Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 32 (20.4.1893)
- Date
- 1893-04-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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" I f:MV WH U«Ss' -l " 1; . ]1./PIJ',W|»(JII .... 599 nes dauernden Seins. In der That, am Tage hatte der Jude zu kämpfen mit der Sorge ums Brod für Weib und Kind, mit den Feinden seiner Existenz, mit dem Hohn und der Verachtung, mit den böswilligen Plackereien, die man ihm allerorts in seinen ohnehin dornenvollen Lebensweg streute. Wie aber der Tag zur Rüste ging, rief die sinkende Sonne ihn heim, heim zu seinen Lieben, heim zu seinen Brüdern, zu seinen Büchern, seinen Bet- und Lehrhäusern, zum Verkehr mit seinem Gott, seinen Geistes- und Gesinnungsgenossen der Gegenwart, und, meist in Gemeinschaft mit ihnen, mit den großen Geistern seiner nationalen Vergangenheit, aus deren Schriften ihm Verständniß und Erkenntniß, Trost und Muth, Begeisterung und Kraft für seine gottgewiesene Lebensbahn quoll und in deren Geiste er in gemeinsamem Wirken für werkthätige Bruderliebe und eines von Recht und Ordnung zu tragenden Gemetndelebens thätig war. Mit dem Quersack legte der wandernde Haustier auch die Bürde des geplagten Lebens ab, athmete als Mensch, als freier Mensch vor seinem freimachenden Gott auf und genoß ein Geistes- und Gemüthsleben und eine erfrischende Gemeinsamkeit, für welche dem ihn am Tage höhnenden und hetzenden Pöbel jedes Verständniß abging, von dem er keine Ahnung hatte, das er zu wenig kannte und glücklicherweise noch mehr verachtete, um irgendwie störend oder maßregelnd darin einzugretfen. Von Zeit zu Zeit brannte man dem Juden seine Wohn-, Bet-, Lehr» und Gemeindehäuser nieder. Allein so lang sie verschont waren, durfte der jüdische Geist frei in ihnen seine Segnungen entfalten, und es war vor allem die Nacht, welche die jüdischen Ge» noffen unter seine Segenssittige sammelte. Und es ward dies immer mehr, je mehr im Laufe der Jahrhunderte das jüdische Schriftthum zum Gemeingut des ganzen Volkes wurde, je mehr der eigentliche Am Haarez — der rohe Unwissende — der früheren Zeit zur Seltenheit in unserer Mitte ward.- *p:u »ipyä nv, diese wenigen Worte sind der inhaltreichste Ausdruck für all das Herbe und all das Große der jüdischen Galuthjahrhunderte. (Hirsch's Psalm-Commentar z. St.) Deßhalb können gerade dieser tief einschneidenden Wahrheit, unserer äußeren sozialen Lebensstellung eine Beschränkung aufzuerlegen, die Weisen nicht eindringlich genug das Wort reden. Wo sie für diese Wahrheit eintreten, schicken sie die Bitte voraus, das Gehör durch ein Hörrohr zu verstärken, damit kein Wort verloren geht. Sie weisen zu diesem Zweck auf das Beispiel unserer großen Ahnen und Führer hin, aus das jähe Ende der glänzenden Größe des heidnischen Alterthums hin, die sich dieser Wahrheit verschlossen hatten. □Ivv ^»2 pyoff '212 liybx '2-, 01V2 plll» '21 12X ♦p*?:ii 'Dv '21 btp □□ iipbs »21 bv vi2i rwi2 nrwv □22 '1 pttTl 222112 Hb — 1D21BN2 W 11512 '5XV iyV3 1$>’BNV D33 »jptpin I"3p1 Ü7\b 10X "Ul ii>H5 »nro urö 02osy d'öjjdi nn« ibnj D2b yövv umi ne« pnw ivüS ibni ivy '3wi '5s67idn Qii3t6 12 Di’N y"iiN bin nb) nVyin Utti ion ir6 ,iv dit6 psji2D5^ ,2'imo^ ,nyi&^ , tiidä 1^115 'iro . '121 Rabbi Jochanan sagt im Namen Rabbi Schimeon ben Eleaser, wo du Aussprüche Rabbi Eleasars des Sohnes von Rabbi Jose Haglili in der Hagada findest, mache dein Ohr wie einen Trichter: Es heißt in der Schrift: Nicht wegen euerer materiellen Größe vor allen Völkern hat Gott Wohlgefallen an euch, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, damit sagt der Heilige, gepriesen sei er, zu Israel: Ich sehne mich liebend nach euch, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, damit sagt der Heilige, gepriesen sei er, zu Israel: Ich sehne mich liebend nach euch, weil ihr, selbst wenn ich euch mit Größe überhäufe, euch selber einschränkt u. s. w. (Talmud Chulin fol. 89.) Unsere glänzende soziale Lebensstellung ist so» mit mit Nichten ein Freibrief für die Vernachlässigung der Thora, sondern sie sollte der stärkste Sporn für ihre Hingebung und treue Verwirklichung sein. 1*1V lüp' 12V NIpJ 12^> NI« '21 12N ,föp» 1'Nt« DEH mbii5 mnBV2 5"’ T2jr6 121? 121 12 vpoy n« I'vp2 niiv bnj ,12 i'pDy n« I'vp2 iw '1' by Ivpi dn 121 . 1'2«y 1'p2y IN 1'OpD „Der Name seines Bruders warJaktan" (der Kleine). Warum führt er, bemerkt Rabbi Acha, den Namen Jaktan? Weil er sein Geschäft nur klein betrieb. Als Lohn dafür hatte er das Verdienst, der Stammvater von dreizehn Familien zu werden. Wenn das für den Kleinen gilt, der sein Geschäft einschränkt, wie muß es erst von dem Großen gelten, der sich eine Einschränkung seines Geschäftes auferlegt. (Midrasch Bereschith Rabba, Cap. 86.) Wie wir jedoch auch darüber denken, wie wir diese Wahrheit beherzigen oder abweisen mögen, jeder Tag zeugt aufs Neue dafür, daß auch der letzte Theil dieser Mahnung sich verwirklicht, oni 11552 121.1 D'^22 V .1111.1 M22, „Lassest Dll von der Thora, so stehen Dir viele Hindernisse feindlich entgegen." Jeder Tag bringt neue Hindernisse, bringt ernste, drohende Fingerzeige Gottes, welche Israel auf seinen verlassenen LebenSberuf, zur treuen Hut seiner vernachlässigten Thora zurückweisen. Daß diejenigen, die dem Ernst der Zeit ihr Ohr nicht verschließen und in der Hingebung an die Thora Trost und Lebensheiterkeit, Ersatz für alle Bitternisse des Lebens suchen und