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Der Israelit · 1893-03-09 · Heft 20 (9.3.1893) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 20 (9.3.1893)
Date
1893-03-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. Erste Beilage ju M 20 -es „3sraclit“. Leitender Artikel. Wetlfriede und Zudentstum. von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). XI. Wenn an einem Hause im heiligen Lande sich eine aussätzige Stelle findet, so soll der Priester befehlen, das Haus vollständig auszuräumen, bevor er kommt die Stelle zu besehen, damit nicht alles darin unrein werde. (Leviticus C. 14.) Dazu sagt Rabbi Meir: Was soll durch diese Vorsicht verschont bleiben? Kleider und metallene Gefäße können doch durch Wasser wieder gereinigt werden, es müßte nur sein, daß durch die Unterlassung der Räumung dieses Hauses das irdene Geschirr verunreinigt werden könnte. Aus dieser Verordnung können wir den großen Werth des Menschen bei Gott ersehen. Wenn die Gotteslehre den geringen Werth so beachtet, umsomehr den hohen, umsomehr das Menschenleben, umsomehr das Leben des Gerechten. (Kelim 12.)') Aus alldem ergibt sich der hohe Werth des Menschen bet Gott, den Er in seinem geringsten Besitze geschützt wissen will, dessen Leben bei Ihm eine ganze Welt bedeutet, umsomehr aber, daß Er durch die Vermeidung des Krieges das Leben und den Besitz großer Volksmassen zu schonen gebietet. Kein Staatsoberhaupt, kein Herrscher, kein König in der Welt hat das Recht seinen Kriegs- oder Eroberungsgelüsten tausende und abertausende von Menschenleben zum Opfer zu bringen. Alle Menschen sind Kinder Gottes, alle Seelen gehören mir allein (Ezechiel 18, 9), spricht der Herr; das Menschenleben ist ein Licht des Ewigen (Sprüche 20, 27) und niemand darf sich anmaßen dieses göttliche Kleinod willkürlich zu zerstören und zu vernichten. Auch dürfen sich die Machthaber der Völker durchaus nicht einbtlden, daß die Gewalt in ihren groben Heeren besteht, daß der Steg von den gewaltigen Rüstungen abhängt, daß ihr Triumph von der Stärke der großen Armeen bedingt ist. „Dem Könige hilft nicht seine große Macht, der Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft, Rosse helfen auch nicht und große Heere schützen nicht" (Psalm 33.) So spricht ein erfahrener Kriegs- NDDD HD 3’ND '3 3CN 'Dl DDP DN DS1 pDP ,311,3 (1 by pino pi pdüd vnraro naai vsy vb 3DNn dn t wido by rrnnn non dni 1033 Po by rrnnn non no iwa bdj by rp widd Sy dn 3onn widd by rp mian .(3"’ p3D dS) p»ns btp by rp ysn bv?y *p dn rnwai Held, der König David. Dasselbe sagt auch sein weiser Sohn Salomo: Die Kriegsrosse stehen bereit am Tage der Schlacht, aber den Sieg entscheidet Gott allein (Spr. 21, 31.) Nicht durch Körverkraft siegt der Mensch (Samuel I, K. 2), es ist dem Herrn allein möglich Hilfe zu verleihen, gleichviel ob durch Viele oder Wenige (das. 14, 6.) Bei dieser Ungewißheit im Siege, ist es gewiß nützlicher und unendlich vortheilhafter möglichst jedem Conflict mit einem andern Staate aus dem Wege zu gehen, als das schwere Unglück eines Krieges heraufzubeschwören, und den wahren Heldenmuth besitzt dasjenige Volk, das seinen Unmuth und seine Entrüstung zu zügeln und zu meistern versteht. (Aboth 4)*) Um so verwerflicher aber ist es, einen Krieg zu provociren, wozu nur der größte Uebermuth oder der sträflichste Leichtsinn einen Staat verleiten kann. Der Kampf ist nur in dem Falle gestattet und zulässig, wenn er zur Vertheidigung nothwendig ist und ein Angriff zur Abwehr herausfordert, dann freilich bleibt auch kein anderer Ausweg übrig und die Gottlosigkeit des Frevlers wird auch seinen Nachbarn verhängnißvoll. (Kelim 12.) ^). Wenn daher ein Krieg unvermeidlich ist, so ist keineswegs das ganze Heer verpflichtet in den Kampf zu ziehen, sondern jeder Furchtsame, jeder der ein Haus erbaute und es noch nicht eingeweiht, der mit einer Frau sich verlobte und sie noch nicht heimführte, . der einen Weinberg Pflanzte und ihn noch nicht abgeleseu, kann in sein Haus zurückkehren. (Deutronomium 20, 10.) Bevor zum Angriff geschritten wird, ist man zuerst verpflichtet dem Feinde Frieden anzubieten, (das.) denn der Friede ist von so hoher Bedeutung bei Gott, daß selbst in Kriegszeiten der Kampf nicht eher beginnen darf, ohne zuerst eine Versöhnung mit dem Feinde zu versuchen. (Perek Hascholaum.)*) Einen wirklichen Sieg errungen und eine wahre Heldenthat ausgeführt, hat aber nur derjenige, der es verstanden, seinen Feind in einen Freund umzuwandeln. (Aboth di R. Nathan 23.) 6) Wie verdienstvoll ist es zu erwirken, daß das bereits gezückte Schwert wieder in die Scheide zurückkehrt, ohne Verderben anzurichten, das gräßlicher noch als der Tod selbst ist! (Baba Bathra 8)°). Wie lieblich sind auf den Bergen die Schritte der —^ ns» nN bgdd 3dj mw (2 .(3"' p3D DD3) W3M "!N yvib 'IN (3 N>N nmc w’N nonbD DM3 Ssw DDL'.-! nct Sw (4 _ . (DDttTI p-D) D'.dLD "TI HDN) 3.TINP k-rM -pcnP pD’ttf t>3 -IDJ nw (5 •(J"3 pi .(N "y 'n rp N333 N33) P1DD Htt'p 3313 (6

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