Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1893)
- Date
- 1893-03-23
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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79 wie alljährlich, unseren Bedarf mit fünf Zentnern bei den Bäckern bestellten, die sich mit dem Mehleinkauf und den Arbeitern hienach einrichteten. Nun kamen aber doppelte Ansprüche, denen in kurzer Zeit entsprochen werden sollte. Aber auch der Geldmangel trat hinzu. Denn wenn auch die vermögenden Einwohner von Jaffa an Spenden es in keiner Weise mangeln Hessen, und wenn auch die edlen Spender im Auslande, und ganz besonders das Amsterdamer Comite uns unterstützten, dennoch reichten diese Gaben kaum für die Hälfte unseres Bedarfs. Für uns handelte es sich jedoch zunächst nicht um Geld, sondern um Mazzoth. Die Bäcker mussten fortwährend soviel als möglich backen, und wir — mussten zahlen, was sie verlangten. Um dem Mangel abzuhelfen, erlaubte sogar unser Präsident, der ehrwürdige hiesige Rabbiner, bei Nacht zu backen. Schliesslich fehlte es auch noch an Mehl; die Preise der Mazzoth stiegen enorm in die Höhe, und Arme wie Reiche mussten auf Pessach zum Hungern sich bereit halten. In dieser höchsten Noth wandten wir uns nach Jerusalem telegraphisch um Hilfe, uns um jeden Preis Mazzoth zu schicken, welche denn auch thatsächlich am noa Mittag ankamen. Nun denket Euch, werthe Glaubensgenossen, unsere Lage in der Zeit, als unsere Brüder tagtäglich von uns Mazzoth verlangten, — und als diese endlich ankamen, verbrachten wir einen 'ganzen Tag mit der Vertheilung. Sogar noch während der Halbfeiertage kamen Leute aus Ramleh und anderen kleinen Plätzen in unserer Nähe und baten um Mazzoth. So hatten wir nicht einmal während des Festes Ruhe. IV. Durchreisende. In dieser Beziehung haben wir tagtäglich saure Arbeit mit Denjenigen, die ein- und auswandern. Die Almosenpfleger im heil.-‘Lande schicken ihre Armen an die Grenze, d. h. bis Jaffa, mit der Versicherung, dass ihnen dort weiter geholfen werden? wird. So kommen diese Armen schaarenweise zu uns, umlagern unsere Kasse, verfolgen uns in unsere Wohnungen und lassen uns keine Ruhe vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Auf diese Weise wird diese Seite unserer Thätigkeit die schwierigste und unangenehmste, und trotzdem können wir kaum den zehnten Theil von dem bieten, was von uns beansprucht wird. Es wäre daher nichts mehr als billig, dass an allen Plätzen, wo Sammlungen zu Gunsten der aus ihrer Heimath vertriebenen Glaubensgenossen vorgenommen werden, ein Theil der gesammelten Gelder für obigen Zweck uns zufliessen möchte. V. Oertliche Bedürfnisse. Trotzdem dieser Punkt .nur unsere Ortsangehörigen angeht, die sich selbst von unserer Thätigkeit überzeugen können, wollen wir doch dieselbe auch hier erwähnen, damit unsere Glaubensbrüder im Auslande einen annähernden Begriff davon bekommen, was in den Bereich unserer Arbeit gehört. Ausser der ständigen Aufsicht über Schlachthäuser und Badeanstalten haben wir auch einen Verein unter dem Namen "DD« DHDPl man,/ gegründet, der in allen Sterbefällen das Nöthige zu besorgen hat, woran es bisher am hiesigen Platze vollständig mangelte. Diese und ähnliche Bedürfnisse durften wir nicht von der Hand weisen; wir haben ihnen vielmehr viel Zeit und Kraft gewidmet. VI. Schuldentilgung. Auch hier haben wir eine fortlaufende Verpflichtung, die schwere Sorgen macht. Wir haben zwar auch in der diesen Rechenschaftsbericht umfassenden Zeitperiode einen kleinen Theil unserer Schulden getilgt, aber auch nur einen kleinen Theil. Wir schulden nämlich: n. unserm 1. Rechenschaftsberichte 558 Gerusch ,, ,, 2. ,, ,, 18 527 ,,?» )) b. „ „_ 854 ,, zusammen 19 439 Gerusch Hiervon sind abgetragen ... 8 568 „ dann bleibt als Restschuld . . 15 871 Gerusch Th eure Glaubensgenossen! Verlasset uns nicht, helfet uns. unterstützet uns, reichet uns Eure hilfreiche Hand! Jaffa, 1. El ul 5652. Das Comite. (Folgen die Unterschriften Bilanz pro Ende September 1892. Einnahmen: Ausgaben: A. Für a 11gein. Zwecke Oerusch Para Aus hies. Stadt 14,352 10 Aus der Kolonie P’StJ pffJO 796 20 Vom Ausland 13,093 29 Summe A 28,244 19 B. Für das Krankenhaus. Aus hies. Stadt 4,364 00 Vom Ausland 51,^66 30 Summe B. 56,030 30 Gerusch Para F. d. Krankenhaus 49,692 26 Darleihen an Kranke . . . 1,047 00 Unterstützungen für nD3 . . 12,559 10 Für Durchreisende 1,477 16 Oertl. u. Vereinsbedüifnisse . . 17,154 00 Schuldentilgung . 3,571 20 Summa: 85,501 32 Zusammenstellung. Gerusch Para Summe der Ausgaben 32 Einnahmen :f“{ 28,242 Gerusch 19 Para 56,030 30 ,, 84,273 09 Rest: 1,228 23 Hiervon ab Gewinn an niso . .871 00 Restschnld: 357 23