasch oder zögernd gelesen werden, ob der Inhalt befehlend oder bittend sein soll u. s. w.“ Und weiter § 80 heisst es daselbst: nmp nun npnn noam “onsPi yyrb qpd py onap hy lrrayw uod 'di ö’ttTvDn. „Der Begründer dieser feinen und tiefen Wissenschaft hat dafür Gründe gehabt, die uns unbekannt sind, und von denen wir möglicher Weise einen Teil enträtselt haben Seine Absicht war dabei, uns auf die Erklärung der Worte und der Rede hinzuführen und aufmerksam zu machen.“ Abranam de Balmis, jüdischer Professor an der Universität zu Bologna am Anfänge des sechzehnten Jahrhunderts hat in seinem bedeutenden Werke oma« rupc die achte Abteilung betitelt D’öyom Nöaon über die Aussprache und Tonzeichen, dieselbe aber nicht zu Ende geführt, da ihn der Tod ereilte, und sie ist von einem späteren Gelehrten, der sich Kalony mos ben David nennt, ergänzt worden. Gleich im Anfänge seiner Einleitung sagt derselbe 3): □n iPx:> D’tmpp DDinan njcnP nrtTDn cn run c’opcn ped L"L' nc c’DrV psypn ruDn d nn □’jsu c\jb e’-q-ji: ds d nmPttD mejn «P n:ron nxn jjEitrn tt'BJP imon DaSa piaen ynv; poitcn »jee "innen pnieoi tr>:D D’je . #di pDcn pan^r? nry unaa d’oe^c.“ c'üy’ci n:n 2DD2 „Die Tonzeichen sind notwendig, damit der Leser auch das Niedergeschriebene verstehe, als ob er mit dem Schreiber von Angesicht zu Angesicht redete. Dies ist ja der Zweck jeder Unterhaltung die Gefühle oder Ideen, die das Gemüt des Redenden beherrschen, dem Zuhörer mitzuteilen. Vollständig kann dies nur geschehen, wenn beide persönlich gegenüberstehen; ist dies jedoch nicht der Fall, sondern muss das geschriebene Wort die Stelle des Redens vertreten, so sind diese Tonzeichen von der höchsten Wichtigkeit für das Verständnis des geschriebenen Wortes u. s. w.“ Bei dieser Gelegenheit führt er auch den bekannten Spruch des Ibn Esra an ud «mr bhte Pa rp» ynwn «Pi rD«n «p D'ojmn Jede Erklärung, die den im Satze befindlichen Tonzeichen widerspricht, beachte nicht“. In unserem Jahrhundert war es vorzüglich der rühmlichst bekannte Privatgelehrte Wolf Heidenheim aus Rödelheim bei Frankfurt am Main, der sich um die Reinheit und Richtig- >'I) Vermutlich dem Buche Ku"ri II.. 72 entnommen. Stellung des Textes der heiligen Schrift und der Gebetbücher grosse Verdienste erworben und wahrhaft bahnbrechend gewirkt hat. Derselbe hat eine gediegene Erklärung, Nnpcn ruan, der grammatischen Stellen in dem Commentare Raschi’s in den fünf Büchern Mosis veröffentlicht, worin er diesen berühmten Gelehrten gegen die Angriffe späterer Erklärer in Schutz nimmt.4) Ferner eine Tora- Ausgabe, genannt «*npn pp5), worin er, gestützt auf alte Quellen, die Vokale und Accenten möglichst richtig zu stellen sucht. Endlich hat er eine Erklärung der Tora in grossartigem Masstabe angelegt, hauptsächlich die Grammatik berücksichtigend, die aber nur bis zur Mitte des 43. Kapitels der Genesis gelangte. In beiden Werken sind zahlreiche Winke für die Kenntniss der Tonzeichen enthalten. Was aber für unsre Abhandlung von grösstem Wert ist, das ist sein Werk D’oyün ’ösb'd (ed. Rödelheim 1808), welches, um mich des Ausdruckes der Alten zu bedienen nD’«n 2i) mcon uyc, trotz seines geringen quantitativen Umfanges einen Schatz von Wissen in sich birgt. Da ihm viele bisher unzugängliche Manuscripte zu Gebote standen, so hat er uns ganz neue Aufschlüsse über die Regeln der Tonzeichen gegeben. Wir werden oft Gelegenheit finden, auf dieses Werk hinzuweisen. Es könnte auffallend erscheinen, dass wir den berühmten R. David Kimchi — R’dak genannt nach seinen Anfangsbuchstaben — von dessen gründlicher Erklärung vieler Bücher der heiligen Schrift die Alten sagten, pn* nop p« dn rrm hier nicht mit anführen; und ebenso den nicht minder berühmten, geistreichen Ibn Esra. Dies hat aber seinen Grund darin, dass beide nichts Zusammenhängendes über die Tonzeichen geschrieben haben, sondern, vorzüglich Kimchi in seinem Püdd genannten Compendium der hebräischen Sprache, nur bei jeder sich darbietenden Gelegenheit wertvolle Bemerkungen einstreuten, die wir auch nicht unbenutzt lassen werden. Es sind dies einzelne wertvolle Samenkörner, haben aber nicht die Form eines engbegrenzten Feldes.6) Was endlich die Überlieferung der Tonzeichen betrifft, so müssen wir noch folgendes erwähnen. So wie wir uns in Betreff des (praktischen Gesetzes auf die Tradition 1 r~is pjdzt mm) stützen, so geschieht dies hinsichtlich dei Rein- 4) Ks war meist Fnkenntniss mit dein grammatischen System des Kaschi-Oonimentars, was diese Angriffe veranlasste und manchem neueren Forscher ein mitleidiges Lächeln über die vermeintliche l'nbekannfschaft Kasehis mit den elementarsten Kegeln der hebräischen Grammatik abnötigte. 5) An der Stelle, wo diese Worte Vorkommen, Lichter 15. l'.i ist der Sinn ..Quelle des Betenden'', hier „Auge des Lesenden“. (i) {'berall, wo wir den anführen werden, benutzten wir die kleine Yenetinner Ausgabe vom Jahre der Weltschöpfung 5305 (1545).

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