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Der Israelit · 1893-03-23 · Heft 24 (23.3.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 24 (23.3.1893)
Date
1893-03-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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455 traget nichts am Sabbattage und bringet nichts ein durch die Thore Jerusalems und traget nichts aus eueren Häusern hinaus am Sabbattage und schaffet kein Werk und heiligt dxn Sabbattag wie ich eueren Vätern geboten-so werden durch diese Thore noch auf Davids Thron sitzende Könige und Fürsten zu Wagen und zu Roß einziehen, sie und ihre Fürsten, Judas Männer und Bewohner Jerusalems, und ungestört diese Stadt auf ewig bleiben. -Wenn ihr aber nicht auf mich hören werdet, den Sabbattag zu heiligen und am Sabbat- Lage nichts aus- und einzutragen durch die Thore Jerusalems, so zünde ich Feuer an seine Thore nnd es verzehrt seine Paläste und es verlischt nicht." (Jeremias Cap. XVII.) Welche erschütternde Mahnung liegt in dieser durch tausendjährige Erfahrung erprobten Wahrheit, für unsere Zeit, aus der der Sabbatgeist, die Sabbatruhe gewichen ist, wie vielleicht noch nie zuvor! Wohl möchten wir den Mannasegen Gottes in unsere Kreise ziehen, wohl verlangen wir D’D’ ™ntr (Exod. 35. 2.) daß an den sechs Werktagen mit Hilfe der göttlichen Vorsehung unsere Arbeit gethan werde, aber rot? mp dd^> nw’j/’arn oni •ib prasy (ibid.) durch den Einsatz der Sabbatruhe den Mannasegen auch redlich verdienen, das wollen wir nicht. Aber der Segen flieht, wenn er den Geist, den Sabbat nicht mehr in unseren Reihen findet. Wenn Gott uns mit Manna speiste, aber er gewährte uns nicht den Sabbat, wir strichen den Sabbat aus unserem Leben, würde uns das genügen? Würden wir des Gottessegens froh werden? Werden wir seiner froh? Handel und Industrie, Ackerbau und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft überbieten sich darin, den Segen Gottes in die Kreise der Menschen zu ziehen. Aber die im Klassenhaß entflammten Menschen stürzen über den Segen her und suchen ihn sich gegenseitig streitig zu machen, so daß sie seiner nicht froh werden. Sie kämpfen mit wildem Ungestüm um das Stückchen Brod, welches sie sich gegenseitig zu entreißen suchen, und nur das vom Geist unserer Peßach Hagadah geschärfte Ohr hörte aus diesem Kampfgetümmel die Vorwurfspolle Frage: nn rD»n nx Mb in |on r« Wenn uns Gott mit Manna speiste, uns aber nicht den Sabbat giebt, kann uns das genügen? (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpoudeuzeu. Deutschland. Mainz, 21. März. Die Mitteleuropäische Einheitszeit, deren Einführung als gesetzliche Zeit nunmehr für ganz Deutschland in vierzehn Tagen bevorsteht, wird im groben Ganzen naturgemäß ohne auffällige Begleit- oder Folge-Erscheinungen auf das jüdische Pflichtenleben übertragen werden können. In der Nacht vom Freitag. 31. März, (nOv :ny) auf Samstag, 1. April (nven 'n), während der Zeit, da man noch am Sedertische zu sitzen pflegt, werden die Behörden die rnxna in nisrn umzuwandeln suchen und den Uebergang aus der bisherigen Ortszeit zur mitteleuropäischen Zeit bewerkstelligen, indem sie ihre Uhren vor- oder nachrücken, je nach der westlichen oder östlichen Lage ihres Ortes zum 15. Längengrade östlich von Greenwich. Es ist bekanntlich gleichzeitig für alle diejenigen Orte der Erde, welche unter demselben Meridian oder Mittagskreis liegen, der wahre Mittag, wenn der Mittelpunkt der Sonne in denselben tritt. Der obenerwähnte Meridian nun geht ungefähr durch Stargard in Pommern und Görlitz in Schlesien; westlich von dieser Mittagslinie zeigt die Ortszeit für jeden Längengrad eine Plusdifferenz, östlich eine Minusdifferenz von je vier Minuten. Unter Benützung einer geographischen Karte kann man sich ohne besondere Schwierigkeiten, mit Zuhilfenahme bloß der drei ersten Spezies, ausrechnen, um wieviel Minuten man seine Uhr vor- oder zurückzustellen hat. Da wir in Mainz etwa 6V2 Grad westlich von Stargard liegen, so tritt für uns die Sonne 6*/z mal 4 — 26 Minuten später in die Mittagslinte als aus dem mitteleuropäischen Einheits Hauptmeridian. Es werden also die hiesigen Uhren um 26 Minuten vorgerückt. Um 11 Uhr 34 Minuten Nachts am 31. März werden demgemäß die Uhren auf zwölf Uhr gestellt werden. Diejenigen unserer geehrten Leser, die am hiesigen Platze oder in unserer Gegend wohnen und daher die von uns ausgegebenen jüdischen Taschen- und Wandkalender auch in Bezug auf die Sabbat-Ein- und -Ausgänge benutzen können, werden gut thun, wenn sie die darin angegebenen Zeiten für nVap v"'.'i na» vsroi so corrigiren, daß sie jede Zahl um 26 erhöhen, also z. B. nos bv mv u"r ’xsio, die mit 7’5 angegeben ist, auf 7** abändern, es wird dann für den Rest des Jahres jeder Jrrthum ausgeschlossen sein. An anderen Orten und in anderen Gegenden hat man die betreffenden jüdischen Kalender je nach ihrer Lage in oben angegebener Weise zu ändern. Den Beginn der Gebetszeiten in Synagogen wird man wohl allenthalben um eine der Differenz möglichst nahekommende Ziffer abzurunden suchen, da wir uns in Bezug auf unsere Gebete nicht nach der fiktiven, sondern nach der nach dem Stand der Sonne richtigen Zeiteintheilung richten müssen. Frankfurt, a. M., 20. März. Nach dem Jahresbericht der Realschule der Israelitischen Reltgionsgesellschaft betrug die Zahl der Zöglinge am

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