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Der Israelit · 1893-03-09 · Heft 20 (9.3.1893) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 20 (9.3.1893)
Date
1893-03-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gefahr. Diese Juden bewohnen geräumige Häuser, jede Familie hat ihre besondere Wohnung; ihre Zahl ist größer in den Dörfern, die in der Nähe der großen Centren gelegen sind- Alle diese Juden sind wohlhabend und wahre Ackerbauer geworden, die ihre Grundstücke sehr ordentlich bewirthschaften. Einige unter ihnen, in den Gemeinden Baimock und Jschim, können sogar als Musterlandwirthe genannt werden, sie sind es, die den andern Landwirthen den Impuls geben, verbesserte Maschinen und Ackerbaugeräthe einzuführen. Im Allgemeinen stehen diese Juden an der Spitze, wenn es sich um Verbefferung in ihrem Fache handelt. Diese officielle Anerkennung der Tüchtigkeit der Juden im Ackerbau, verdient erwähnt zu werden und widerlegt auf das entschiedenste die landläufige Vorurtheile in Rußland und anderwärts über die Abneigung der Juden gegen den Ackerbau. > vermischtes. Berlin, im Februar. Anfangs dieses Monats wurde auf Anregung der wohlthätig wirkenden Frau Rosalie Silber ein jüdischer Frauen- und Jungfrauen-Verein gebildet, der den Namen der verstorbenen Frau Mathilde Caro, geb. Lipschütz trägt. Derselbe will die geistige und körperliche Pflege der Religionsschüler der Lippmann-Tauß-Synagoge fördern und namentlich den unbemittelten Schülern dieser Religionsschule hilfreich zur Seite flehen. An 100 den besieren Kreisen angehörenden Frauen haben bereits ihren Beitritt erklärt. Heilbronn a. R. Als kürzlich der Synagogendiener Hermann Stern die Synagoge öffnete, machte er die Wahrnemung, daß die beiden Opferbüchsen erbrochen und geleert waren. Dem sehr umsichtigen Wachtmeister König von hier gelang es, die beiden Thäter (junge Bürschchen) zu entdecken und der gerechten Bestrafung zuzu führen. Bafel, 26. Febr. Nach dem Vorgänge anderer Städte bildete sich auch hier ein Verein, der sich die Aufgabe setzte, seinen Mitgliedern nicht nur durch gesellige Unterhaltungen, sondern auch durch belehrende Vorträge aus dem Gebiete der jüdischen Literatur oder durch Biographien hervorragender Glaubensgenossen einen genußreichen Abend zu bereiten. Auf erfolgte Einladung des Vorstandes der „Erholung" sprach am Abend des 18. v. M Herr Hauptlehrer S. Bruchsaler aus Sulzburg (Baden) über Berthold Auerbach. Großer Beifall lohnte dem Redner für seine meisterhaft gelöste Aufgabe. Remagen. 6. März. Am Sonntag den 5. März wurde in der israel. Schule zu Sinzig die Purimfeier begangen. Jung und Alt aus den Orten Remagen, Sinzig und Niederbreisig, ja sogar Fremde waren herbeigeeilt, um der Theateraufführung, dargestellt von 16 Schulkindern unter Leitung des Herrn Lehrers Mannheimer, beizuwohnen Nachdem die Musik einen Marsch intonirt hatte, begannen Vorstellung und Deklamationen. Nach beendeter Vorstellung fand noch eine Verloosung statt. Alle Anwesenden verließen das Haus mit Worten des Dankes und in dem Bewußtsein frohe und heilere Stunden verlebt zu haben. Schrimm. Vor nunmehr 7 Jahren wurde von dem damaligen Rabbiner der hiesigen Gemeinde, Herrn Dr. Jakobson, ein Verein unter dem Namen Ohave Emeth begründet, der den edlen Zweck verfolgte, die Pflege der jüdischen Wahrheit, wie sie sich im jüdischen Schrifithum offenbart, über die Schule hinaus im Kreise der zu Männern heranreifenden jüdischen Jünglinge zu fördern. Zur Erreichung dieses Zweckes dienen Vorträge, gemeinsame Lektüre jüd. Schriften und eine allmählich anzulegende Bibliothek. Als Herr Dr. Jokobson die hiesige Gemeinde verließ, geriet diese VereinSthätigkeit ins Stocken, so daß auch die Beiträge der Mitglieder aufhörten. Mit Beginn dieses Jahres hat nun unser Rabbiner, Herr Dr. Bamberger, diesen Verein wieder begründet und hat sich bereits eine bedeutende Anzahl junger Leute als Mitglieder dem Verein angeschlossen. Herr Rabbiner Dr. Bamberger hat das Ehrenamt übernommen, allwöchentlich am rQCP Nachmittag mit Raschi und "ny jrpB' map vorzutragen, welche Vorträge von den Mitgliedern regelmäßig besucht und von denselben mit größter Aufmerksamkeit und regem Interesse verfolgt werden. In einer andern Wochenstunde werden von den Mitgliedern unter Leitung des Herrn Rabbiners Vorträge aus der jüdischen (nachbiblischen) Geschichte gehalten. Wir wünschen dem Verein, der sicherlich für die Förderung des jüdischen Lebens und des jüdischen Sinnes der jungen Leute von großem Nutzen ist, daß er sich auch ferner erhalte und vergrößere. Harburg in Schwaben. Am U2V n"“i starb im Alter von 83 Jahren, Herr Samuel Stern n"y. Mit ihm ist einer jener „Alten" geschieden, die noch D'ivr üon echtem und rechtem Schlage gewesen! In streng religiösem Hause erzogen, lernte er von Jugend an min, mit der er sich auch sein langes Leben lang beschäftigte. Seine Frömmigkeit, Redlichkeit. Friedensliebe und überaus große Einfachheit gewann ihm die Freundschaft aller, die ihn kannten. Er vereinigte jna “pi Dy min. Alle 2—3 Jahre machte er einen DVD über nrjLPD, das er täglich lernte. Auch gehörte er der hiesigen ni’JJPDl N“ün als Mitglied an. Prag, 19. Februar. Der Vorstand des Vereines der nichtactiveu k. k. Offiziere hat dieser Tage an Herrn Rabbiner Dr. A. Kisch, der als Landwehrrabbiner, bekanntlich Hauptmannsrang in der österreichischen Armee bekleidet, die Einladung ergehen lassen, diesem Vereine beizutreten. Herr Dr. K. kam natürlich dieser ehrenden Aufforderung nach. Mielnica in Galizien. Dahier wurde ein Talmud- Verein unter dem Titel man" gegründet; derselbe besteht aus 30 Mitgliedern, Präsident ist Herr Rabbiner Ahron Schreier hier. Die Mitglieder sind verpflichtet jedes Jahr ganz o“W zu beendigen. Rom, 8. Febr. Unser Cultusvorstand hat die Ueberreste der beim jünsten Synagogenbrande p"l hier verbrannten Gebetbücher, Bibeln, Bctmäntel, Tephilim sammeln und in eine Kiste legen lassen, worauf dieselbe auf einer HDD (Tragbahre) nach dem Friedhofe getragen und dort vergraben wurde. Eine maa wird noch den spätesten Geschlechtern verkünden, was an dieser Stätte vergraben wurde. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohr», Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. UebersetzungSrechte Vorbehalten. (57. Fortsetzung.) „Glaubst Du?! Glaubst Du das wirklich?" hatte Dina in überquellender Bitterkeit gerufen, „ich nicht! Ich fürchte, Gott hat sein Antlitz für immer von uns abgewendet"; allein, als die beiden Frauen an einem einschichtigen Bauernhöfe vorüberkamen, meinte Dina selbst, Eva möge cs versuchen, Einlaß zu erbitten. Das Mädchen war zitternd an das Thor getreten und hatte zuerst schüchtern, und als

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