Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1893)
- Date
- 1893-03-09
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448315-2448336--35929-2483935- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
71 i Dritter Rechenschaftsbericht des Gemeindevorstandes in Jaffa für die Zeit vom Januar bis September 1892. (II. Fortsetzung.*) Und dennoch wäre unser Krankenhaus aus Mangel des Mietbzinses in diesem Jahre beinahe geschlossen worden, wenn nicht von drei Seiten uns wirksame Hilfe zugekommen wäre, nämlich vom Vereine "p^ und von den ehrwürdigen Rabbinern Herrn Dr. Horovitz in Frankfurt und Herrn Dr. Salven di in Dürkheim, welche uns mit 1500 Frs. zu diesem Zwecke unterstützten. Hierdurch allein ist es möglich, dass das Krankenhaus heute noch den Kranken und Leidenden täglich offen steht. Wir besitzen die Einrichtung, die nöthige Anzahl von Betten und Dienern, aber Alles will bestellt sein, und wenn unsere mitleidigen Brüder uns nicht beistehen, ist alle unsere Mühe vergebens. Was sollen wir Euch nun weiter vor Augen führen? Mögen folgende Zahlen für uns sprechen! In einem Jahre oder 855 Tagen betrug 1. die Anzahl der Kranken nach Geschlecht undHeimath: 279 Männer, 95 Frauen, zusammen . 374 Hierunter befanden sich aus der Türkei.74 Aus den Kolonien.159 Aus Russland, Rumänien, Persien, Oesterreich und Deut s eh - land Vertriebene.141 — 374 2. Das Resultat der Krankheiten: Als gesund entlassen wurden 255 Männer und 81 Frauen . . . 336 Im Krankenhaus verblieben 12 Männer und 8 Frauen =. 20 Gestorben (etwa 5°/0) 12 Männer und 6 Frauen —. zus. 374 3. Die Krankheitsarten waren im Ganzen 390 4. Die Zahl der Gestorbenen betrug, wie oben bemerkt. 18 5. Die tägliche Zahl der Kranken: 13,4; die Gesammtzabl der Krankheitstage 4746, der Rezepte 9172. 6. Die Zahl der in ihrem Hause von unserem Arzte behandelten Patienten, und zwar: Zahl der Krankenbesuche im Hause 532 „ „ „ „ Spital 2550 3082 „ „ unentgeltlichenArzneimittel 1863 „ „ zu niederemPreise abgegeben 1219 — 3082 „ „ Rezepte. 5473 Ihr sehet an dieser Aufstellung, was wir geleistet haben. Darum möge Jeder sein Scherflein beitragen, um uns in diesem so reichhaltigen, sowie schwierigen Unternehmen beizustehen; *) 8. Nr. 466. ganz besonders aber bitten wir um moralischen Beistand zur Gewinnung ständiger Einnahmequellen. Wir haben schon im vorjährigen Rechenschaftsberichte darauf hingewiesen, dass wir hierzu in vorderster Reihe den E t h r o - gimhandel rechnen. Wir haben mit den Ethrogimhändlern die Vereinbarung getroffen, dass sie von jedem Kistchen mit 25 Ethrogim als Abgabe 2 Frs. an unser Krankenhaus bezahlen. Ein einziger Händler hat dieses bis jetzt gethan. Um auch die übrigen hierzu zu veranlassen, ist es nöthig, dass die Rabbiner des Auslandes dahin wirken, dass nur solche Ethrogim angekauft werden, von denen die bezeichnet^ Abgabe entrichtet ist. Die Hauptsache ist und bleibt jedoch, dass der ganze Ethrogimhandel aus Privathänden in den Besitz der Gesammtheit übergeht, und der daraus erzielte Gewinn als Unterstützung für alle Wohlthätigkeitsanstalten im heil. Lande verwendet wird. Dann hört der ganze schimpfliche Handel auf, wie er bis jetzt betrieben wird, und durch welchen die Konkurrenz die Preise derart in die Höne schraubt, dass sie mit der Zeit unerschwinglich werden. II. Darlehen an Kranke. Unter diese Rubrik fallen alle Arten von Unterstützungen, die wir nicht einzeln aufzuführen brauchen; nicht nur Geldunterstützungen, sondern Arzt und Medikamente werden Denjenigen zur Verfügung gestellt, die aus irgend welchem Grunde nicht in das Krankenhaus kommen können. Der Hausverwalter hat zu diesem Zwecke den Kranken 5 00 Billete verabreicht, wenn sie einen ärztlichen Besuch in ihrer Wohnung nöthig haben. Durch diese Einrichtung wurden viele Glaubensgenossen vom Tode gerettet. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Frau Dr. R. in F. Auch ich freue mich aufrichtig, so oft Sie mich mit Ihrer Zuschrift beehren, ich bedauere nur, dass dies nicht viel häufiger der Fall ist. Meine Bestrebungen sind in F. viel zu wenig gekannt, Sie könnten ihnen daselbst viele Gönner nnd Gönnerinnen gewinnen nnd nm die heilige Sache sich ein grosses Verdienst erwerben. — 5