Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1893)
- Date
- 1893-03-23
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ackerbauschule zu Jaffa im Jahre 18dl. (II. Fortsetzung.*) ►- — VI. Gemüsegarten. Der Gemüsegarten hat in diesem Jahre trotz der Missernte der Sämereien und der Erbsen- und Bohnenpflanzungen, 1100,20 Fr es. Nutzen eingebracht. Wir können mit diesem Ertrage zufrieden sein. Der Zweck unserer Gemüsepflanzungen ist, uns vor Allem Gemüse zur Ernährung von hundert Personen, Schülern und Arbeitern, zu verschaffen. Wir haben für 2307 Frcs. Gemüse verbraucht und für 2272 deren verkauft. Sobald die Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem in Betrieb gesetzt sein wird (was bekanntlich seit einigen Monaten bereits der Fall ist. D. Red.), wird es uns leicht sein, unsere Gemüse nach Jerusalem zu versenden und durch Anbau von Erstlingsgemüsen diesem Theile des Betriebes eine grössere Ausdehnung zu verschaffen. Augenblicklich sind unsere Hauptkunden für die Gemüse die Europäer in Jaffa. VII. Baumschulen. Unser Baumgärtner, Herr Gauthier, hat uns, wie im vergangenen Jahre, auch diesmal bewiesen, dass wir viele Pflanzen und Bäume gewinnen könnten. Die Schwierigkeit beruht nur im Absatz der erzielten Produkte. Ich werde in diesem Jahre versuchen, uns in Port Said, Alexandrien und Beiruth Absatzquellen zu schaffen. Wir selbst bedürfen, um für die Anpflanzung des neuen Orangengartens Schutzhecken anzulegen, zahlreicher Bäume, welche wir uns aus der Baumschule verschaffen werden. Wir rechnen auch auf Absatz in den neuen israelitischen Kolonien Palästinas. Aber das Verbot der türkischen Regierung betreffs der Landung der russischen Flüchtlinge hat unsere Hoffnungen ein wenig geschwächt. Die Bäume in der Baumschule entwickeln sich langsam, und bei vielen von ihnen wird es noch mehrere Jahre dauern (zwölf Jahre z. B. bei den Olivenbäumen), ehe sie ihren ganzen Werth erlangt haben werden und ehe sie auf ihren Bestimmungsort verpflanzt werden können. Man kann sich darum nicht wundern, wenn der Etat der Baumschule belastet zu sein scheint. •) 8. Nr. 466. Die Baumschule ist der Lieblingsaufenthalt der Schüler. Da arbeiten sie am liebsten, da verbringen sie ihre Messeständen, um zu beobachten und zu lernen. Durch die grosse Verschiedenheit ihrer Pflanzenarten ist sie fast ein botanischer Garten geworden. Wenn ich indessen in der Folge wahrnehmen sollte, dass es uns nicht gelingen wird, alle Bäume, die wir ziehen, unterzubringen, so werde ich deren Anbau und die sich daraus ergebenden Kosten beschränken. Am 31. Dezember 189 0 hatten wir in der Baumschule Pflanzen und Bäume im Werthe von 2736 Frcs.; am 31. Oktober 1891 belief sich der Werth auf 6 411,80 Frcs.; ausserdem hat der Verkauf in diesem Jahre einen Ertrag von 2195,80 Frs. ergeben. Die Ausgaben beliefen sich auf 4186 Frcs.; der Reingewinn beträgt also 1585,60 Frcs. VIII. Ackerbau. Ich habe seiner Zeit die Missernte der Getreide, der Gerste, des Korns, des Samens und der Kartoffeln angedeutet, auf welche besonders die schädlichen atmosphärischen Einflüsse einwirkten; ich habe darum nicht nöthig, auf die Ursache unserer Missernte noch einmal zurückzukommen. IX. Weingärten und Weinbereitungskunst Auf diesem Gebiete haben wir trotz des schlechten Jahres bedeutende Erfolge erzielt. Die Weingärten werden uns noch angenehme Ueberraschungen bereiten, sobald erst ein Jahr eintritt, das durch günstige Witterung volle Erträge ermöglichen wird. Wir wenden ihnen unsere besondere Sorgfalt zu, und bilden sie den schönsten Theil des Pflanzenreichthums von „Mikweh Jisrael“. Unser Wein hatin Sy ri en und in Egypten einen guten Namen. Wir wenden der Weinbereitung besondere Sorgfalt zu. Bekanntlich hat unsere Anstalt zuerst die Gährung der Weine auf niedere Temperatur mittels in Kellern gelegter Kühlröhren in Anwendung gebracht. Dieses Verfahren haben alle Diejenigen, welche es versuchten, als ausgezeichnet anerkannt. Aber es