Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1893)
- Date
- 1893-02-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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312 mein Gedächtniß und zugleich eine, nach meiner Meinung genügende Erklärung : Als pnsn *pn seine Brüder schwer verletzt, ihnen mit '12-1 kommt, seinem greisen Vater durch seine Forderung, yo'ja zu schicken und durch Zurückbehaltung des yiyetp großen Kummer bereitet, warum hat er da nicht gefürchtet, daß sein Vater rn einen Fluch über den „Mann" ausspricht? 'an ppv wußte, daß sein Vater, der Dn ttrs, halten wird, was die min befiehlt: und t*h kwh. Soviel ich weiß, ist diese Frage bisher in den bekannten D’En&o nicht ausgesprochen. Sollte einem der geschätzten Leser das Gegentheil bekannt sein, bitte, mich mai *pb p zu sein, da ich weit entfernt davon bin, mich i"n eines Plagiats schuldig zu machen. n^iy^ r6i>u iidin dps “in “id’nh A. E. Wreschen, 23. Februar. Der 7. Adar hat für die hiesige jüdische Gemeinde, als nwn mm m rry u*a*i und als Stiftungstag des so segensreich wirkenden Armenvereins eine doppelte Wichtigkeit. Wie alljährlich fand auch in diesem Jahre im rva amor. eine Generalversamnilung statt, in welcher über Einnahme und Ausgabe im verflossenen Vereinsjahre Rechnung gelegt wurde. Herr Gerneinderabbiner Dr. Cohn hielt einen auf die Feier des Tages bezüglichen Vortrag. Der Vortragende sprach über Zweck und Wirksamkeit unseres Vireins, der im verflossenen Jahre so manche Thräne trocknete, so manche Wunde heilte, so manche Noth linderte, so manche Witiwe und Waise unterstützte und forderte dringend auf, dieses Werk der Liebe und Barmherzigkeit zu fördern und den Eifer im Wohlthun nicht erkalten zu lassen; hierbei erklärte Redner einige schöne Stellen der Schrift über die Pflicht der Wohllhätigkeit und schloß mit Dankesworten für die Leiter des Vereins. — Der hiesigen jüdischen Gemeinde gereicht es zur hohen Ehre, daß sie bei Aufstellung des Haushaltsanschlags ihre Beamten durch entsprechende Aufbesserung des Gehaltseinkommens erfreute. Möchte dieses Entgegenkommen der hiesigen Gemeinde gegen ihre Beamten anderen Gemeinden als Muster zur Nachahmung dienen. H. Wolfs. Magdeburg, 12. Februar. Beschäftigt man sich etwas näher mit dem Antisemitismus, so wird man die Antisemiten in drei Klassen eintheilen können und zwar in Radau-, Quassel- und Geschäftsantisemiten. Der „Radauantisemit" beginnt seine Judenfeindschaft damit, daß er an gewissen öffentlichen Anstalten die Worte „Juden raus" ankritzelt. Diese Sorte von Antisemiten, die gewöhnlich noch nicht einmal den Kinderschuhen entwachsen und politisch noch gänzlich unreif sind, stellt das Gros zu jenen Versammlungen, in welchen die unglaublichsten und lügenhaftesten Behauptungen mit „frenetischem Beifall" ausgenommen werden. Der „Quassel-Antisemit" ist meistens von einer krankhaften Eitelkeit besessen, die ihn förmlich dazu zwingt, sich um jeden Preis „interessant" zu machen. Er ist wenigstens ein harmloses Individuum, das im ehrlichen Handel mit Tabak oder Herrenkleidern oder als Ladenjüngling still dahinlebt. Nie hat ein politischer Gedanke seines Daseins friedliche Gleichmäßigkeit gestört; da befällt ihn plötzlich der Eitelkeitsbacillus — er will von sich reden machen, seine Bekannten sollen Respect vor ihm bekommen. Schleunigst hüllt er sich in das Löwenfell des radicalen Antisemitismus, mit einer Miene tiefer Weisheit spricht er ihm zwar nicht verständliche, aber furchtbar gebildet klingende Worte: Nationalismus und Patriotismus, Manchesterthum und Sozialismus und stolze Freude schwellt sein Herz, wenn er der Genossen Blicke auf sich gerichtet sieht. Mit dem Beifall wächst die Krankheit und aus Müller, dem ehrsamen Schuster, wird der Radauantisemit, dessen pathologische Anatomie oben dargelegt worden ist. Die „Geschäfts-Antisemiten" sind beinahe sammt und sonders „catilinarische Existenzen". Jeder von ihnen hat etwas auf dem Kerbholz. Das „a. D.", das Stigma des Schiffbruchs, ist bei diesen Menschen zur Norm geworden. Lieutenant a. D., Rektor a. D., Prediger a. D., in ihrer cynischen Frivolität haben sie „aller Deutschen" daraus gemacht. Diese Charlatans, welche als Allheilmittel wider jedes politische und soziale Nebel die Judenhetze verordnen — für 30 Pfennige gesprochen und für 50 Pfennige geschrieben — haben alle schon die Gerichte beschäftigt, der Eine in Verleumdungsprozessen, der Andere in ehrenrührigen Alimenten-Prozeffen, der Dritte wegen sonderbarer Eigenthums- Verwechslungen. Ist es nicht bezeichnend, daß unter den antisemitischen „Führern" nur wenige sich befinden, die nach bürgerlichen Begriffen int6§6r vitae sind. Ist dies in einer anderen Partei möglich? Die „Geschäftsantisemiten aller Schattirungen" sind eben Leute, welche Nichts zu verlieren und Alles zu gewinnen haben. Ihre ganze Existenz hängt davon ab, daß der Antisemitismus ein „einträgliches Geschäft" bleibt. Sie leben von den Groschen für den Wahlfonds, sie lassen sich für ihre hetzerischen Vorträge bezahlen, sie machen mit ihren Hetzschriften, welche die bösen Instinkte der urtheilslosen Menge gegen staatliche und gesellschaftliche Ordnung aufrufen, Geschäfte. Selbst von der urtheilslosen Menge werden sich die allerwenigsten mit dem Endziel der antisemitischen Agitation, welches in Deutschland auch nie eintreten wird, offen einverstanden erklären, Tausende von gutgesinnten