Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 29 (10.4.1893)
- Date
- 1893-04-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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wh o*o »fr© by bmv yyi n*m;frfri ddi* jut vtotqi .nfrsr n»v’ ws ^3i bw nb irfryi inya in’ ins Rabbt Jehoschua den Levi sprach: Folgendes steht in der Thora geschrieben, ist wiederholt in den Propheten und findet sich zum drittenmal in den übrigen Schriften: „Wer sich mit der Thora beschäftigt, dem bringen seine Güter Gelingen." Es steht in der Thora geschrieben: Hütet die Worte dieses Bundes und erfüllet ste, damit ihr die rechte Einsicht gewinnt für alles, was ihr thut. Es ist wiederholt in den Propheten; denn es steht geschrieben: Nicht weiche dieses Buch der Thora aus deinem Munde, du sollst darin sinnen Tag und Nacht, damit du hütest, alles zu erfüllen, wie alles darin geschrieben steht, denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen und dann wirst du die rechte Einsicht haben. Es ist zum drittenmale in den Hagiographen wiederholt; denn es steht geschrieben: Denn wer nach der Thora Gottes sein Verlangen hat und in seiner Thora sinnet Tag und Nacht, der wird wie ein Baum an Wasserbächen gepflanzt, der seine Frucht zu seiner Zeit giebt, dessen Blatt welkt nicht, alles was er thut, gelingt. Hier wird an die Beschäftigung mit der Thora ebenfalls nicht der Besitz von Gütern geknüpft, sondern daß die Güter, die bereits vorhanden sind, ihrem Besitzer Gelingen bringen. Aus den angeführten Belegsätzen ergiebt sich dieses Gelingen als die rechte Einsicht für die Verwendung derselben. In der That entscheidet über den Werth unserer materiellen Güter lediglich die Art und Weise ihrer Verwendung, nicht ihr bloßer Besitz. Dieser Besitz beruht in vielen Fällen auf offenkundiger Selbsttäuschung. Viele von denen, welche ein Vermögen von Hunderttausenden besitzen, sind von diesem ihrem Gelde besessen. Nicht ste sind die Herren ihres Geldes, sondern ihr Geld beherrscht ste, treibt sie in die Rennbahn, in welcher der heiße Kampf ums Dasein ausgefochten wird, furcht ihnen die Stirne, ballt ihnen für diesen Kampf die Faust, schnürt ihnen das Herz zusammen und erniedrigt sie zu Kreaturen, deren ganzes Sinnen und Trachten, deren Denken und Hoffen auf Geld und nur auf Geld gerichtet ist. Herr über sein Geld ist nicht derjenige, der cs in feuerfestem Schranke liegen hat, sondern derjenige, der es herausnehmen und nach dem Willen Gottes verwenden kann. Derjenige, der auf Geld und Gut verzichten kann, wenn die Art und Weise seines Erwerbes dem Willen Gottes zuwiderläuft, wenn der Fluch und die Thräne eines Verkürzten und Ucbei vortheilten daran klebt, wenn es durch Uebertretung der Ribbisgesetze, durch Entweihung von Sabbat und Feiertage errungen werden soll, der zehn Procent seines Gewinnes als Maaser von seinem Gelde abscheiden, und damit der Noth, der leiblichen und der geistigen, seiner darbenden Mitmenschen entgegen treten kann, der bekundet durch diese freie Verfügung über sein Geld, daß er es thatsächlich besitzt und beherrscht. Dem werden seine aufgehäufren Lebensgüter nicht zum Fluche, dem bringen ste Gelingen. Diesen vollen Besitz, diese unbeschränkte Herrschaft über das Geld, das sonst alle und alles beherrscht, erlangt man durch die Beschäftigung mit der Thora. Das Vertiefen in sie, das fortwährend aufs Neue sich Durchdringen mit ihren Wahrheiten führt dazu, den darin niedergelegten Gotteswillen als das einzige, höchste, absolute Ziel alles menschlichen Strebens zu erkennen und anzuerkennen. Unsere Wünsche und Hoffnungen bekommen dadurch eine ganz andere Richtung. Wir sind reich und beglückt, wenn es uns vergönnt ist, den Willen Gottes zu erfüllen, wie auch unsere äußeren Verhältnisse sich gestalten mögen. Sie sind eben etwas äußerliches, das den inneren Kern unseres Lebensglückes nicht berührt. Wir wären arm, unsäglich arm, wenn wir bet allem äußeren Glanz ein Leben lebten, das sich in Bahnen bewegt, die dem Willen Gottes zuwider find. irnpn mins poiyn ^>3 wen 13 njH3x 31 idk issn 'n mina dn '3 nctotf vxsn fr nany Rab Abdimt bar Chama lehrte: Wer sich mit der Thora beschäftigt, dem gestaltet der Heilige, gepriesen sei er, seine Wünsche, so ist es gesagt: in der Thora Gottes liegt sein Wunsch. Es ist hier zunächst nicht gesagt, daß die Wünsche der sich mit der Thora Beschäftigenden erfüllt werden, sondern daß die Wünsche, die ein der Thora sich Hingebender hegt, von Gott ihm eingegeben und gestaltet werden. Sind aber seine Wünsche Gottes Wünsche und Gottes Wünsche seine Wünsche, so liegt darin auch die Garantie ihrer Erfüllung, nxi ntry' .wv psn oyvri'i yv«" onyiff „Gott gestaltet den Willen seinen Verehrer, (deßhalb) erhört er auch ihr Flehen und hilft ihnen" (Ps. 145. 19.) Wenn dem von Gott begnadeten Fürsten, das was seine Lippen erbitten, nicht versagt wird, so beruht auch diese Erhörung nur darauf, daß die Wünsche eines wahrhaft königlich fühlendem Herzens, ihm von Gott eingegeben, also Gotteswünsche sind. (Ps. 21. 3.) 13^ mxn .fro nyjo bn vnsw ntoo fr nnru. Wer mit der Thora im Herzen, neben der Erfüllung ihrer Pflichten im Leben noch den Mangel an irdischen Gütern empfindet, und so sehnsüchtig auf den Reichthum anderer schielt, der mag Thora lernen, Thora kennen, aufrechtzuerhalten sucht er sich, nicht sie. m»» *02 rfrx yD"pre> min nai yx yifry losy Aufrecht erhält die Thora in Wahrheit der, der wie Rabbi Jonathan ben Amram selbst das Leben für ihre Ehre hingibt. Ihm wird für diese Hingebung das Leben und seine Güter in so reicher Fülle zu Thetl, daß er als neue Bestätigung der alten Wahrheit dasteht: .imyv nD"ffr nsiD yo mwn nx o^pcn i>3 (Fortsetzung folgt.)