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Der Israelit · 1893-02-27 · Heft 17 (27.2.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 17 (27.2.1893)
Date
1893-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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311 Literarischer Wericht. Eine auferstandene Sprache. Literarische Skizze von Fabius Schach. 2. Aussage. 40 Pfg. Verlag von Hugo Schildberger, Berlin, Brücken-Allee 23. Das kleine, anmuthig geschriebene Werkchen behandelt ein-in Deutschland noch unbekanntes Kapitel jüdischer Kultur- und Literaturgeschichte, die neuhebräische Literatur in der Vergangenheit und Gegenwart. Der Verfasser widerlegt in glänzender Weise das Vorurtheil, die hebräische Sprache sei ebenso todt, wie die lateinische und griechische und beweist, daß die Sprache der Propheten ihre Kraft und Schönheit nicht verloren hat und auch noch heute den osteuropäischen Juden eine Kultur- und Literatursprache im vollsten Sinne des Wortes ist. Er weist nach, daß die Umgangssprache der Juden in Rußland von hebräischen Elementen durchtränkt und daß auch die hebräische Sprache in ihrer Reinheit Jung und Ait verständlich ist. In anziehender Form schildert der Vers, die Anfänge der neuhebräischen Literatur unter den Schülern Mendelssohns, ihr späteres Aufblühen in Galizien und Rußland und'ihre gewaltige Bedeutung in der Gegenwart. Die hebr. Sprache sei nicht bloß Gelehrten- und Amtssprache der Rabbinen und Lehrer, sondern die Verkehrssprache der jüdischen Intelligenz des Ostens. Nachdem der Vers, den Geist und die Form der neuhcbräischen Sprache dargelegt, schildert er ihre Originalität, ihre Lebhaftigkeit, ihre Sarkasmen und Kraftausdrücke. Der Verf. führt uns die verschiedenen Epochen der neuhebräischen Literatur und ihre Vertreter vor und gibt ohne schwülstige Gelehrtheit ein klares Bild von dem Sein und Werden dieser jungen, reichen Literatur. An der Hand der besten Werke wird uns die Schönheit der Sprache und der Reichthum des Inhalts gezeigt in der Poesie und Prosa. Eine fleißige, aber nicht trockene Zusammenstellung aller bedeutenden Werke und ein vollständiges Verzeichniß aller Zeitungen und Zeitschriften der hebr. Sprache bietet dem Leser vieles des Interessanten und Lehrreichen. In beredten Worten wird gezeigt, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Juden diese Literatur nicht kennen und daher das Kulturleben der Juden in Rußland nicht verstehen. Das Schriftchen ist kurz, schlicht, anschaulich und anmuthig geschrieben und ist eine Volksschrift im vollsten Sinne des Wortes, die vom Erwachsenen sowohl, wie von der reifen Jugend mit Nutzen gelesen wird. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuze«. Deutschland. Berlin, 24. Febr. Gestatten Sie mir eine kurze Mittheilung über eine Feier des 7. Adars in der Gemeinde „Beth-Hamidrasch-Gesellchasft." Eine ansehnliche Schaar Andächtiger hatte sich in dem kleinen Raume, der zugleich als Beth Hamidrasch und als Synagoge dient, eingefunden, um hier den Geburts- und Todestag Moscheh's zu feiern. Herr Rabbiner Dr. Biberfeld zeichnete in schwungvoller Rede ein prächtiges Bild, indem er uns Moses als Erzieher, Leiter und Vermittler vorführte, wobei er betonte, daß es schwer sei, Moses nach alle Richtungen hin zu beleuchten, ja, daß es unmöglich sei, sein ganzes Bild in einen Rahmen zu fassen, wie es auch von ihm heißt: »onn »jdd .rwo 'Jsr. Zuletzt gedachte der treffliche Redner noch einiger bedeutender Männer. die der Tod uns vor Kurzem entrissen, u. A. Kassel, Erlanger, Japhet, Gordon, Rothmann, Löwenberg, Simmel. Leider gestattet es mir Zeit und Raum nicht auf alles näher eingehen zu können. Aus Schlesien. (Unlieb verspätet.) An den jüngstverflossenen hohen Feiertagen waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr M. Ucko, erster Vorsteher der Synagogen-Gemeinde Gr.-Wartenderg, der seine ganze Kraft wie selten Einer, in den Dienst der Gemeinde stellt und deren Interessen nach jeder Richtung hin zu fördern bestrebt ist, als Vorbeter am y* n"n fungtrte. Als Zeichen der Dankbarkeit wurde demselben eine Adresse, sowie auch sonstige herrliche Geschenke überreicht. Aus Westphalen. Schreiber dieser Zeilen traf vor etwa 2 Jahren bei einem Geschäftsfreunde 2 junge Russen, etwa 20—24 Jahre alt, Glaubensbrüder, die die ihnen gebotene Gelegenheit, altes Eisen einladen zu helfen, gern ergriffen, um so für einige Tage Verdienst zu finden. Der Arbeitgeber, gleichfalls Glaubensgenosse, zahlte ihnen, wie ich hinzufügen will, außer geschenkten Kleidungsstücken, wohl das Doppelte des sonst üblichen Arbeitslohnes. Bet meinem Unwillen, den ich den jungen Leuten gegenüber, gegen die russische Regierung wegen der schändlichen, grausamen Behandlung ihrer jüdischen Staatsbürger, laut werden ließ, antworteten diese: „Es is emol der Kaiser, do darf mar nichts uf sogen, des is in der 'min verboten." Abgesehen von der Hochherzigkeit, die in diesen Worten liegt, fiel mir zugleich die rührende Anhänglichkeit dieser Braven an 'ip>n 'Jmin auf. Aber auch eine mep, die so viel ich weiß, von keinem unserer 'neneo aufgeworfen ist. und die ich mir selbst schon früher vorgelegt hatte, trat vor

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