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Der Israelit · 1893-04-27 · Heft 34 (27.4.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 34 (27.4.1893)
Date
1893-04-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Grunde gehen." In 25, 16 heißt es: „Hast du Honig, so iß, was dir genug ist, damit du nicht etwa übersatt cs ausspeiest", und in 25,27: „Gleichwie es nicht gut ist, wenn jemand zu viel Honig genießt, also wird der, so die Majestät erforscht, von der Herrlichkeit erdrückt." Im allgemeinen bildete der Honig bet den Hebräern nicht etwa bloß ein Naschwerk, dessen sie allenfalls auch hätten entbehren können, nein, er war ihnen (Sirach 39, 31) vielmehr ein nothwendiges Lebensbedürfniß. Honig stand für sie auf derselben Stufe der Unentbehrlichkeit, wie Milch und Meh!. Er galt für die gesundeste und delikateste Speise und wurde mit dem Manna verglichen, das die Altväter in der Wüste als Himmelsbrod aßen. Er gab ihnen Stärke in Müdigkeit und Ermattung, stärkte die Augen und machte sie helle. So heißt es im 1. Buch Samuels 14, 27: „Jonathan streckte die Spitze seines Stabes aus, den er in der Hand hatte, tauchte in den Honigseim und wandte seine Hand zu seinem Munde und seine Augen wurden helle." In 14, 29 sprach Jonathan: „Ihr sehet selbst, wie meine Augen helle wurden, weil ich ein wenig gekostet von diesem Honig." Der Honig galt den Hebräern neben der Milch als das vorzüglichste Nahrungsmittel für Kinder und wurde einem willkommenen Gaste vorgesetzt. Der Prophet Jesatas weissagte vom Messias in 7, 15: „Er werde Butter und Honig essen." Das war fast bei allen alten Völkern die gewöhnliche Nahrung für Kinder. (Schluß folgt.) Aeitrr«gsrrachrichteu und Correspoudeuzeu. Deutschland. Mainz, am 25. Tage der Sefira. Wir glaubten unseren Augen nicht zu trauen, als auf einer Fahrt nach Frankfurt einer unserer Freunde uns den neuesten Rödelheimer Luach für das Jahr p'E6 Tnn (5654) zeigte. Auf der ersten Seite des Kalendariums ist nämlich in großen Lettern Folgendes zu lesen: ü"n nnv n^2p nach Fra n kfurter Ortszeit. Nach Mitteleuropäischer Zeit sind ca. 20 Minuten hinzuzurechnen. Nnt für nar^'n^ap, nidjt für nar 'Kino. Daß diese Bemerkung im Stande ist, einen mp ^n, eine Sabbatentweihung hervorzurufen , das muß Jedem, der die Neu-Etnrichtung der Mitteleuropäischen Zeit versteht, sofort klar werden. Wer sich in Bezug auf den Sabbatausgang nach diesen Angaben richten würde, der würde demgemäß 20 Minuten vor Nacht, also noch vor Eintritt des niawn p Licht anzünden u. s. w. Der „Rödelheimer Luach", der noch aus einer sehr alten Zeit stammt, scheint die „neue Zeit" sehr wenig zu erfassen. Er würde doch sonst wohl die Zeiten für Sabbat-Anfänge und Ausgänge direkt nach der im praktischen Leben nun einmal üblichen M. E. Z. festgesetzt und sich nickt auf eine so umständliche und überdies noch falsche Umrechnungsangabe beschränkt haben. Es ist selbstverstündlich, daß, wenn man bet n 3 p mp 20 Minuten hinzuzählt, man dies auch bei na» » k m ö thun muß. Außerdem ist die Differenz zwischen der M. E. Z. und der Ortszeit in Frankfurt a. M. nicht 20, sondern 25 Minuten. Wir haben die Buchhandlung des Herrn Kauffmann in Frankfurt a. M. veranlaßt, sofort einen correcten Luach für psH mn herauszugeben. Derselbe wird schon in den nächsten Tagen die Presse verlassen und bitten wir alle Leser dieser Zeilen, da wo ihnen ein Rödelheimer Kalender für das Jahr 5654 zum Kauf angeboten wird, solchen zurückzuweisen. Die bereits gekauften Rödelheimer Kalender für pD"b Tnn wolle man entweder außer Verwendung setzen oder entsprechend rectificiren. Die beiden Firmen M. Lehrberger u. Cie. und S. Lehrberger u. Cie. möchten wir bitten, die Restauflagen dieser Kalender so schnell wie möglich zurückzuziehen und den Neudruck einer correcten Ausgabe zu bewerkstelligen. Berlin, 25. April. In der heutigen Sitzung des Reichstages brachte der Abgeordnete Ahlwardt gelegentlich seines Antrages betreffend die Prüfung seines Aktenmaterials wieder eine große Reihe ungeheuerlicher, lächerlicher, frecher und gewissenloser Verleumdungen gegen verschiedene hochgestellte und hochachtbare Mitglieder des Hauses und selbst der Regierung vor. Selbstverständlich wurde er von den angegriffenen Herren gebührend abgefertigt. Einmal, als er Herrn Beningsen vorwarf, daß er es zu Wege gebracht, daß die Altenbekener Bahn mit einem Umwege an seinem Gut vorbeiginge, entstand ein großer Tumult. Stürmische Rufe, wie Lump, Verleumder, Schuft! Raus mit ihm! wurden laut. Der Tumult wiederholte sich mehrfach, als Ahlwardt weiter sprach. Ahlwardt schließt: er erstrebe das Gute lediglich der Guten und Wahren wegen. Wir würden unsere Leser ermüden, wollten wir all das confuse Zeug, alle diese bewußten Lügen und sinnlosen Anklagen gegen den Bundesbevollmächtigten, Finanzminister Miguel, gegen Bleichröder, Prinz Reichenheim und die DiSconto-Gesellschast, gegen Richter, Rickert und Horwitz rc. auch nur im Auszuge hier wiedergeben. Wir verweisen in dieser Beziehung auf die politischen Blätter, die viele engbedruckte Spalten und Setten mit dieser Affaire

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