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Der Israelit · 1893-03-09 · Heft 20 (9.3.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 20 (9.3.1893)
Date
1893-03-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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378 Boten, die den Frieden künden, gute Nachricht bringend und Heil und Glück melden! (Iesaias 52, 7.) Wir glauben nun in Vorstehendem deutlich genug die Verwerflichkeit des Krieges dargethan zu haben und wollen daher im Weiteren die Idee des ungestörten und beständigen ewigen Welt- und Völkerfriedens, wie dieselbe im jüdischen Schriftthum ihren Ursprung und ihren Ausgangspunkt findet, unserer Betrachtung unterziehen. Alle Edeldenkenden von jeher, alle, die den Glauben an die Gerechtigkeit des Weltenherrschers, an den Fortschritt der Menschheit nicht verloren haben, hat der Gedanke eines ewigen Weltfriedens beschäftigt. Menschenfreunde, Philantrophen, wie der AbbödeSt. Pierre, Rousseau, Kant (Z. ewigen Frieden), Herder (Briefe z. Beförd. d. Humanität), waren bemüht, in scharfsinnigen Abhandlungen diese Idee ohne Schwärmerei als durchführbar und vom Standpunkte der Vernunft als in Folge der Entwickelung des Menschengeschlechtes in der Zukunft bestehend, zu beweisen. Freilich haben dieselben bisher nur theoretischen Werth bekundet, und die geistreichen und weisen Vorschläge eines Kant, wie dieses hohe Ziel zu erreichen sei, haben bis nun noch von keiner Regierung praktische Würdigung gefunden. Aber kleine Anfänge, schwache Anläufe und schüchterne Versuche werden hierzu in unserer Zeit doch gemacht, durch Frtedensvereine und internationale Congresse, die das edle Streben haben, diesen edlen Zweck zu erreichen. Mögen dieselben nur mit Consequenz und Ausdauer, unbeirrt von dem Waffengeklirr der gegenwärtigen Zeit, beharrlich und fest an ihrer erhabenen Aufgabe halten und unermüdlich dahin arbeiten, damit die Idee des ewigen Friedens ihrer Verwirklichung entgegengehe. Der Anfang ist nur klein, aber das Ende wird groß sein! (Hiob.) Wer an Gott glaubt, glaubt auch an Ideale, denn ideal ist die Gottheit, ideal ist seine Lehre, ideal sind ihre Satzungen und Sentenzen, ideal ist die Humanität, die Liebe zur Menschheit und ideal ist auch der Weltfriede. Dieser Gedanke ist von keinem Menschengehirn zuerst ersonnen worden, er ist der Gottheit selbst entsprungen, wie alles, was hoch und erhaben ist, deßhalb verkündet auch die Gotteslehre den ewigen Frieden und das Judenthum hält an dem Glauben desselben ebenso fest, wie an den andern Verheißungen der Bibel. Mit glühenden Worten, mit hinreißender Beredsamkeit, mit edlem Schwung verheißt das Judenthum der Welt eine Zeit des ewigen Friedens. Mit feuriger Begeisterung, deren nur die wahre Liebe fähig ist, schildern seine Seher die einstige brüderliche Vereinigung aller Nationen der Erde. „Und es wird sein am Ende der Tage, und Gott wird richten die Völker und zurechtweisen die Nationen, und sie werden umschmieden ihre Schwerter in Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln; kein Volk wird mehr wider das andere das Schwert erheben und die Kriegskunst werden sie nicht mehr lernen. Ein Jeglicher wird wohnen unter seinem Weinstock, unter seinem Feigenbaum, friedlich, sicher und ungestört, denn der Mund des Herrn Zebaoth hat es gesprochen. (Iesaias, K. 2, V. 9 und Micha, K. 4, 1.) Es wird dann weder nationale, noch Religionskriege geben. Denn ein „jegliches Volk wird wandeln im Namen seines Gottes, und wir werden wandeln im Namen des Ewigen unseres Gottes immer und ewig." (Micha, das. 5.) „Und es wird ein Reis hervorschießen vom Stamme Jischai und ein Zweig aus seiner Wurzel hervorgehen, und es ruhet auf ihm der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und der Vernunft, der Geist des Rathes und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Gottesfurcht. Und er findet Wohlgefallen an der Furcht des Herrn und er richtet nicht nach dem Schein der Augen und er strafet nicht nach dem Gehör, sondern er richtet nach Gerechtigkeit die Armen und strafet mit Redlichkeit die Demüthigen der Erde und er schlägt die Welt mit der Geißel seines Mundes und mit dem Geiste seiner Lippen tödtet er den Gottlosen. Und Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Und das Lamm wird mit dem Wolf zusammenwohnen, das Zicklein mit dem Leopard sich lagern, Kälber und junge Löwen und Mastvieh wird ein kleiner Knabe zusammenführen. Kuh und Bär weiden nebeneinander, ihre Jungen liegen beisammen und der Löwe frißt Stroh wie das Rind. Der Säugling wird spielen am Loch der Otter und der Entwöhnte steckt seine Händchen in die Höhle des Basilisken, sie verletzen nicht und verderben nicht auf meinem heiligen Berge, denn voll ist die Erde der Erkenntniß des Herrn, wie das Wasser das Meer bedeckt." (Iesaias, K. 11, 1—10.) Ferner: Und ich will zu jener Zeit mit ihnen einen Bund schließen, mit den Thieren des Feldrs, mit den Vögeln des Himmels und mit dem Gewürm der Erde und Bogen und Schwert und Krieg will ich wegbannen von der Erde und will sie friedlich wohnen lassen. (Hosea, K. 2, 20.) Auch jeder Sprachenstreit soll in Zukunft aufhören, denn ich will einst, spricht der Herr, den Völkern eine reine Sprache geben, damit sie alle versöhnt den Namen des Ewigen anrufen und ihm dienen einträchtig. (Zephanjah 3, 9.) Ein Geist des Friedens wird über die Welt walten, es wird jede Völkerbezwingung aushören und ein Reich wird

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