Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 27-28 (31.3.1893)
- Date
- 1893-03-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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- Aurich 1× ep/1044059
- Emden 1× ep/1044505
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512 erst die volle Bestätigung und die rückhaltlose Zuversicht für alle Zukunft. wty noy "o^a nnx >6t£> irrvcx^ mojw »vn «mpm lrmba? irby onoiy Tm nn b22w k1?« irnfo^ .dtö i^’XD wn iro ZeitungSuachrichte» «nd Correfpoudenze«. Deutschland. Breslau, 22. März. Die „Kreuz-Ztg." schreibt: Wie authentisch mitgetheilt wird, hat Fürstbischof Dr. Kopp zu den zu seiner Begrüßung auf dem oberfchlesifchen Bahnhofe erschienenen Rabbinern Dr. Rosenthal und Dr. Guttmann geäußert: „Ich freue mich außerordentlich, daß auch Sie erschienen sind. Seien Sie versichert, in meinem Bezirk wird der konfessionelle Friede gewahrt bleiben, ganz wie es bisher gewesen ist." > vermischtes. < Mainz. Im Verein zur Unterstützung und Erziehung mittelloser Waisen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Mainz betrug die Zahl der Pfleglinge im abgelausenen Vereinsjahre 41 und hat sich demnach gegen das Vorjahr um 3 vermindert. Für Verpflegungskosten wurden 6804,95 Mark verausgabt. Einige der Schule entwachsene Kinder wurden in passende Lehrstellen auf Kosten des Vereins untergebracht, und wird auch künftighin das Augenmerk des Vorstandes darauf ge« richtet sein, soweit es im Rahmen der Satzungen liegt, den Waisen die Grundlage für ihren künftigen Lebensunterhalt zu verschaffen. Die Einnahmen betrugen 8974 Mk., die bis auf 1796 Mk. verausgabt wurden, an Geschenken gingen 2660 Mk. ein; der Kapitalstock einschließlich des Reservefonds beläuft sich auf 149547 Mk. — Um die in Emden zu besetzende Landrabbinerstelle haben sich 21 Herren beworben. Bis zur Neubesetzung des Rabbinats, das die Regierungsbezirke Osnabrück, Stade und Aurich umfaßt, ist von dem Regierungspräsidenten zu Osnabrück Herr Landrabbiner Dr. Gronemann beauftragt worden. Gailingen, 26. März. Am 23. und 24. fand die öffentliche Schlußprüfung an der hiesigen Handilsschule statt, die zur großen und freudigen Ueberraschung des überaus zahlreich anwesenden Publikums sehr günstig ausgefallen ist und haben sich die von dieser neuen Anstalt erhofften Erwartungen vollauf bewährt, so daß derselben ein günstiges Prognoftikon für die Zukunft gestellt werden kann. Gemmingerr. C?mo Jubiläum) Aus Baden wird uns geschrieben: Nächsten nDETiD"nn werden es 2"> 3at)xe, daß unser Gemeinde-Mitglied, Herr Hermann Hanauer, Schwiegersohn des Rabbi Lob Ettlinger >"> in Mannheim, zum ersten Male sein heiliges Amt als?niD selbstständig ausüble, und zwar in hiesiger Gemeinde. Der Jubilar ist der des ganzen Bezirks und wird auch oft nach größeren Entfernungen berufen. Herr Hanauer erfreut sich sowohl in hies. Orte, als auch in seinem sonstigen großen Bekanntenkreise, seiner echten Religiosität, Rechtlichkeit und Bescheidenheit wegen, allgemeiner Achtung und Beliebtheit. Möge ihn Gott weiter in seinen Schutz nehmen. Weiffenbrrrg i. E., Der Oberstabsarzt I. Klasse und Regtmentsarzt im Jnf.-Reg. Nr. 60 Dr. Anselm Oppler, ' ) welcher einer alten Rabbinerfamilie in Glogau entstammt, ist am 5. d. M. verschieden. Derselbe hat in seiner Jugend talmudische Studien getrieben und mit einer größeren Arbeit „Die Medizin im Talmud" Zeugniß seiner talmudischen Kenntnisse gegeben, n"33:n. Feuilleton. > Die drei Kronen. •*- Von H. Berger. (Alle Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) II. Der alte Benjamin saß behaglich in seinem Wohnzimmer, ein langer, weicher Schlafrock umhüllte seine schmächtige Gestalt, neben ihm stand seine Tochter Rachel, ein Mädchen von achtzehn Jahren, welche seit dem vor drei Jahren erfolgten Tode ihrer Mutter, den Haushalt des Vaters selbständig leitete. Und das war nicht leicht. Der Haushalt eines Juden auf dem Lande ist ein gar complizirter Mechanismus, der an die Vorsteherin hohe Anforderungen stellt. Eigene Oekonomie und Viehzucht, Vtehhandel, außerdem Frucht, Mehl, Dünger, selbst Holz und Eisen waren die Artikel, die Benjamin führte und deren Verkauf in seiner und seiner Söhne Abwesenheit der Tochter Rachel oblag. Das Gesinde und die Taglöhner hatte sie ebenfalls zu beaufsichtigen und so kam es, daß Rachel stets Arbeit in Fülle hatte. Trotzdem sah man ihr nicht an, welch schwerem Amte sie Vorstand. Immer war sie heiter und vergnügt, und wenn ihr Vater und ihre Brüder des Abends nach Hause kamen, fanden sie ihr Heim so behaglich und gemüthlich, wie sie es sich nur wünschen konnten. Benjamin hatte oft Gäste, und diese waren alle entzückt von der Schönheit und Liebenswürdigkeit Rachels, voll des Lobes über ihre außerordentliche Gastfreundlichkeit. Und eist die Armen und Elenden des Dorfes! Sie hätten gar viel erzählen können von einem Engel, der manche Thräne getrocknet, manche Roth gelindert hat. Und von all diesen Werken der Barmherzigkeit erfuhr außer den Betheiligten niemand etwas. Gar manche Härte ihres Vaters wußte sie zu mildern, gar machen Aerger aber auch von ihm abzuwenden. Soeben hatte sie dem Vater einen kleinen Imbiß vorgesetzt, und auf dessen Frage, was heute im Hause vorgefallen sei, antwortete sie: „Es ist Geld eingegangen von G. in M." „Hat er alles bezahlt?" fragte Benjamin. „Nein, er schickt nur die Hälfte und bittet wegen der anderen Hälfte um Frist bis nach der Ernte. Seine Frau sei krank geworden, zwei fette Rinder seien ihm gefallen, und er sei momentan nicht im Stande mehr zu zahlen."