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Der Israelit · 1893-05-04 · Heft 36 (4.5.1893) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 36 (4.5.1893)
Date
1893-05-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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670 ' > .wmf S.4 .*!. J n. II ...W 1^. Beruf und besonders für Israels Glaube und Aufgabe, würde er nicht nur nicht gebrauchen können — sie würden vielmehr der göttlichen Sache noch erheblich schaden. Ein gutes Prüfungsresultat ist also das schönste Belobungsschretben für jeden Lehrer der Anstalt. Wollen Sie aber, geehrter S. W., durchaus in Prüfungsberichten auch die Namen der an der Anstalt wirkenden Lehrer genannt haben, so hätten Sie den schon 9 Jahre an derselben segensreich wirkenden Lehrer Mansbach ebensowenig wie Ihren Freund übergehen dürfen. dW> rvrp in« Aus Württemberg (Zur jüdischen Seelsorge in Württemberg.) Der Verfasser des Artikels mit obiger Spitzmarke maq mit seinem Schattenbilde in's Schwarze getroffen haben, hätte aber in dasselbe auch einen Lichtblick fallen lassen sollen, wenn er die Verhältnisse der Juden Württemberg's so gut kennt. Ist ihm nicht bekannt gewesen, daß sich schon vor vielen Jahren in Stuttgart eine Schaar glaubenstreuer Männer zusammengethan hat, um eine orthodoxe Religionsgesellschaft zu bilden? Dieselben bekunden die bekannte Opferfreudigkeit des wahren Jehudi und unterhalten allein alle Institutionen, wie sie ein jüdisches Gemeinwesen verlangt. An der Spitze dieser Wackeren steht ein Mann, Herr Abraham, der es sich außerordentlich angelegen sein läßt, die kleine Gemeinde zu heben und zu vergrößern. Seine Religionsschule hat solche Anerkennung, daß selbst Mitglieder der Hauptgemeinde ihre Kinder in dieselbe schicken. Was kann man mehr thun? Solche Beispiele sind anzuerkennen, sie si-id geeignet, anregend auf Gleichgesinnte zu wirken. Möchte es ihrer viele in Israel geben! (Vergl. unfern Artikel Mainz. Red.) A*-n. Feuilleton. Die drei Kronen. < Von H. Berger. (Alle Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Benjamin ging hinaus in die Küche, um Rahe! zu sprechen; er fand sie aber nicht, ebensowenig fand er sie in ihrem Zimmer. Er suchte nach ihr im Hofe, im Stall, in der Scheune — Rahel war nirgends zu finden. Schon wollte er mißmuthig ins Haus zurückkehren, da sah er ihr Kleid durch das Laubwerk des Gartens schimmern. Er ging in den Garten und fand Rahel, welche einen ^großen Hut, der ihr Gesicht vor den Strahlen der Sonne schützte, aufgesetzt hatte, dort, das Unkraut aus den Gemüse- und Blumenbeeten ausreißend. Ihr Gesicht glühte von dem Eifer, mit dem sie sich ihrer Beschäftigung widmete "und von dem Arbeiten in gebückter Stellung. Als sie die Schritte ihres Vaters hörte, richtete sie sich auf und bot dem Beobachter ein entzückendes Bild. „Das ist recht, Väterchen," rief sie ihm entgegen, „daß Du herauskommst. Nun will ich aber auch aufhörcn zu arbeiten und Dir lieber Gesellschaft leisten, obschon ich noch viel zu thun habe. So viel Unkraut wie in diesem Jahre, haben wir noch nie im Garten gehabt." Rahel band die grobe Schürze, die sie zum Schutze vorgebunden hatte, ab. ging auf ihren Vater zu, legte ihren Arm in den seinigen und führte ihn nach der nahen Gaisblattlaube. „Ist Dein Besuch schon weggegangeu?" fragte sie, den Vater zum Sitzen einladend. „Nein", entgegnete Benjamin, indem er Platz nahm; „setze Dich zu mir, meine Tochter, ich habe mit Dir zu reden." Rahel setzte sich neben den Vater und blickte ihn erwartungsvoll an. Er war so ganz anders wie sonst. Eine Weichheit und Zärtlichkeit klang aus seiner Stimme, wie sie solche bei ihm noch nicht gehört. Er ergriff ihre Hand, zog sie näher zu sich heran und sprach: „Du siehst, meine Tochter, ich werde jeden Tag älter und meine Gesundheit ist nicht mehr die beste. Meine Lebensjahre sind schon so zahlreich, daß ich das Alter, welches die Menschen im Allgemeinen erreichen sollen, erreicht habe. Die Zeit, die ich länger leben werde, ist ein unerwartetes Geschenk, für welches ich dem lieben Gott dankbar bin; an mich tritt die Pflicht heran, mein Haus zu bestellen, daß ich nicht unvorbereitet abberufen werde. Kannst Du es mir verdenken, wenn ich Dich gerne versorgt sähe und in Deinem Glücke an der Seite eines lieben und braven Mannes das Glück meiner Jugend erblicken und von Neuem mit Dir erleben könnte? Du hast das Alter erreicht, in dem die Töchter unseres Volkes sich einen Beschützer und Begleiter fürs Leben wählen und ich würde unendlich glücklich sein, wenn Du bei Deiner Wahl noch meinen Rath hören, meinen Wunsch erfüllen könntest. Mein Freund Jona hat um Deine Hand für seinen Sohn Albert angehalten. Dieser soll ein braver, ansehnlicher Mensch und ein tüchtiger Geschäftsmann sein, dem man wohl die Zukunft seines Kindes akvertranen könnte. Welche Antwort soll ich meinem Freunde bringen? Gestattest Du, daß sein Sohn um Dich werbe, sich Deine Liebe zu verdienen suche? Darf er kommen, um Dich kennen zu lernen?" Eine Blutwelle nach der andern überzog bei diesen Worten das Gesicht der Jungfrau. Verwirrt blickte sie auf ihren Schoß nieder und wußte nicht,

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