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Der Israelit · 1893-04-17 · Heft 31 (17.4.1893) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 31 (17.4.1893)
Date
1893-04-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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S88 m; W$.f- >^-. * S L:; ■y ife-- .',J Wunder, als ein Zeichen erscheinen, daß sie der allerbarmende Gott nicht ganz verstoßen; — konnte sie in ihrem tiefen Leid, in ihrer namenlosen Erniedrigung moralisch aufrichten. Ein besonders hervorragendes Verdienst um die gesammte Judenheit hatte sich Wertheimer im Jahre 1700 erworben. Kurz nachdem eine Pöbelhorde in mehr als dreißig Orten des fränkischen Kreises, mordend, plündernd, sengend in die Wohnungen der Juden eingebrochen, hatte der berüchtigte Johann Andreas Eisenmenger ein Werk, „das neuentdeckte Judenthum" geschrieben und es zunächst den Juden zum Kaufe angeboten, mit andern Worten sich bereit erklärt, gegen eine Abfindungssumme das Buch, welches die entsetzlichsten, lügenhaftesten Verleumdungen gegen die Judcn enthielt, nicht erscheinen zu lassen. Die Bedrohten, welche weder ein Mittel besaßen, den Druck dieser Brandschrift zu verhindern, noch derselben durch die Presse wirksam entgegenzutreten, hatten sich in ihrer Verzweiflung zu einem großen Geldopfer entschlossen; aber Eisenmenger wollte von den schwer Geängstigten eine so riesige Summe erpreffen, daß diese ihre Kräfte bei Weitem überstieg, und da sie seine unmäßigen Forderungen nicht zu erfüllen vermochten, ließ er sein Werk erscheinen. Der Inhalt desselben war geeignet, den Haß des Volkes gegen die Juden zu wildester Wuth zu entflammen, die Juden befanden sich in der höchsten Gefahr, da trat Samson Wertheimer mannhaft für sie ein, und es gelang dem merkwürdigen Mann von Kaiser Leopold I., trotzdem der erste König von Preußen, Friedrich Wilhelm und der Pfalzgraf Johann Wilhelm energisch Einsprache erhoben — die Confiscation dieses Buches zu erlangen- Es bewies dies, daß seine großen Verdienste um das Erzhaus so hohe Anerkennung bei dem Kaiser fanden, daß Niemand — auch die Höchsten der Erde nicht, — ihn aus dessen Gunst zu drängen vermochte. Samson Wertheimer starb, von der ganzen Judenheit tief betrauert, am 6. August (17. Aw) 1724 im Alter von sechsundsechszig Jahren. Er hinterließ sieben Söhne und vier Töchter, sein jüngstes Kind Josel, entstammte seiner zweiten Ehe mit Magdalena, Tochter Leb Berlins, welche ihren Gatten um zwanzig Jahre überlebte. Der gefeierte Rame des hochverehrten Mannes lebt in zahlreichen Nachkommen fort, ein Theil derselben ist wieder nach Deutschland übersiedelt, ein Theil ist in Oesterreich geblieben. — Im Jahre 1791 wurde Josef, ein Urenkel von Samson Wertheimer, von Kaiser Leopold II. in den österreichischen Adelstand mit dem Prädikate Edler von Wertheimstein erhoben und blüht dieser Familienzweig, der 1891 das hundertjährige Jubiläum seiner Standeserhöhung feierte, noch heute. Achtzig Jahre später wurde ein anderer Sprosse dieses Stammes, Josef Wertheimer, der rühmlichst bekannte Verfasser des epochemachenden Werkes. „Die Juden in Oesterreich", der sechszehn Jahre an der Spitze der Wiener israelitischen Cultus-Gemeinde gestanden und ein Vorkämpfer der Juden-Emancipation gewesen, von Kaiser Franz Josef in den Ritterstand erhoben, er starb 1887. Auch der durch seine große Gelehrsamkeit, Charaktergröße, Menschenliebe und Frömmigkeit berühmte Wolf S. Wertheimer, k. k. Tabakverleger in Dobruschka in Böhmen (gest. 1847) und der große Philantrop, Baron Moritz Hirsch den Gott noch lange erhalten möge entstammen, der letztere durch seine Mutter, der Mustern Familie Wertheimer. Der »JSraeltt" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis de» Jahrgang» für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 1« Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel J* bet E. F. K1 e t« n ch r r, Leipzig. ZLoßplatz 1«. — Inserate 2b Pfennig die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Eours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland »nd Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Ei«e NstSsendnng von an die Redaetto« eingefaudteu Manuskripte« findet nicht statt, «an bittet deshalb sich von alle« Einsendungen eine Kopie znrückznbehalte«. Inhalt <Hanptblatt): Leitende Artikel: Sprüche der Väter. — Die Vorgänge in Kolin. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Düsseldorf. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. Brünn. Baja. — Rumänien: Bukarest. — Vermischtes. — Feuilleton: „Fürstengunst". Erzählung von S. Kohn, Verfasser von Gabriel. (Schluß.) Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Spandau. Karlsruhe in Baden. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Prag. Pest. — Feuilleton: Die drei Kronen. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). — Vermischte-. Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Aktien-Gesellschaft in Main;. ( Zei tsra Ver fürtl and und Bed M. ttge Am 75/ Nlß mui (M. hatl Sp< wiei 550 thei M. sche, 188 Kaf 300 der die ersii sein sam wie Bie! schu Ges schü Ein Bri zerr Die zusa Dtt Sui ten Dar übrl schei eine Hierzu eine Beilage.

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