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Der Israelit · 1893-03-23 · Heft 24 (23.3.1893) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 24 (23.3.1893)
Date
1893-03-23
Page
– (sequence 30)
Language
German
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verlangt sehr viel Wasser, and die Hauptschwierigkeit besteht in der Herbeischaffung desselben. Da man erfolgreich nur mit grossen Weinmengen operiren kann, wäre ein grosser Kübel Wasser nöthig, um den Most zu erkalten. Es wäre unerlässlico, dass man alles Wasser, über das man verfügt, in einem Becken vereinige und Versuche, seine Temperatur durch ein einfaches und billiges Abkühlungsverfahren herabzudrücken. Dieses Wasser könnte alsdann dazu dienen, mehrere Kufen auf einmal abzukühlen, und würde von Kufe zu Kufe fliessen, bis die Temperatur des Wassers derjenigen des gährenden Mostes gleichstände. Eine andere Frage nimmt unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Neuere Forschungen haben ergeben, dass, um die Weine eines beliebigen Landstriches zu veredeln, man sie vermittelst ausgewählter Hefen, welche aus den bekanntesten Weingegenden stammen, gähren lassen muss. Diese Art der Gährung würde die Weinbereitungskunst bedeutend verbessern. Ich will versuchen, im folgenden Jahre einige Proben dieser Art zu machen. Bei der Bereitung des Weines muss man in heissen Ländern in der Weinlese mit grosser Geschwindigkeit zu Werke gehen. Eine Verzögerung von nur wenigen Tagen verursacht während der Weinernte grossen Schaden. Die Weintrauben verlieren durch die glühende Hitze ihre Säure und Frische, und die Gährung ist wegen der zu grossen Zunahme an Zuckergehalt nur mangelhaft. Um schnell vorzugehen, muss man über bedeutendes Material verfügen können. Die sechs Kufen, welche wir besitzen, genügen uns nicht mehr. Aus diesem Grunde setze ich auf den Haushaltungsplan von 1892 die Summe von 3 940 Fr cs. für Kufen und andere Gegenstände, welche ich aus Ungarn kommen, oder in unserer Böttcherwerkstatt verfertigen lassen werde. X. Ställe. Wir fangen schon an, aus den dauernden Verbesserungen, die wir früher der Einrichtung der Ställe und der Wahl der Thiere angedeihen Hessen, Nutzen zu ziehen. Trotz des Verlustes einer Kuh aus Damaskus, die uns beinahe 500 Frcs. kostete, haben die Stallungen in diesem Jahre einen Reingewinn von 99 5,50 Frcs. ergeben; also den bedeutendsten, welchen wir bisher erzielten. Ich bin überzeugt, dass diese Zahl sich jährlich vergrössern wird. Wir besitzen ausgezeichnete Ställe für die Thiere und gute Milchkühe. Man muss ihnen eine kräftige Nahrung zukommen lassen. Die Kultur der Teosinta, der Runkelrübe und des Futtermais genügen uns nicht mehr. Sie ist nicht zu vergleichen mit derjenigen der Luzern, welche von hohem Nährwerthe ist und jährlich beinahe 10 Ernten giebt, ohne jemals das Terrain zu erschöpfen. Herr Hirsch hat in seinem Berichte vom vergangenen Jahre den Wunsch geäussert, ein Kleefeld zu schaffen, welches mittels eines Brunnens und eines besonderen Beckens bewässert werden sollte. Ich habe dieses Kleefeld anlegen können, indem ich mich der schon bestehenden Brunnen und Becken bediente. Es handelt sich darum, ein Wässerungsrad zu verfertigen, einige Kanäle anzulegen, einen Maulesel zu kaufen und den Erdboden umzugraben. Herr 8. H. Goldschmidt wollte die Kosten der Anlage jenes Kleebeetes auf sich nehmen, und wir könnten derselben noch eine Pflanzung von Maulbeerbäumen zu einem Versuche von Seidenbau anfügen. (Schluss folgt.) Dritter Rechenschaftsbericht des Remeindevorstandes in Jaffa für die Zeit vom Januar bis September 1892. (III. Fortsetzung und Schluss. *) III. Unterstützung mit fiiüfD und Wein für die Festtage. Was wir in dieser Hinsicht zu leisten hatten, davon macht sich schlechterdings Niemand einen richtigen Begriff. Wir haben wohl in diesem Jahre, wie immer bisher, mit den Mazzothbäckern Berechnung aufgestellt, wie viel sie für arme I Wittwen und Waisen aus hiesiger Stadt zu backen haben. Allein unsere Rechnung stimmte nicht. Während nämlich bisher für alle Kolo- *) 8. Nr. 468. nisten durch den Verein und durch den bekannten edlen Wohlthäter alle Bedürfnisse für das Passah-Fest geliefert wurden und auch Oefen in den verschiedenen Kolonien zum Mazzothbacken eingerichtet waren, hörte dieses plötzlich in diesem Jahre auf, und etwa vierzehn Tage vor Eintritt des Festes bestürmte uns ganz unerwaitet eine ganze Schaar von Kolonisten und bat um Lieferung ihrer Passahbedürfnisse. Die Folge dieses unerwarteten Ereignisses trat sofort zu Tage: Geldmangel und Mazzothmangel; Letzteres deshalb, weil wir anfangs,

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