Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1893)
- Date
- 1893-03-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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379 dem andern nicht mehr unterthan sein (Berachoth 34b.)7) und der Name des Welterlösers ist: Friede. (Derach Erez.)^) An diesem Ideal hält das Judenthum unentwegt fest und es glaubt heilig und vertrauensvoll an eine Zeit des ewigen Weltfriedens. Die aber, welche die N thwendigkeit des ewigen Kampfes für die Menschheit behaupten, denen jedes ideale Denken und Fühlen abhanden gekommen ist, werden einst von der Zukunft Lügen gestraft werden, denn die Menschheit hat eine Zukunft, in der das Herz, die Liebe, das Erbarmen, die Humanität, die Gerechtigkeit und die göttliche Vernunft siegen und triumphiren wird über das Thier, über die Bestie, über den Naturtrieb im Menschen. Wer die Augen nicht ganz verschließt, muß erkennen, daß die Welt diesem hohen Ziele stetig, wenn auch sehr langsam, zusteuert. Was ist ein Jahrtausend in der Geschichte der Menschenentwicklung? Ein Atom im Universum. Und siehe! In dieser kurzen Spanne Zeit ist das Sklaventhum, eine Institution, die bei allen Völkern zu Rechtens bestanden hat, seit ewigen Zeiten und welche von den Besten und Edelsten des Alterthums gebilligt und gutgeheißen wurde, diese Einrichtung ist in kurzer Zeit aus allen Culturreichen der Erde weggefegt worden und spurlos verschwunden. Wer hätte das je in der Vorzeit gedacht? Seit Jahrhunderten gibt es auch keine Religionskriege'^mehr, und die Kriege selbst haben viel von ihrer alten Grausamkeit und Härte in der Gegenwart verloren. Die Gefangenen werden menschlicher behandelt, die Verwundeten nach Möglichkeit gepflegt,^liebevoll geschont und barmherzig geheilt. Die Friedenscongresse zählen zu ihren Mitgliedern die^angesehensten und edelsten Volksvertreter. Die mächtigsten Reiche und die Regierungen billigen stillschweigend deren humanes Streben und bringen demselben ihr Wohlwollen entgegen. Die gewaltigsten Herrscher zittern vor der Ungeheuern Verantwortung einen Krieg heraufzubeschwören, denn die Erkenntniß ist allenthalben verbreitet, daß selbst ein siegreich beendeter Krieg unermeßlichen Schaden an Gut undWlut zur sichern Folge hat. Die Zeit des ewigen Friedens ist wohl nicht nahe, aber Anfänge, Versuche, Anläufe hiezu werden sichtbar, die Idee ist vorhanden, alle Menschenfreunde bekennen sich zu derselben; sie bricht dnrch das düstere Gewölk, blitzt auf für den Moment am Völkerhorizont und wird bald wieder in Dunkel gehüllt, aber eine spätere Zukunft, ein späteres Geschlecht wird von nuba “najw 3"mp?"my p i’N WiatP ion (7 .(a"y ,T‘t> noia) “aP . (pN "(TI nDDD) Dl^tP n’IPB b& IDW (8 ihren Strahlen erhellt und erwärmt werden, blühen und gedeihen, befreit und erlöst werden. In dieser unserer festen Zuversicht lassen wir uns durch die Vorgänge unseres Zeitalters keineswegs irre machen. Im Gegenthetl, die Unduldsamkeit, der confessionelle Hader, der Rassenkampf, die Verhetzung der Nationalitäten gegen einander, die sozialen Umtriebe, der Geist der Mißgunst und der Scheelsucht, die jetzt täglich überhand nehmen und stetig in erschreckender Weise zunehmen, sie bestärken uns noch in unserem Glauben an eine Zeit des ewigen Friedens. Nach der düstern finstern Nacht bricht der helle Morgen an, und gerade diese Zustände verkünden die nahe Erlösung, denn zuerst muß der Höhepunkt der Zerrüttung und Zerklüftung erreicht werden, bis eine vollständige Heilung, bis der allgemeine Friede möglich wird. Nahe vor der Zeit der Erlösung, sagen unsere Weisen auch in diesem Sinne, wird die Frechheit stolz einher, schreiten, die Völker werden in Gottlosigkeit versinken, die Wissenschaft wird geringgeschätzt, die Frommen verachtet, die Wahrheit verhöhnt werden. Jünglinge erheben sich über Greise, Große verehren die Verachteten, der Sohn erhebt sich gegen seinen Vater, die Tochter gegen die Mutter, die Hausleute hassen ihren Brodgeber, die Schamlosigkeit kennt keine Grenzen und schändet das Menschengeschlecht, bis endlich der himmlische Vater sich seiner Kinder erbarmt und die Friedenssonne in ihrem Strahlenglanze ihnen aufgehen läßt, die alle die bösen Schatten verscheucht, und Friede und Eintracht, Versöhnlichkeit und Liebe unter allen Bewohnern der Erde herstellt, und Licht und Aufklärung, Wahrheit und Erkenntniß, Freundschaft und Brüderlichkeit allenthalben verbreitet (Sota 48 d.)') Von dieser Hoffnung durchdrungen, blicken wir vertrauensvoll zu Gott empor und glauben in Bezug auf die Idee des ewigen Weltfriedens: „Dein Anfang ist nur gering, aber dein Ende wird groß und erhaben sein." Zeitungsnachrichten und Gorrespondeuzerr. Deutschland. Berlin, im Februar. Der erste Jahresbericht nebst Rechnungsabschluß der Israelit. Volksküche, begründet von Herrn Hermann Abraham (Bervns pn pain N*m npn »ja» 'esnn 'rwm 'ap’ya (9 mm ip rra nnam j»t>n rmrP iDnn notaro ipva pm idnb» ’nti mDn cansiD rnaarn anrv ‘-73:1m nufr ’jsn nay» O’Pru pp? 1737 nnja nnw «nn noNtni ff’N* '3'm nmana nP pdn3 nap na ax Pjd p D’jüp HL31D) D’BBQff?73N t>J/ JJHWfc U3 tP ’B tyl irV3 »BW . (a'y ,n"a