Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1893)
- Date
- 1893-04-13
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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574 aus dem „rührenden" Geleltgedichtchen, in dem uns die „maulkorbtragenden Hunde Egyptens" vor Augen geführt werden — welche sich vielleicht ein räudiger Rezensent anlegen soll — entnommen, dak der Verfasser nock Jude ist, so wären wir in die Versuchung gerathen, zu glauben, wir hörten einen Pfefferkorn und Consorten, die sich über das Buch Hiob und den Sohar lächerlich machen wollen. Und in der That, der Herr Verfasser macht sich selbst nicht nur lächerlich, sondern noch mehr-. Es widerstrebt unserem Gefühl der Ehrfurcht vor der heiligen Schrift weiter auf all den angehäuften Unsinn einzugehen, der uns auf jeder Seite entgegenstarrt. Zur Ehre des schon erwähnten ersten Herrn Rezensenten glauben wir jedoch annehmen zu dürfen, daß er jenes Büchelchen nicht gelesen und nur aus Mitleid mit dem Verfasser es anqepriesen; aber dieses Mitleid war an unrichtigem Orte, vielmehr hätte auf den ohnedies schon genug geprüften Dulder Hiob Rücksicht genommen werden sollen. Denn, wenn der Verfasser des Buches Hiob das leider 77 Seiten umfassende Merkchen tnn tin gekannt hätte, würde er sicherlich dem armen Hiob auch eine Klage für ein solches ihm zugefügtes Leid, wie jene Commentirung es verursacht, in den Mund gelegt haben. Ja, wir wollen noch weiter gehen und sagen, daß Hiob nicht den Tag seiner „Geburt", sondern jene Ausgeburt eines solch phantastischen Geistes verwünscht hätte! L. . Armer Hiob! München. Vermischtes. W. 8. Amsterdam. Am ersten Peßach-Festtage, den 1. d. M. um 9 Uhr Morgens hat der Tod eine theure, würdige jüdische Frau plötzlich hinweggerafft. Rebecka Heymann, Gattin des rühmlich bekannten Herrn Jsaac Heyma^n, Obercaniors der israel. Gemeinde in Amsterdam ist nicht mehr. Ins Festgewand gekleidet, mit dem Machsor in der Hand, zur Synagoge gehend, wurde sie von Gott ins Jenseits, dt? 3ia 173^ einberufen. So hat sich durch den unerforschliche», weisen Rathschluß Gottes dieser Festtag für die Hinterbliebenen zu einem Jammertage gestaltet 73N7 ai"’a. — Wer die Verblichene genau gekannt hat — und deren sind viele —, der muß bezeugen, daß sie eine -IN n^N im edelsten Sinne D’rPN o , D'rpN in ob? , riNnan ra piaan^ layan ampi . jdjh Nim inrn nnjD «tpnp Nv"p man ,djh pD53 D’nm ,.->7N!3 nj/ntsa oncci' 7y nra hin 1N^; visn by nmn7 aaasra vn atsw an'3 mma?y '17a N'.rn 7>1>N7I1 Iipan 'I 1N1N yyrn O'N-NN 7N iariN warn rwann rrtsvn ihn by nma rvn nINn mix 7i7-prn bw "i"iB3 a’y7ajm ’t^cnn a~Nn 13 attnpats' ’t^cnn manm nyun i7 pNty aan pND 3"n naui ,m7 annran ana’wn N"3 131 7W\y 1TN 33y.3 pi slINN PJ/Un N 3 IDty 1VD l'NL' nnrn7 nntpn by , iaa7 moj/7 3"J rw .vjrw niyaa rma pam .vjhn mya n"3 1ayy nya yyunn7 roenn i7 u. s. f. .inrn vby “laN’tp dw apu rosrten des Wortes,igewesen, ein würdiger Sprosse unserer^Stamm- Mutter Rebecka, deren Namen sie trug Eine treue Gattin H7ya may, eine aufopfernde Mutter ihren Kindern, war sie zugleich eine Mutter der Armen und Hilflosen, die bei ihr Jahr aus. Jahr ein, Schutz und Hilfe suchten und fauden, sie waren „ihre Hausgenossen". Was sie ihnen nicht immer leisten konnte, schaffte sie ihnen im Wege von Sammlungen, die sie veranstaltete. Wie viele Tausende von gebeugten Herzen hak sie in ihrem Leben aufgerichtet! Daß sie eine wahrhaft jüdische fromme Frau gewesen nD’7n iTDiy nrra braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden. Zu erwähnen ist noch, daß die Verblichene vor mehreren Jahren durch ihren großen Einfluß und unermüdlichen Eifer die Bildung einer Reformgemcinde in Amsterdam, die bereits zum Beschluß erhoben worden und der Ausführung sehr nahe war, vereitelt und so den altehrwürdigen ' orthodoxen Ruf der Gemeinde erhalten hat. Der unvergeßliche 7"? |jnnj;7 na’py 'l bezeichnete sie einmal in einer öffentlichen Versammlung als „eine Zierde des Judenthums." Im Sterbehause hörte man Hunderte von Armen weinen und schluchzen. An dem Leichenbegängnisse nahmen Tausende, Juden sowohl als Christen Theil, die Geschäfislokale längs der Straßen, durch welche sich der Zug bewegte, waren geschloffen und die Rouleaux der Fenster herabgelasse». Frau Heymann war die Tochter des sel- Elieser Göttinger, eines Schülers Rabbi Akiba Eger's 7"y?. Ersterer war ein eben so gelehrter als wohlthätiger Mann und seit der Emancipation der Juden in Deutschland einer der ersten jüdischen Advokaten und stand im allgemeinen^Ansehen. Mit dem Gebete aufjden^Lppen, im Dienste des heiligen Gottes hauchte sie ihre edle Seele aus. Möge der Allgütige die trauernden Hinterbliebenen stärken und aufrichten, Balsam in ihre wunden Herzen träufeln und mögen sie Trost in den Worten finden: -jmaa h üfff np7 'm jru m „Der^Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gelobt." Für. den folgenden Theil ist die Redaction fnicht verantwortlich. Nicht oft genug können wir unfern Lesern, welche gewiß häufig in der Lage sind, Geschenke zu machen, als für jeden Zweck passendes, würdiges Geschenk die im Verlage von Sieg fr. Cronb a ch in Berlin erschienene „Israelitische Haus- «ttfc Familien-Chronik" von Prediger Lion Wolff empfehlen. Hochelegant gebunden. Quartformat in Goldschnitt. Preis M. 12.—, in Kalbleder mit Goldschnitt und Schloß M. 15.—. Ein treuer Führer von der Wiege bis zum Grabe, soll dieses werthvolle Werk die Freude und den Schmerz einer Familie in sich bergen, soll es in frohen Augenblicken uns erheben, in einsamen Stunden uns trösten und stärken. Die Jugendzeit der Verlobten, der Brautstand, die Trauung, die Hochzeit, das Familienhaus, unsere Kinder, Barmizwa, der Tod und die Jahrzeit — so lauten die interessanten Ueberschriften der einzelnen Theile des Buches. Der Verleger hat für die Abonnenten jüdischer Zeitschriften den Preis auf 8 M. resp. IO M. herabgesetzt, doch müssen Besteller die Adonnementequittung einsenden.