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Der Israelit · 1893-04-17 · Heft 31 (17.4.1893) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 31 (17.4.1893)
Date
1893-04-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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-W 586 Unterstützungen 12,140 fl., für Btldungs- und Humanitäts-Anstalten 3115 fl, für Stivenden 600 fl. verausgabt. Der Revistons- und Rechenschaftsbericht wurden genehmigt. In Folge Aufforderung der Regierung wurde für die in Wien zu errichtende jüdisch-theologische Lehranstalt eine Subvention von jährlich 1000 fl., zunächst für 10 Jahre, bewilligt. Der Voranschlag für 1893 weist 51,027 fl. Einnahmen und 50,408 fl. Ausgaben aus: der Ueberschuß wird für den entfallenden Antheil der erwähnten Subvention verwendet werden. Ein Antrag des Curatoriums wegen Einführung einer Oberaufsicht über den Religions- und Bibel-Unterricht in den jüdischen Gemeindeschulen durch eigens hiezu bestellte, fachmännisch gebildete Vertrauensmänner, um einerseits auf die Förderung und Hebung dieses Unterrichtes hinzuwtrken und andererseits der Verwaltung des Fonds eine statistische Basis für die richtige Verwendung der Schulsubventlonen zu gewinnen, wurde nach einer längeren Debatte grundsätzlich angenommen, die Bestellung der erwähnten Fachmänner jedoch der nächstjährigen Delegirten-Versammlung Vorbehalten. Bis dahin wird das Curatortum ermächtigt, geeignete Persönlichkeiten mit diesem Amte zu betrauen. Baja. Herr Markus Leopold Fischer hat derThiesigen Gemeinde 40,000 fl., der Eip man 10,000 fl., den Armen 10,000 fl., dem jüdischen Frauenverein 10,000 fl., dem christlichen Frauenverein 500 fl., der römisch-kath., lutherischen, reformirten und griechisch-orientalischen Gemeinde je 500 fl. gespendet. Rumänien. Bukarest, 14. April. Eine in Braila abgehaltene Versammlung israelitischer Reservisten richtete an den König eine Petition, in welcher sie den obersten Kriegsherrn um Schutz gegen die auch auf rumänische Soldatenktnder israelit scher Konfession sich erstreckende Beschränkung des unentgeltlichen Unterrichts bittet. Bukarest, 15. April. Der hier tagende nationale Sozialtstencongreß erklärte sich für die politische Emanctpation der rumänischen Juden. Bukarest. Wie der Bukarefter „Romanul" meldet, hat Baron Hirsch drei Millionen Franks für die Gründung von Gewerbeschulen in Rumänien gespendet. > Vermischtes. Frankfurt a M Der Herzog von Meiningen hat dem Generalsekretär der deutschen Hypothekenbank, Herrn Dr. Otto Speier das Ritterkreuz erster Klaffe des Ernstinischen HauSordenS verliehen. Stuttgart. Der diesjährige Michael Beer-PreiS-Berlin wurde einem hiesigen Herrn, dem jungen Bildhauer Marx Levt unter S Bewerbern zuerkannt. Feuilleton. „Mrstengunst." Erzählung von G. Kohu, Beriaffer von »Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufS Strengste verfolgt werden. UebersetzungSrechte Vorbehalten. (Schluß.) Die beiden Schwäger, Rafael Fränkl und Perez Markbretter, lebten in glücklicher, gottgesegneter Ehe und wurden von ihren Gallinnen mit körperlich und geistig reich begabten Kindern beschenkt. Die beiden Familien haben sich bis in die Gegenwart erhalten. Die Nachkommen Fränkls, oder wenigstens ein Thetl derselben, hat diesen Namen in Frankl umgeändert und es gab und gibt viele Männer, welchen diesen Namen mit hohen Egren tragen und trugen. Was die andern Haupt-Personen unserer Erzählung betrifft, gehören die meisten derselben der Weltgeschichte an. Kaiser Karl VI. starb 1740 in seinem fünfundfünfzigsten Lebensjahre in der Hoff iung, durch die pragmatische Sanktion, das Ziel seines ganzen Lebens erreicht, seinem einzigen Klnde, seiner Tochter Maria Theresia die Erbfolge gesichert zu haben, allein dieselbe wurde nach seinem Tode vielfach angefochten und die Kaiserin Maria Theresia hatte lange und schwere Kämpfe zu bestehen, um ihr Valererbe zu vertheidigen. Die Erzherzogin Maria Josefa lebte mit ihrem Gemahle August den dritten, der 1733 zum König von Polen gewählt wurde, in glücklichster Ehe und beschenkte ihn mit fünfzehn Kindern. Trotzdem ihr Gemahl vor seiner Vermählung in einer Renunciationsurkunde allen Ansprüchen auf die österreichischen Erblande entsagt hatte, erhob er dennoch 1741 Ansprüche auf dieselben, allein die ebenso edle und tugendhafte, als kluge und energische Maria Josefa gönnte ihrer Cousine Maria Theresia neidlos die Kaiserkrone und überredete ihren Gatten nicht nur, schon im Jahre 1742 allen Ansprüchen zu entsagen, sondern veranlaßte ihn 1744 und 1756 zu einem Bündnisse mit Oesterreich. Die allverehrte Fürstin starb vtelbetrauert in ihrem achtundfünfzigsten Lebensjahre 1757 in Dresden. Markgraf Friedrich Wilhelm von Ansbach starb 1723. Die Geschichte stellt ihm ein wohlverdientes, schlechtes Zeugniß aus, ihr Urtheil lautet : Er war kein guter Regent, die Stände deS Landes wurden ganz bet Sette geschoben, Hofbachanalien wechselten mit großen Jagden, überall herrschte rohe Willkür. Prinz Eugen von Savoyen chatte zur Zeit, in welcher unsere Erzählung abschlteßt, den höchsten

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