Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1893)
- Date
- 1893-03-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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438 einem sofort in die Augen springenden besonderen göttlichen Walten nicht die Rede sein. Ebenso we» ntg wäre dies der Fall gewesen, wenn das Volk sein Dasein durch geschäftliche und andere Beziehungen mit sonstigen Völkern gefristet hätte. Aber das alles war nicht der Fall. Sein ausgesprochener Feind, der es vor aller Welt verlästern wollte, der schon den Mund zum Fluche geöffnet hatte, mutzte beim Anblick dieses nach seinen Stämmen lagernden Volkes, den Preis und Segen dieses Volkes verkünden, weil es abgeschieden von allen Völkern, nicht diesen, sondern Gottes schützender Fürsorge allein seine Bedeutung verdankt, a^rirv nb BU3i pv» ti:6 ny jn. (IV B. M., 23, 9.) Dieses Wunder der Erhaltung eines ganzen Volkes durch vierzig Jahre hindurch, erhält sein unverkennbares göttliches Gepräge erst durch die Himmelsspeise, das Manna, mit welchem täglich Millionen gespeist wurden. nt< u^3»n d^i ruff D»yai« laioa Min psD bt*?u»n pn Ohne dieses Himmelsbrod, unmittelbar von Gottes Vaterhand täglich gereicht, war die Mögkeit einer Versorgung des ganzen Volkes nach gewöhnlicher Weise immer noch denkbar gewesen. — „Bleibe eingedenk", lautete daher die Mahnung des scheidenden Führers, „bleibe eingedenk des ganzen Weges, den Gott dein Gott dich nun vierzig Jahre in der Wüste geführt, um dich darben lassen, dich zu erproben, damit du erkennest, wie es in deinem Herzen bestellt ist, ob du seine Gebote hüten wirst oder nicht. Er ließ dich darben, ließ dich hungern und speiste dich dann mit dem Manna, das du nicht gekannt und das deine Väter nicht gekannt, um dich erfahren zu lassen, daß nicht auf dem Brod allein, der Mensch das Leben zu fristen vermöge, sondern auf allem, was dem Munde Gottes entstammt, leben könne der Mensch. Dein Kleid ist nicht abgealtert und dein Fuß nicht geschwollen nun vierzig Jahre. So behalte denn die Kenntniß fest in deinem Herzen, wie ein Mann seinen Sohn erzieht, also Gott dein Gott dich erzieht." (V. B. M., VIII 2-5.) Wie sich in der Himmelsspende des Manna die Herrlichkeit Gottes in ihrer ganzen Größe gezeigt — 'i loa m djvnti ipai — das veranschaulicht der Bericht unserer Thora in überaus ergreifender Weise. -„Es murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel über Moscheh und Ahron in der Wüste. Die Kinder Israel sagten zu ihnen: „Wie gut, wir wären durch Gottes Hand im Lande Mjzrajjm gestorben, als wir am Fleischtopfe saßen, und Brod zur Sättigung aßen, denn ihr habt uns in die Wüste hinausgeführt, diese ganze Menge durch Hunger sterben lassen." „Gott aber sprach zu Moscheh: Siehe ich war schon im Begriff euch Brod vom Himmel regnen zu lassen, das Volk wird hinaus gehen täglich das Tägliche sammeln, damit ich es erprobe, ob es in meiner Lehre gehen wird oder nicht. Und es wird am sechsten Tage sich begeben, da werden sie, was sie heimbringen, zubebereiten, und dann wird es doppelt das sein, was sie Tag für Tag sammeln. Da sprach Moscheh und Ahron zu allen Kindern Israels: Abends werdet ihr erkennen, daß Gott euch aus dem Lande Mizrajim hinausgeführt und Morgens werdet ihr die Herrlichkeit Gottes sehen, obgleich er euer Murren wider Gott gehört. Wir aber, was sind wir, daß ihr gegen uns murret."- „Der Thau Niederschlag stieg in die Höhe, siehe, da war auf der Fläche der Wüste etwas Feines, völlig Enthülltes, fein wie Reif auf der Erde. Die Kinder Israels sahen es, und sagten einer zum anderen: Eine Gabe (Man) ist es, denn sie wußten nicht was es war. Moscheh aber sprach zu ihnen: Das ist das Brod, das Gott euch zur Nahrung gegeben. Das ist's was Gott geboten: sammelt davon jeder nach Bedürfniß seiner Nahrung; ein Omer für den Kopf nach der Zahl euerer Seelen, nehme jeder für ote Glieder seines Zeltes. Die Kinder Israel thaten also; sie sammelten der eine viel, der andere wenig. Da sie aber mit dem Omer maßen, da hatte, der viel gesammelt hatte, nichts übrig, und der wenig gesammelt hatte, nicht zu wenig, jeder hatte nach Bedürfniß seine Nahrung gesammelt. Moscheh sprach zu ihnen, keiner lasse davon bis zum Morgen übrig. Einige hörten aber nicht auf Moscheh und ließen davon bis zum Morgen übrig. Da erhob es sich in Würmern und ward faul. Moscheh zürnte über sie. So sammelten sie es jeden Morgen, jeder nach Bedürfniß seiner Nahrung ward, die Sonne heiß, so schmolz es. „Da war's, am sechsten Tage hatte sie doppelt Brod gesammelt, zwei Maaß für jeden. Es kamen alle Fürstender Gemeinde und erzählten es Moscheh. „Er aber erwiederte ihnen: Das ist's, was Gott gesprochen! Sabbatruhe, Gottes heiliger Sabbat ist morgen! Was ihr backen wollet, backt heute, was ihr kochen wollt, kocht heute und alles Ueberbleibende bewahret euch bis zum Morgen. Sie bewahrten es bis zum Morgen, wie Moscheh geboten. Es faulte nicht und kein Wurm war daran.-Am siebenten Tage gingen doch einige vom Volke zu sammeln, aber sie fanden nichts. „Moscheh sagte: Dieses ist es, was Gott geboten: ein Maß voll davon bleibe für euere Nachkommen zur Bewahrung, damit sie das Brod