Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1893)
- Date
- 1893-04-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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® ' ' ’ ' y 559 fristen vermöge, sondern durch alles, was dem Munde Gottes entströmt, leben könne der Mensch. Dein Kleid ist dir nicht abgealtert und dein Fuß nicht geschwollen nun vierzig Jahre. So behalte nun die Erkenntniß fest in deinem Herzen, daß wie ein Mann seinen Sohn erzieht, also Gott dein Gott dich erziehe und hüte die Gebote Gottes, Deines Gottes, in seinen Wegen zu gehen und ihn zu fürchten, wenn Gott dein Gott dich nun hin zu einem guten Lande bringt, zu einem Lande voll Wasserströmen, Quellen und Fluthen, die im Thale und im Gebirge Hervorbrechen: Hast Du dann gegessen und hast dich gesättigt, so segne Gott deinen Gott für das gute Land, das er dir gegeben. Hüte dich, daß du Gottes, deines Gottes nicht vergessest, seine Gebote, seine Rechtsordnungen und seine Gesetze nicht zu hüten, die ich dir heute gebiete. Du könntest essen und dich .Mtigen, gute Häuser bewohnen, deine Rinder und deine Schafe könnten sich vermehren, Silber und Gold sich dir mehren, alles wtö du hast, sich mehren und dann könnte hochmüthig werden dein Sinn und du Gottes deines Gottes vergessen, der dich aus dem Lande Mizrajim geführt hat" u. s. w. (V. B. M. VIII B. 2—14.) Als aber Israel diese Mahnung nicht beherzigte und Gott nicht diente, mo 33b 31031 nnoaa $3, „in Freude und in Herzensglück bet der Fülle an allem" (V. B. M.. 28, 47), da wurde es wieder in die Wüste gewiesen, in die D’oy -ono, die Sol* ker-WMe, wie das Prophetenwort die Verbannung und Zerstreuung Israels bezeichnet. Fast zwei Jahrtausende lebt es fern von seinem heimischen Boden und sollte von Neuem die Leidensschule durchmachen, »jiyo minn rin üvp^>, die Thora in Armuth aufrecht zu erhalten, um endlich fähig und reif für das Hochziel der Gottesbesttmmung zu werden, -i*ny3 no’pS sie auch im Vollbesitz aller Lebensgüter zu erfüllen. Diese Armuths-Probe hat! Israel achtzehn Jahrhunderte hindurch glänzend bestanden. Alles, woran das Glück der Menschen hängt, Leben, Ehre, Geld und Gut, alles hat es ohne Bedenken fort und fort hingegeben, um die Thora sich zu erhalten, und es hat sie in einem Druck, unter einer Verkümmerung sondergleichen glänzend aus allen Fahrnissen gerettet. Da hat 1) Indem hier die einzelnen Gegenstände, aus denen sich der Reichthum zusammensetzt, aufgezählt werden: Viehstand, Silber und Gold und dann noch einmal hinzugefügt wird, H3T “]> "itPX >31, findet R. Mosche Alschich die Wahrheit angedeutet, der wir oben Ausdruck gegeben. Wenn der Reiche Heerden, Gold und Silber angehäuft hat, dann vermehrt sich bei ihm nicht nur dieses, sonvern alles, auch das, was er thatsächlich nicht besitzt, Weisheit, Bildung, Erleuchtung, alles das sucht und findet die große Masse bei ihm, und er selber schreibt sich diese Güter jedenfalls um so bereitwilliger zu, je weniger er sie thatsächlich besitzt. vor hundert Jahren der Vater der Menschheit in den Gestern und Gemüthern der Volker den jGeist der Freiheit, der Gleichheit und Brüderlichkeit geweckt. Von ihm erfüllt, traten Fürsten und Völker auch an Israel heran, lösten seine Fesseln, bannten die alten Vorurtheile, gaben dem geächteten Bruderstamm die Menschenrechte wieder, stellten ihn gleich mit allen anderen Bürgern und gewährten ihm seinen vollen Antheil an allen Gütern des Lebens. Jetzt sollte es sich entscheiden, ob wir auch die Probe, die schwere Probe endlich bestehen würden, die der Reichthum für Erhaltung der Thora mit sich bringt. Wir haben sie schlecht bestanden, wir bestehen sie bis auf diesen Tag nicht. Die Erlösung von staatlichem Druck, von socialem Vorurtheil faßten wir als eine Erlösung von der Befolgung des Gottesqesetzes, die bürgerliche Emancipation als eine Emancipirung von den Anforderungen der Thora auf. Für die htngegangene Zeit des Drucks, beredete man sich, sei die Thora am Platze, berechtigt und nothwendig gewesen, für diesen Anbruch einer neuen, lichteren Zeit sei sie veraltet und werthlos. Der offene Abfall von der Thora und ihren Satzungen, dem ganze Gemeinden huldigten, in den schon die dritte Generation zu verfallen droht, hat gezeigt, 1233^ oy -ff« nx, wie es mit unserem Herzen bestellt ist, daß wir für die Feuerprobe des Reichthums die Reife nicht besitzen. Was wird die Folge dieser traurigen Verirrung sein? Wüßten wir es nicht aus den Sprüchen der Väter, jeder Tag, jede neue Erfahrung müßte uns mit unabweisbarer Dringlichkeit nahe legen: ’jiys ibid iffiya minn nx bv3v.i ^3. „Wer die Thora aus Reichthum nicht erfüllt, wird sie noch einmal aus Armuth nicht erfüllen." x'3v n3"pn pDiy uw rnira pioy*> i^> -upbx» bj inix p3iyi pyoo piv' i^y „Wer sich mit der Thora beschäftigen könnte und beschäftigt sich nicht mit ihr, über den verhängt Gott betrübende Züchtigungsmittel, die ihm die Heiterkeit des Lebens trüben. (Berachoth Fol. 5. a.) Jeder Tag bringt von allen Richtungen der jüdischen Diaspora Nachrichten von solchen betrübenden Erziehungsmitteln. Jeden Tag hallt vom Horeb der Klageruf, welche der kränkenden Mißachtung der Thora gilt, sollten wir wirklich für die Dauer den tiefen, inneren Zusammenhang verkennen, der zwischen diesen beiden Mahnungen besteht, und nicht endlich die Wahrheit begreifen und beherzigen, die aus diesem Spruche der Väter zu uns spricht: itriyD no”pb ibid >ryo minn nx D”pon ^>3 .'jiyD n^03> ibid ntnyo minn nx ^D3an bi