Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1893)
- Date
- 1893-03-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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380 lin 6., Klosterstr. 99) zeigt, wie selbst mit verhältnißmäßig geringen Mitteln Großes geleistet werden kann, wenn nur, wie in diesem Falle, viele Liebe und viel Arbeit hinzugethan wird. Durchdrungen von der Nothwendigkeit einer israelitischen Volksküche in Berlin, entschloß sich der genannte Begründer der Anstalt, unter Zugrundelegung eines Kapitals von 6000 M., das zur inneren Einrichtung derselben und zur Beschaffung von Materialien dienen sollte, selbstständig vorzugehen und rief, im Vertrauen auf Gott und auf den Beistand guter Menschen, die Anstalt ins Leben. Dieselbe wurde am 30. November 1891 eröffnet. Es zeigte sich sehr bald, wie nothwendig die Einrichtung einer jüdischen Volksküche war. Vom Tage der Eröffnung an strömten in der Mittag- und Abendzeit ganze Schaaren unbemittelter Leute herbei, um dort für wenige Pfennige eine kräftige Kost zu sich zu nehmen. Die Preise, zu den ungefähren Selbst, kosten berechnet, sind namentlich infolge vortheilhafter Dispositionen derartig billig gestellt, daß Jedermann Mittags für 10 Pf. und Abends für 6 Pf. sich sättigen kann. Die israelitische Volksküche ist in elfter Reihe eine jüdische Wohlthäligkettsanstalt, aber getreu den Grundsätzen unserer Religion, läßt sie selbstverständlich auch Andersgläubigen die Wohlthaten der Anstalt angedeihen und verwirklicht somit die in der jüdischen Gemeinschaft von jeher gepflegten Grundsätze allgemeiner Menschenliebe. Der zahlreiche Besuch auch nichtjüdischer Gäste wirkt gleichzeitig versöhnend auf die großen Massen, und die Saat, die hier ausgcstreut wird, wird sicherlich einst gute Früchte tragen. Es sei erwähnt, daß die Ausgabe von Freikarten iu umfassender Weise erfolgte. Es wurden solche an arme Studenten, an Lehrlinge und an arme Familien abgegeben. Nicht weniger als 65,175 Portionen wurden in dieser Weise unentgeltlich vertheilt. — Herzerhebend ist der Bericht über die freiwilligen Anerbietungen, welche der Anstalt zu Thcil geworden sind. In erster Linie verdienen hier der Begründer und seine Gattin genannt zu werden, welche ihre ganze Thatkraft dem Gedeihen und der Leitung des Instituts widmeu. Daneben walten 67 Ehrendamen ihres mühevollen Amtes. Außer verschiedenen Spenden an Materialien haben 840 Personen Jahresbeiträge in Höhe von fast 7000 M. gezeichnet, während die Summe der einmaligen Spenden 2960 M., der Ertrag aus Wohlthätigkeitsveranstaltungen 12,336 M. beträgt. — Aus dem statisttschen Material sei noch hervorgehoben, daß die Summe der verabreichten Portionen während der 13 Monate, über welche der Bericht Aufschluß giebt, sich auf 571,240 beläuft. — Zum Schluß wollen wir nicht verfehlen, unsere Berliner Glaubensgenossen zur Unterstützung dieses volkswirthschaftlich so bedeutenden Unternehmens aufzufordecn, und ihre Beitragszeichnungen an Herrn Hermann Abraham, Alte Jakobstraße 57/59 gelangen zu lassen. Vermischtes. Altoua Der unter der Leitung des Herrn Klausrabbiner E. Duketz '"2 stehende vor 1'/» Jahren gegründete Verein, welcher der jüngeren Generation und Geschäftsleuten Gelegenheit bietet, am min m zu hören oder sich im selbstständigen Vortragen zu üben, hat am letzten Sonntag Abend “1DD und die nuN ’plö zu Ende gelernt Es schloß sich hieran eine kleine Feier an der der Vorstand der Klaus, sowie unser Rabbinatsasseffor iron 2pV’ '1 YniHD ’"J und unser Rabbinatsverweser *"j pJiD T'nino Teilnahmen; letztere beiden Herren lobten in mehreren Reden die Bestrebungen des Vereins und begeisterten die jungen Leute zu fernerem, fleißigen Lernen in der min. Erst gegen Mitternacht schloß die Feier und alle Theilnehmer verließen in erhobener Stimmung das ttmDH n'2. Augsburg, 13. Februar Als heute Früh um 7'/, Uhr der Gottesdienst beginnen sollte, war keiner der beiden Herren Vorbeter anwesend. Zum Glück waren zwei pensionirte Herren Lehrer in der Synagoge anwesend, wovon der eine bis nach Tachnu vorbetete, während der andere Herr das Thoravorlesen und das Schlußgebet verrichtete. Ob die Nichtanwesenheit der beiden Herren mit einem gestern Abend stattgefundenen Balle, oder mit sonst etwas msammenhängt, ließ sich nicht feststellen, da die anwesenden Gemeindemitglieder keine Mittheilung erhielten. Ein Jndifferentismus in religiösen Sachen, wie er hier existirt, ist nirgends anzutreffen. Wollte man die Mißstände, die in religiöser Beziehung dahier herrschen, alle aufzählen, so bedürfte man dazu bedeutend mehr Raum, als im „Israelit" zur Verfügung steht. _ E « | e t gen. "H_ w Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHAL.Silberwaaren 1075 Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. €ultusgegenstande.