Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 31 (17.4.1893)
- Date
- 1893-04-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2446951-2448315-2448345--36173-2484188- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
590 vom Herrn Dr. Schiffer >"j mit Umsicht ausgewählte Gedickte recht ausdrucks- und gefühlvoll vor. Ganz besonders verdient hervorgehoben zu werden, ein von einer abgehenden Schülerin namens der übrigen vorgetragenes Gedicht, verfaßt von der Tante derselben, G. M. in Königsberg, das ich am Schluffe dieses Berichtes folgen zu lassen mir erlaube. Nach diesen Declamationen ermahnte Herr Dr. Schiffer die Schuljugend^und besonders die Schule verlassende zur Bethätigung des hier Erlernten und Erweiterung desselben und legte es den Eltern warm an's Herz, ihre Kinder ferner ernst und pünktlich zum Besuche der Religionsschule anzuhalten. — Mit dem AustheilcnI der Zeugnisse schloß die erhebende Feier. — Mögen alle Schüler auf der so schön angetretenen Lebensreise beharrlich fortschreiten, dann wird's dem Judenthum n i e an Kämpfern, der Wahrheit nie an Jüngern fehlen! pn. Es gilt, ein warm Empfinden auszudrücken, Das tief in unfern jungen Herzen lebt, Das, ohne sich pathetisch auszuschmücken, Nach schlichten, treugemeinten Worten strebt. Wir alle haben uns gern eingefunden Mit Herzen, die der heiße Dank bewegt; Für ungezählte, liebe, schöne Stunden, Von denen heut uns die letzte schlägt. Verehrte Lehrer, die so unverdrossen Die Kenmniß unserer Religion gemehrt, Die uns so viel des Herrlichen erschlossen, Das erst dem Leben Inhalt gibt und Werth. Mit Dankesworten sind wir hier erschienen, Von denen jedes recht von Herzen geht, Und deren wärmstes: Herr Rabbiner, Ihnen, Dem Leiter gilt, der an der Spitze steht. Dem treuen Lehrer, der uns nahgetreten In vielen guten Worten jahrelang, Der uns geführt zum Denken, zum Beten Und dessen Reden uns zu Herzen drang. Ein jedes wahrt die Schätze, hier gehoben, Gewiß fsir's Leben; und wohl Jede strebt, Sich würdig der Belehrung zu erproben, Die unserm Denken fest sich eingewebt. Die heil'gen Lehren, immer angefochten. Die der Jahrhunderte gewalt'ger Zahl Und ihrem Kampf zu widerstehen vermochten Bei aller Roth und Unterdrückung Qual. Wir halten sie, wie wir sie hier empfangen, Verehrungsvoll als unser bestes Gut, Und wollen treulich auch und ohne Bangen Sie stets vertreten mit bewährtem Muth Auf manches muß der Jude ja verzichten, Und strenge Satzung ist ihm auferlegt, Doch dafür adeln ihn auch seine Pflichten, Wenn er sie ausübt treu und unentwegt. Und ob ihm Feinde immer neu entstehen Und nimmer müde neuer Angriff droht, Wir müssen unbeirrt die Pfade gehen, Die sicher führen durch des Lebens Noch. Wir wollen stets durch gottgefälliges Streben Uns werth erweisen unsrer Religion, Daß unsre Lehrer auch in unserm Leben Der Mühe Früchte seh'n und ihren Lohn. Vorgetragen von Clara Frankenstein. Oester.-Ungar. Monarchie. Prag, 3o. März. Die Wahrnehmung, daß israelitische Kinder, wenn sie der Wohlthat der Ferienkolonien theilhaftig werden wollten, auf rituelle Verpflegung verzichten, ja sogar den christlichen Gottesdienst beiwohnen und an demselben theilnehmen mußten, veranlaßte Frau Betty Lasch, Abhilfe zu verlangen, und als diese nicht gewährt wurde, zu dem äußersten, jedoch erprobten Mittel der Selbsthilfe zu greifen. Unverdrossen, trotz Jndifferentismus und Indolenz so mancher Glaubensgenossen, sammelte sie Beiträge, acquirirte Bedarfsartikel und versorgte mit Beihilfe einiger Menschenfreunde den bedürftigen israelitischen Kindern ohne Unterschied der Nationalität den Aufenthalt in frischer Lan^luft bei ritueller Verpflegung und religiöser Aufsicht durch volle zwei Jahre. Sie begriff jedoch ganz richtig, daß diese Einrichtung nur dann eine längere Dauer verspricht, wenn sie auf die breite Basis eines hiezu eigens geschaffenen Vereines gestellt wird, und bemühte sich um dessen Zustandekommen, damit, wenn auch die Personen wechseln, die Idee propagtrt und gefördert werde. Die gesetzliche Grundlage, auf der nunmehr die israel. Ferieu-Colonien in Prag gestellt sind der edle Zweck, die Fürsorge des Ausschusses und der Ehrendamen berechtigen zur Hoffnung, daß dieses humane Unternehmen die bisherigen Leistungen übertreffen wird. Peft, 2. April. (Ein neuer jüdischer Tempel.) Der Magistrat der Hauptstadt hat der Pester israelitischen Kultusgemeinde unentgeltlich ein in der Leopoldstadt an der Ecke der Kohary- und der Marogasse gelegenes Grundstück zur Erbauung einer Schule überlassen. Da jedoch die Gemeinde die Schule nicht in der Leopoldstadt, sondern in der Theresienstadt errichten will, wurde—tote „Egyenlöseg" meldet — in der jüngsten Ausschußsitzung auf Antrag des Präsidenten Sigmund Kohner beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, er möge gestatten, daß auf dem in Rede stehenden Grundstücke an der Ecke der Markö- und der Koharygasse ein Tempel errichtet werde. Feuilleton. Die drei Kronen. < Von H. Berger. (Alle Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) IV. Es war eine stürmische Nacht, die den soeben geschilderten Vorgängen folgte. Als ob das wilde Her übe enti unk feu Sti gre der wa Na Do wa brr ner thu hat gar zim Sb sor jed Sä Ba ma Fu da kor dar Ttl lar nui nui bli ma wa leb Se ein gel ihr me uni die los He Ge tre ers der in sie ha' da sal Gl