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Der Israelit · 1893-02-16 · Heft 14 (16.2.1893) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 14 (16.2.1893)
Date
1893-02-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Ansehen in Deutschland abträglich werden konnte. Endlich, wußte der Prinz auch, daß selbst die klageführenden Stände, nicht das vom Markgrafen befürchtete Resultat erhofften, nicht einmal wünschten, da es noch sehr fraglich war, ob der zum Vormunde des minderjährigen Prinzen ernannte Agnat nicht das Land noch ärger als Friedrich Wilhelm aussaugen würde, welcher wenigstens in seinem eigenen und dem Jntersse seiner Descendenten, die Mittel des Landes nicht aufs Aeußerste erschöpfen wollte. Prinz Eugen wußte es, die Ansbach'schen Stände beabsichtigten nur, ihren Landesfürsten zu demüthigen, ihm zu zeigen, daß es einen mächtigeren Herrn über ihn gebe, und würden sich vollständig zufrieden stellen, wenn ihm vom Kaiser eine strenge Rüge erlheilt würde; allein Eugen war zu ehrlich und stolz, um dem Markgrafen in dem Glauben zu lassen, dieser habe seine Gunst durch eine Gefälligkeit gewonnen, und nach kurzem Bedenken erwtederte er mit einem ernsten Lächeln: „Durchlaucht! Daß Sie den unschuldig Gekränkten, Genugthuung geben, freut mich; aber es wäre in der That eine Verletzung für Sie, wenn ich glauben sollte, daß Sie dies mir zu Liebe thäten; Sie thun dies, weil Sie dies als einen Akt der Gerechtigkeit betrachten. . . „C’est comme ga,“4) murmelte der Markgraf. „Es kann somit auch von keiner Gegengefälligkeit die Rede sein. Allein, ich bin in der glücklichen Lage, bei der Beurtheilung der Sie, Herr Markgraf, betreffenden Angelegenheit, der Stimme meines Gewissens und der Pflicht gehorchen zu können, ohne mit den freundlichen Gesinnungen, die ich für jeden uns verbündeten Reichsfürsten und 4) Das ist eben genau so. daher auch für Sie.. Herr Markgraf, hege, in allzugroßem Widerspruche zu gerathen. Ich verfüge allerdings nur über eine einzige, meine eigene Stimme, aber ich bin der erste Minister in Oesterreich und seine Majestät, mein allergnädigster Herr und Kaiser, erweist mir die Huld meinen Rathschlägen geneigtes Gehör zu schenken. Ohne es mit absoluter Gewißheit Voraussagen zu können, glaube ich mit einer sich dieser eng anschmiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen zu dürfen, daß sich die Angelegenheit in folgender Weise abwickeln wird. Ich bin ein offener Mann, nach Ihrem aufrichtigen Geständnis; muß ich annehmen, daß die gravamina Ihrer Stände zum großen Theile begründet sind. So weit ich den Conferenzrath kenne, wird er daher einstimmig beschließen seiner Majestät dem Kaiser anzuempfehlen: Allerhöchst der Kaiser geruhe: erstens: sein Bedauern über den Zwiespalt zwischen dem Landesherrn und den Ständen im Fürstenthume auszusprechen andeutend:5) höchst Ihnen, allerhöchst sein Mißfallen darüber, daß höchst Sie durch einen den Verhältnissen des Landes unentsprechend großen Hofstaat, jenem unerschwingliche Lasten auflegen; aussprechen aber die volle Ueberzeugung hinzufügen, daß höchst Sie ganz gewiß bestrebt sein werden, in der Folge Alles zu vermeiden, was des Kaisers Mißbilligung und Unzufriedenheit in Ihrem Lande Hervorrufen könnte. In dieser Voraussetzung und in Anbetracht, der dem allerhöchsten Kaiserhause und dem römischen Reiche geleisteten Dienste, die vollkommen anerkannt werden, wolle man es für diesmal bei einer Rüge bewenden lassen; doch würde in einem Wiederholungsfälle mit schärferen Maßregeln gegen Sie vorgegangen werden." _(Fortsetzung folgt.) 5) Zweitens. Der ,JSraelit* erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel M beziehen bei E. $. 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Abgeordnetenhaus. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Das Urtheil eines Fachmannes über das Schächten. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Lerden — Frankreich: Paris. Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redaeiion: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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