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Der Israelit · 1893-05-01 · Heft 35 (1.5.1893) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 35 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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iwpw-ti .'■« > p.,' i-JU L 663 einem großen Theile der deutsch-amerikanischen Presse nicht gebilligt worden ist, weil Herr Judd ein geborener Oesterreicher ist und' man ihn auch sonst nicht für den Posten geeignet hält. Der „N. Fr. Pr." zufolge werden vom Ministerium des Aeußern keinerlei Bedenken gegen die Anerkennung des Generalkonsuls Judd erhoben. Seitens des Ministeriums des Innern, werden nur Erhebungen bezüglich der Nationalität Judd's gepflogen, nach deren Abschluß die offizielle Anerkennung erfolgen dürfte. Feuilleton. > Die drei Kranen. < Von H. Berger. (Me Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Drinnen im Zimmer stand Benjamin und rieb sich die Hände. „So klug wie der Ebner ist, bin ich auch", sagte er; „will er mit meinem Geld spekuliren, so soll er dafür zahlen." Benjamin zog nun einen anderen Rock an, um ins Dorf zu gehen. Er sagte seiner Tochter Bescheid und entfernte sich. Rahel sah ihm nach und kopfschüttelnd sprach sie: „Da ist keine Ruhe und keine Rast; ein Glück nur, daß es einen Sabbat gibt, sonst wäre Vater die reinste Maschine." Benjamin trat auf seinem Rundgange durch das Dorf in einzelne Häuser, in denen er hoffte ein Geschäft machen zu können, tteberall wurde er freundlich ausgenommen und wo es kein Geschäft zu machen gab, unterhielt man sich ein paar Minuten über Tagesneuigkeiten oder sonstige Angelegenheiten. Hier erbat man sich seinen Rath, dort verlangte man seine Meinung zur hören, kurz überall war er der Hausfreund, vor dem man kein Geheimniß hatte, dessen Rath man gerne befolgte, deffen Ansicht man gerne vernahm. Auch in das Haus des Bürgermeisters kam Benjamin und hier hörte er, was sich am Abend in der Stammkneipe ereignet hatte. Der Bürgermeister war ganz entrüstet über das Treiben der Antisemiten, von deren Maulwurfsarbeit er jetzt erst eine Ahnung hatte. „Wenn die Leute so zu wühlen fortfahren", sagte er, „werden sie böse Dinge herausbeschwören. Unsere Bauern flicken jedem gerne etwas am Zeuge und wenn es gegen die Juden geht, so ist das ein besonderes Gaudium für sie. Insofern sind die Antisemiten schlimmer als die Sozialdemokraten; die Ziele der letzteren weiß man, während die der ersteren geheim gehalten werden." „O", entgegnete Benjamin, „wenn die Regierung erst die Gemeingefährlichkett der Antisemiten erkennt, haben sie ihre Rolle bald ausgespielt und nach den Aeußerungen, welche deutsche Fürsten über diese Bewegung gemacht haben, dürsen wir hoffen, daß sie jetzt schon im Sterben liegt." „Ich wünschte, Benjamin, Ihr hättet Recht, aber ich glaube es nicht." Benjamin erwiederte nichts; deckten sich doch die Befürchtungen des Bürgermeisters mit den seinigen; doch wozu sollte er es eingestehen. Er begleitete den Bürgermeister nach den Ställen, in die Molkerei, zu dem Bienenstand und die Ordnung, in der sich alles befand, die Umsicht mit der alles geleitet wurde, ließ den rationellen Landwirth erkennen. Zum Mittageffen kam Benjamin nach Hause. Sinnend trat er in das Wohnzimmer und war nicht wenig erstaunt, einen alten Bekannten, einen Jugendfreund dort seiner harrend zu finden, den er seit zehn Jahren nicht gesprochen hatte. „Ei, ei, scholaum alechem, lieber Jona", sprach er. ihm beide Hände entgegenstreckend. „Das nenne ich eine Ueberraschung! Wie geht's?" „Nun, man muß zufrieden sein", entgegnete der Freund. „Dir geht es gut; man braucht Dich nicht zu fragen; man sieht Dir's an." „Nun, es hat Jeder seine Sorge, seine Plage; auch mir wird nichts geschenkt." So zog sich das Gespräch fort, bis man zu Tische ging. Rahel that dem Freunde des Vaters alle Ehre an. Dieser blickte sie von Zeit zu Zeit forschend an, so daß sie unter seinen Blicken erröthete. Seine hie und da neckend an sie gerichteten Bemerkungen wußte sie mit großer Schlagfertigkeit zu erwiedern, so daß Jona, der von ihrer Schönheit entzückt war, ihren Geist, ihren Witz und gesunden Humor bewunderte. Nach dem Mittageffen zog Rahel sich zurück und die Jugendfreunde blieben allein. Nachdem man gegenseitig sich das Wichtigste aus der Zeit, da man sich nicht gesehen, erzählt hatte, begann Jona: „Und nun die Ursache, weßhalb ich Dich besuche. Zum Vergnügen allein bin ich nicht zu Dir gekommen; ich habe ein Anliegen, welches ich nicht dem Papier anvertrauen mochte und welches sich mündlich bester erledigt, als schriftlich." „Ich dachte mir, daß Dein Besuch irgend einen Zweck hat," entgegnete Benjamin, „und nun laß' hören." Der Freund rückte näher zu Benjamin heran, dämpfte seine Stimme und begann: . i i i s :' i

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