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Der Israelit · 1893-04-17 · Heft 31 (17.4.1893) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 31 (17.4.1893)
Date
1893-04-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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“ .... ,.w.. fttr Punkt seiner ruhmreichen Bahn erreicht. Hatten ihm die beispiellosen Erfolge, die er im letzten Türkenkriege errungen, die höchste Anerkennung der staunenden Mitwelt gewonnen; so hatten die Resultate der gegen den Abbate Tedeschi und dem Grafen Ntmptsch mit aller Energie geführten Untersuchung, von Neuem seine unverbrüchliche Treue an den Kaiser und die Nichtswürdigkeit seiner Feinde und Verleumder bewiesen. Nachdem die vom Kaiser ad hoc eingesetzte Commission sich viele Monate lang eingehend mit dieser Angelegenheit beschäftigt hatte, erklärte sie in einem Intimste vom 21. November 1719 Giovanni Prosper Tedeschi habe sich folgender Delikte schuldig gemacht: Er habe sich betrügerischer Weise für einen Grafen des heiligen römischen Reiches und mittelst eines gefälschten Diplomes als Reichshofrath ausgegeben er habe an eine fremde Regierung die beleidigensten Dinge über den Wiener Hof und das kaiserliche Ministerium geschrieben, die Minister, namentlich den ersten Minister, den Herren Generalissimus und Hofkriegsrathpräsidenten, seiner Durchlaucht dem Herren Prinzen von Savoyen lügenhafte, von ihm — Tedeschi — selbst erfundene Reden in den Mund gelegt und durch Falsifikate seine verleumderischen Berichte glauben zu machen versucht — alles das, um seine Majestät den Kaiser irre zu führen, den Prinzen von Savoyen zu stürzen und für sich eine beträchtliche Geldsumme zu erwerben. Am 7. Dezember erfloß das Urtheil:.Tedeschi solle Anderen zur Abschreckung und ihm selbst zur gerechten Strafe auf dem neuen Markte durch zwei Stunden an den Pranger gestellt, dann mit dreißig Ruthensireichen von der Hand des Henkers ausgepeitscht und hierauf auS allen Staaten des Kaisers für ewig verbannt werden. Dieses Urtheil wurde auch am 12. Dezember 1719 unnachsichtlich an ihm vollzogen. Das Urtheil des Grafen Ntmptsch lautete: Er werde seiner Stellen eines kaiserlichen Kämmerers und HofratheS entsetzt, zu zweijähriger Festungsstrafe und zu ewiger Verbannung von Wien uud allen Orten, an welchen sich das kaiserliche Hoflager eben befindet, verurtheilt. Die große Strenge, mit welcher gegen Tedeschi vorgegangen wurde und der Umstand, daß Graf Ntmptsch, obwohl er der Schwager des allmächtigen Günstlings des Kaisers, des Grafen Althan war, unnachsichtlich zur Verantwortung gezogen wurde, übte einen so nachhaltigen Eindruck auf Eugens Gegner aus, daß sie nie mehr den Versuch wagten durch Verleumdungen beim Kaiser seine Stellung zu erschüttern und der Prinz bis an sein Lebensende j im Besitze seiner hohen Aemter und der höchsten kaiserlichen Gunst blieb. Prinz Eugen hatte drei Kaiser überlebt. Er starb im Jahre 1736 plötzlich, im Alter von dreiundsiebzig Jahren. — Sein ruhmgekrönter Name wird ewig in den Annalen Oesterreichs und in der Welt- und Kriegsgeschichte fortleben. Samson Wertheimer blieb das Glück und die Gunst feines Kaisers bis zu seinem Lebensende treu. — Wertheimer war das verkörperte Ideal eines gesetzestreuen Juden. Er vereinigte reinste Menschenliebe, tiefste Religiosität, höchste Klugheit, reichstes Wissen, bewundernswerthe Fähigkeiten, beispiellose Opferwilligkeit mit staunenswerther Energie und Unermüdlichkeit. Er benutzte seinen großen Reichthum, sowie seinen großen Einfluß, in bester, schönster Weise. Er hat während feiner Lebensdauer mehrere Millionen, wohlthätigen und religiösen Zwecken gewidmet und noch heute bestehen grobe Stiftungen, welche er theils bei Lebzeiten, theilS letztwilltg ins Leben gerufen. Samson Wertbeimer war der mächtigste Beschützer seiner gedrückten Glaubensgenoffen. Zahllosen Menschen hatte er Wohlthaten erwiesen. Kein Dürftiger — welcher Confesfion er auch angehören mochte — hatte sich je vergeblich um Hilfe an ihn gewendet; vielen hunderten Vertriebenen hatte er eine neue Heimath verschafft, viele Gelehrte fanden in seinem Hause ein Asyl, wo sie sorgenfrei ihren Studien leben konnten, zahlreiche Gemeinden wären ohne seinen Schutz und seine Fürsprache durch die blinde Wuth des Pöbels oder den finstern Glaubens¬ und Menschenhaß der Machthaber vernichtet worden; zahlreiche Ghetti, zahllose Synagogen, welche den verheerenden Elementen zum Opfer fielen, wurden durch seinen Einfluß, seine Munificenz neu aufgerichtet. viele Stätten der Gottcslehre verdanken ihre Entstehung und Erhaltung seiner Großmuth, viele religiös-wiffenschaftliche Werke gelangten nur durch seine Fretgibigkeit zum Drucke, zur Verbreitung, auf die Nachwelt. Schon sein Dasein allein gereichte seinen zeitgenössischen Glaubensbrüdern zum höchsten Nutzen. Daß es zu einer Zeit, wo die Bekenner des einigeinzigen GotteS zu totaler Rechtslofigkeit verurtheilt, der Willkür der Fürsten und oft genug der Raublust des wilden, zuchtlosen, grausamen Pöbels preisgegeben waren, daß es, zu einer solchen Zeit, Einen unter ihnen gab, der sich durch Gottes Hilfe zu einer so beispiellosen hohen Höhe wie Samson Wertheimer emporgeschwungen; daß Samson Werthetmer der Liebling dreier deutscher Kaiser, der mächtigsten Herren auf dieser irdischen Welt, gewesen und bis an sein Lebensende geblieben, mußte den zahllosen Judenfeinden jener Zeit einen heilsamen Respekt einflößen, den Juden aber als ein halbes

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