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Der Israelit · 1893-04-17 · Heft 31 (17.4.1893) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 31 (17.4.1893)
Date
1893-04-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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-> > l .^> '!• - ■' ,<■■». A,M.' ->• XXXIV. Jahrgang. Erste Beilage M M Bl des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M. Der Almosenkasten der israelitischen Gemeinde erhielt im Jahre 1892 zur Vertheilung M. 38,367 (1891 M. 33,666), Einkünfte aus Legaten und Geschenken M. 4253 (unverändert), Mitgliederbeiträge M. 13,982 (M. 14,390) und verausgabte an 496 Familien und einzelne Bedürftige (im Vorjahre 352) in Quartalspenden M. 18,619 (M. 19.317), in monatlichen und sofortigen Spenden M. 56,794 (M. 45,195). Die Ausgaben stiegen demnach von M. 64,512 auf M. 75,413, weshalb ein Zuschuß aus dem Zinserträgntß von M. 12,254 (M. 6357) geleistet werden mußte, nachdem zu Anfang des Jahres M. 6356 (M. 5846) in den Händen der Pfleger sich befunden hatten. Ferner wurde aus dem von Herrn Georg Speyer gestifteten Extrareservefonds, dem der Stifter wieder M. 5000 überwies, die Summe von M. 5500 an eine große Anzahl von Armen zur Vertheilung gebracht; dieser Fonds enthält jetzt noch M. 1500. Für Rechnung der Mayer S. Hecht' schea Sttftungsadministration wurden wieder M. 1881 vertheilt. Von Herrn A. Gansl wurden dem Kapitalfonds M. 5000 3proc. deutsche Reichsanleihe zugewtesen; dem gleichen Fonds stoffen aus letztwilliger Verfügung des sel. Herrn A. Kuhn M. 3000 zu. Obige Zahlen liefern den Beweis von der Zunahme der Roth, trotz der bedeutenden Summe; die vertheilt wurde, konnten nicht alle Ansprüche erfüllt werden. Spandau, im April. Wie der brave Rector sein „Material" erlangte, hat er in einer Versammlung dahier verrathen. Die Art und Weise, wie er verfährt, ist recht charakteristisch für den Biedermann. Er läßt sich nämlich einfach mit schuftigen Bedienten ein. Er erzählte da folgende Geschichte, die die Herren Deutschnationalen, die Beschützer von Thron und Altar, gläubig aufnahmen: Ein hochgestellter Herr habe eines Tages einen Brief erhalten und diesen, nachdem er ihn gelesen, zerrissen und in den Papierkorb geworfen. Ein Diener aber habe die einzelnen Stücke wieder zusammengeklebt und Ahlwardt dann übergeben. Dieser Brief enthalte den Dank für eine größere Summe Geldes, die der Betreffende einem Präsidenten eines auswärtigen Gerichtshofes geschenkt habe. Darunter befinde sich die Andeutung, daß auch die übrigen Mitglieder dieses Gerichtshofes um Geschenke bäten. Ahlwardt erklärte, daß er später eine Quittung erhalten habe, wonach letzteres auch thatsächltch erfolgt sei. Dann fuhr er fort: Merkwürdig ist es nun, daß der gedachte Herr kurz darauf einen Prozeß, in dem es sich um 4 Millionen handelte, bei dem betreffenden Gerichtshöfe gewann. Karlsruhe in Baden, yun tdh ny. „Die Zeit des Gesanges ist genaht." Die höhere Wahrheit dieser drei Worte drängte sich mir unwillkürlich auf, bet meiner Anwesenheit bei der alljährigen öffentlichen Schnlprüfung der hiesigen isr. Religtonsgesellschaft. Es ist nämlich für mich, wie für jeden glaubens- und überzeugungstreuen Israeliten, Sphärenmusik, von der unverdorbenen Jugend unseres Volkes die Gesetzeswahrheiten unseres Glaubens in öffentlicher Prüfung bei reichlich versammelter Gemeinde zu hören, wenn aus unschuldigem Kindesmund unsere heiligen Vorschriften in der uns heiligen Sprache laut bekannt nnd in des Herzens Tiefe warm empfunden werden. Man hörte es aus jeder Antwort, daß die Schüler der hiesigen '"y Gemeinde es verstehen, aus der Seele tiefstem Schachte die Edelsteine des Glaubens heraufzuschaffen, um die im Lebenskämpfe zu erringenden Auszeichnungen damit zu schmücken und sie als Talisman zu bewahren gegen die Epidemie des Un- und Aberglaubens. — 12 bis 14jährige Knaben trugen recht verständnißvoll myn dudd mit dem Commentar miaro und hie und da den von v" niDDin vor. Man hörte am ganzen, daß es ihr Lehrer, der Direktor der Schule, Herr Rabb. Dr. Schiffer versteht, den Samen unserer sy^tcrn mit geschickter Hand in die Herzen der ihm anvertrauten Schuljugend zu legen, auf daß er zur segenbringenden Saat aufgehe und sie, die Schuljugend nämlich, zu Männern herangewachsen, nicht zu darben brauche an den Idealen unseres heiligen Glaubens und einst als glückliche und beglückende onw zum hjd wtn unserer rmoN zu prangen. — Ein gleich warmes und erwärmendes Verständniß entwickelten diese Schüler beim Vortrage der intereffantesten Raschi's zu □'"Dl *TBD. Nicht geringere Begeisterung und Liebe für rwnpn uruiox entwickelten die niederen gemischten Klassen beim ffDin* und .-ösri-Vortrag und ebenso bet der Bibl. und jüdischen Geschichte. — Zuletzt lasen die Kinder des 1. Schuljahres correct und ziemlich geläufig hebräisch, übersetzten ebenso die täglich vorkommenden rvoia, legten ein klares Verständniß der hebr. Ziffern an den Tag und wußten die bibl. Geschichte bis Abraham mit den daraus hervorgehenden Religionslehren recht gründlich. Danach trugen Kinder jeder der 5 Schulklaffen

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