Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-03-23 · Heft 24 (23.3.1893) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 24 (23.3.1893)
Date
1893-03-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448340--36020-2484030
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

470 Welt stattfand und war diese nv'pn am Dienstag Abend 6 Uhr oder in der ersten Stunde auf Mittwoch, da der jüdische Kalendertag mit dieser Stunde seinen Anfang nimmt. Nach 28 Jahren, welche die Dauer des Sonnencyclus ausmachen, gelangt die Sonne an demselben Wochentage, in derselben Stunde, also Dienstag Abend 6 Uhr wieder in denselben Punkt der Eklyptik, wie vor 28 Jahren. Wir sprechen dann am Mittwoch Morgen nach Wiederkehr der ersten pn nsipn den Segensspruch rmna;wj/d rupiy. Daher treffen die Tekuphoth in sämmtlichen Jahren eines jeden 28jährigen großen oder Sonnencyclus ^rui nino nach einer feststehenden Ordnung und zwar im 1. Jahre des Cyclus po 'n auf Dienstag Abend 6 Uhr, non 'n auf Mittwoch früh l1/2 Uhr, nvn 'n auf Mittwoch Morgen 9 Uhr und rota 'n auf Mittwoch Nachmittag 41/a Uhr. Im 2. Jahre des Cyclus trifft p*a 'n auf Mittwoch (auf Donnerstag) Nacht 12 Uhr, nvn 'n auf Donnerstag Morgen 7*/* Uhr, nvn 'n auf Donnerstag Mittag 3 Uhr und rata 'n auf Donnerstag Abend 10V2 Uhr. Im 3. und 4. Jahre des Cyclus fallen die Tekuphoth auf dieselben Stunden, nur mit dem Unterschiede, daß die Tagesstunden zu Nachtstunden und die Nachtstunden zu Tagesstunden werden. Diese Ordnung in Bezug auf die Stunden der nv'pn wiederholt sich alle 4 Jahre, welcher Zeitraum deßhalb ein kleiner Cyclus (zu unterscheiden von dem pp nrna oder dem 19jährigen Mond cyclus, der die Grundlage des jüdischen Kalenders bildet), genannt wird. Wie in diesem 1. kleinen Cyclus die erste p*j rsipn auf Dienstag Abend trifft, so trifft sie im 2. kleinen Cyclus oder dem 5. Jahre des 28jährigen Cyclus auf Sonntag, im 3. oder dem 9. Jahre des 28. Cyclus aus Freitag, im 4. auf Mittwoch, im 5. auf Montag, im 6. auf Sabbat, im 7. (wie dieses Jahr mn) auf Donnerstag Abend 6 Uhr. Diese Ordnung in Bezug auf die 7 kleinen Cyclen des großen Sonnencyclus kehrt ebenfalls ununterbrochen wieder bis ans Ende der Zeiten, ivp' pj pn. Aus dieser Aufstellung ersieht man ferner, daß die p'j 'n immer zu Anfang oder in der Mitte des Tages oder der Nacht, die nvn 'n 1V2 oder 7V2 Stunden nach Beginn des Tages oder der Nacht, ntwi 'n 3 oder 9 Stunden im Tage oder in der Nacht, fi2v 'ri 41/2 oder IOV2 Stunden nach Beginn des Tages oder der Nacht fällt. Die 24 Tagesstunden werden hierbei von dem vorhergehenden Abend 6 Uhr gezählt. (Fortsetzung folgt.) Zeitrrugsuachrtchten und Correspoußeuzen. Deutschland. Berlin, 12. März. (Pickenbachs Uhr.) Im Mat v. I. ging durch die Blätter die Meldung, daß dem Reichstagsabgeordneten Herrn Pickenbach in der Ctvil-Prozeßsache. Beyer wider Pickenbach eine schwere goldene Uhr auf dem Bahnhofe Lichterfelde abgkpfändet worden sei. Mit dieser Uhr hat Herr Pickenbach dem betreffenden Gläubiger jedoch einen gründlichen „Retnfall" bereitet, denn bet der gestern in Berlin durch den Gerichtsvollzieher Schorß bewirkten Versteigerung dieses Pfandobjectes stellte es sich heraus, daß dasselbe nicht von Gold, sondern von Talmi war, so dgß die „historische" Uhr für vier Mark siebzig Pfennig losgeschlagen werden mußte. Griechenland. Korfu. Unser Cultusvorsteher, Herr Nachmi as, hat von dem bekannten judenfreundlichen griechischen Erzbischof von Zante, Mosignor Lata, folgendes Schreiben erhalten: „An den geehrten Herrn Nachmias, Präsidenten der jüdischen Gemeinde in Korfu. Ihren Brief vom 14. vergangenen Monates, in dem Sie mir den Dank der jüdischen Gemeinde von Korfu für meine zu Gunsten der Juden gehaltene Rede erstatteten, habe ich richtig erhalten. Ich danke Ihnen, geehrter Herr, für dieses Schreiben, muß jedoch sogleich bemerken, daß ich so schon seit meinem zartesten Alter gefühlt habe. Es wurde mir stets zur Pflicht gemacht, immer die Wahrheit zu achten und zu vertheidigen, denn dieselbe entspringt und wird besiegelt von denselben Documenten der Geschichte oder viel deutlicher von der Philosophie der Geschichte der Nationen. Das, was ich daher geleistet habe, schuldete ich der Belehrung, die mir zu Theil geworden und auch die Lebenserfahrung machte es mir zur Pflicht, keine Rücksicht auf Personen zu nehmen und kein persönliches Interesse zu beachten. Indem ich Ihnen wünsche, daß der Allmächtige Sie vor jedem Ungemach beschütze, bitte ich Sie zugleich die Gefühle meines Wohlwollens der jüdischen Gemeinde von Korfu ausdrücken zu wollen, und gebe ich derselben zugleich die Versicherung, daß so wie ich es immer liebte und noch liebe, so werde ich auch in das Grab Hineinstetgen und in meinem Herzen tragen die Liebe zu dem Volke Israel. D. Lata, Erzbischof von Zante. Die jüdische Gemeinde in Korfu und deren genannter Vorsteher drücken zugleich die Hoffnung aus, daß alle jüdischen Blätter von diesemZBrtefe des Erzbischofs Notiz nehmen werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.