Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 14 (16.2.1893)
- Date
- 1893-02-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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251 schöne, getragene Melodie in 6/4 Takt. Hieran schließt sich nach der Tonart •po #i. Es folgt -jn^a und zwei nötcn. Letztere haben uns besonders gut gefallen. Eine innig-schöne Melodie hat der Verfasser auf onwa D*nov gesetzt und auch den feierlichen Charakter der Gesänge für die Neumondsweihe vorzüglich getroffen. Der nun folgende ion* nnm ist besonders in der Parthie ym glücklich behandelt. Eine breite Melodie in 9/8 Takt ist auf rr:m gesetzt. Ein sehr sangbarer ni"pöi D'yjx bildet den Schluß des Ganzen. Wie wir erfahren haben, sind die Gesänge der vorigen Hefte von einer großen Anzahl Cantoren auf den Feiertagen mit vorzüglichem Erfolge vorgetragen worden, gewiß der beste Lohn, den sich der Verfasser wünschen kann. Seine offenbare Absicht, die schöne, absolute Melodie in unsren Synagogen zur Geltung zu bringen, hat er in seinem Gesammtwerke glänzend verwirklicht. E ... r. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. im Februar. Die Mittheilungen des geschäftsführenden Ausschusses „der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" enthalten nebst dem Rechenschaftsbericht ein Verzeichniß der von der Vereinigung während der Zeit vom 1. Juli 1887 bis 1. October 1892 gewährten Subventionen und Stipendien. Es wird hiermit den Mitgliedern ein Ueberblick über die Thättgkeit der Vereinigung geboten, insbesondere insoweit sie sich die Aufgabe stellt, unbemittelten Gemeinden in Gründung und Erhaltung der zur Verwirklichung des jüdischen Gemeindelebens erforderlichen Institutionen förderlich zu sein. Zu wünschen ist, daß die Vereinigung durch stets zunehmende Betheiligung, insbesondere durch Gewinnung neuer Mitglieder und Erhöhung der noch sehr geringen einzelnen Jahresbeiträge in den Stand gesetzt werden möge, ihre segensreiche Wirksamkeit immer mehr ausdehnen zn können. — Es wurden Subventionen an Gemeinden gewährt: 4145 M. zum Zwecke der Anstellung bezw. Erhaltung geeigneter Lehrer sowie Schächter; 2445 M. zur Errichtung bezw. Reparatur von Ritualbädern; 1230 M. zum Bau bezw. zur Reparatur von Synagogen; 1980 M. Stipendien als Beihilfe zur Ausbildung zum Rabbinerberufe; 3730 M. Stipendien als Beihilfe zur Ausbildung zum Lehrerberufe; 725 M. Suventionen zur Erhaltung ritueller Restaurationen, 1135 M. Subventionen zur Beschaffung ritueller Militärverköstigung und 1757 Mark diverse Subventionen (Beihilfe zur Herausgabe von, actuelle Interessen des gesetzestreuen Judenthums betreffenden Schriften; Beschaffung ritueller Verköstigung am Peßachfeste in Kranken- und Gesangenen-Anstalten! u. A. m.), zusammen 16147 M. Die Einnahmen während dieses Zeitraums betragen 58827 M.; es blieb per 1.Oktober 1892 ein Baarbestand von 9242 M. Berlin, 4. Februar. Ueber Antisemitismus in der Armee bringt die „Freis. Ztg." folgende Mittheilung: „Uns wird das Original eines Festprogramms des 2. Bataillons des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76 zur Feier des Kaisers Geburtstag aus Hamburg zugesandt. In diesem Programm ist u. a. als Nr. 10 ein Singspiel und Charakterstudie aus der Gegenwart angekündigt unter der Ueberschrift: „Jüdische Rekrüten". In diesem Stück ruft der Sergeant Fuchtig den drei jüdischen „Rekrüten" zu: „Ihr seid der Abschaum des Militärs!" Solches wurde, wie unser Gewährsmann berichtet, in Gegenwart des Generals Grafen Waldersee aufgeführt.*) Berlin, 7. Februar. Der Verfasser der von uns in einem Leit-Artikel besprochenen Broschüre „Schutzjuden oder Staatsbürger" ist der Schriftsteller Dr. Raphael Löwenfeld in Berlin. Derselbe hatte für gestern, den 5. d., in Breslau eine Zusammenkunft angesetzt, zu welcher auch viele Philosemiten ihr Erscheinen zugesagt hatten. Es soll sich dabei um das Hervortreten der Juden aus der Defensive zur Offensive gegen den Antisemitismus, um die Bildung eines jüdischen Centrums handeln. Berlin, 9. Februar. Von der Thätigkeit der „jüdischen Colonisationsgesellschaft" des Barons Hirsch hat in der russischen Presse bereits seit längerer Zeit nichts mehr verlautet; jetzt meldet ein rusischjüdisches Blatt, der Funktionär der Gesellschaft, Herr Feinberg, werde bald nach Petersburg zurückkehren, und dann solle zur endgiltigen Organffation des Petersburger centralen Auswanderungs-Comitss geschritten werden. Das Comitö würde sich dann mit der Ausarbeitung eines detaillirten Planes für die Organisation der neuzubegründenden Colonien befassen. Doch räth das Blatt dringend an, es möchten, bevor das Comite mit den russischen Juden zu operiren beginne, jüdische Spezialisten nach Argentinien entsandt werden, um die örtlichen Bedingungen für diese Colonisation einem nochmaligen gründlichen Studium zu unterwerfen. Posen, im Februar. Herr Rentier Moritz Rohr, der, wie bereits in diesen Blättern mitgetheilt, zur Errichtung eines israelitischen Kranken- und Siechenhauses tn hiesiger Stadt den Betrag von 300,000 Mark gegeben, hat nunmehr, da es sich herausgestellt, daß dieser Betrag unzulänglich ist, für die Anstalt eine abermalige Schenkung von gleicher Höhe gemacht, zusammen also 600,000 M. *) Der „Hamburgische 6orr.", die „Vossische Zeitung" und noch andere nordd. Blätter stellen die antisemitische Tendenz dieses Stückes in Abrede und suchen dies durch dessen Inhalts- Wiedergabe zu beweisen. Red. d. Israelit.