Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 14 (16.2.1893)
- Date
- 1893-02-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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250 erscheinen zu lassen, wird er mit scheinbaren aber durchaus falschen Gründen und Schlüssen gerechtfertigt, in Wahrheit aber ist es und bleibt auch nichts anderes als unbegründeter Haß ohne jede Ursache. Das nennt der Talmud um nw» „grundloser Haß". Hören wir nun wie sich die Gemarah darüber ausspricht: Blinder Haß brachte den zweiten Zionstempel zu Falle, obwohl zu jener Zeit Tugend und Mildthärigkeit geübt wurden. Daraus ist ersichtlich, daß unbegründete Feindschaft gleichgestellt ist mit den größten drei Sünden, mit Götzendienst, Blutschande und Mord. (Joma 7, b,)1) Sind nicht diese talmudischen Worte heilige Wahrheit? Finden wir nicht darin unsere politischen Anarchisten, die antisemitischen Demagogen und Volksverführer aufs trefflichste charaklerisirt? BlindeWuth veranlaßt sie die widersinnigsten Lügen auszuftreuen, der deutsche Jude will Deutschland zu Grunde richten und es an Frankreich ausliefern. (Liehe Ahlwardt) der französische Jude will Frankreich vernichten und es an Deutschland ausliesern, (Siehe Drumont) die Geistlichkeit ist verjudet, (Siehe Erzbischof Kohn) die ganze Welt überhaupt wird vom Judenthum beherrscht u. s. w. u. s. w. Der Jude ist der Fluch der Menschheit, ihr Ruin, ihr Verderben; sein mobiles Kapital muß ihm daher geraubt, sein Vermögen den Ariern ausgeltefert, sein Bestand, seine Existenz vernichtet werden; das vermag mn nw» die unbegründete Feindschaft; nichts ist ihr heilig, die bestehende Ordnung, die Moral und Sittlichkeit, alles, alles was zur Erhaltung des Staates unerläßlich nothwendig ist, wirft sie über den Haufen und predigt Sittenlosigkeit, Raub und Gewaltthat. Das ist weder christlich noch jüdisch, das ist heidnisch, sodomitisch und treibt unaufhaltsam zum Untergang alles Bestehenden, zum Umsturz der Grundfesten des Staates. Aber auch diese Unheilstifter und Friedensstörer selbst gehen keineswegs straflos aus, sie werden alle ohne Ausnahme Einer früher, der Andere später in ihrer ganzen Verworfenheit vor der Oeffentlichkeit gebrandmarkt und bald darauf ist ihr Name vergessen und verschwunden vom Schauplatz des Lebens, denn jeder der beim Zwist mithilst, dessen Andenken wird von Gott vernichtet. (Midrasch Rabbah 13). 2) Das ist nicht nur im gesellschaftlichen, sondern auch im Familienleben der Fall, und das Haus, in welchem Zwistigkeit herrscht, muß schließlich zu Grunde gehen. Derech Ecez 9.)3) rrupn nprnoD -myn Sd npftno rn^p hdd (i .(n"’ nzn Brno) /nai tdnd piN Tn roDD) mir1? ieid mp^nc n ww m (2 .(‘13 p“)D np^rra »d dho nnwi D’yttn impj ‘i (3 .(n"’ nm) Darum wird der Streitsüchtige ein Bösewicht genannt (M. Rabbah 18)*). Mag der Mensch noch so fromm und gottesfürchtig sich zeigen, Gott hat kein Wohlgefallen daran, wenn er zänkisch ist und Hader und Zwist übt. „Rufe laut, schone nicht, wie eine Posaune erhebe deine Stimme und verkünde meinem Volke ihr Vergehen und dem Hause Jakob ihre Sünde. Sie suchen mich täglich auf, als wollten sie meine Wege wissen, wie ein Volk das Gerechtigkeit übt und das Recht Gottes nicht verlassen hätte, sie fordern mich zum Recht und wollen dann mit ihrem Gotte rechten. Warum saften wir und du siehst es nicht, warum kasteien wir uns und willst es nicht wissen? Siehe, Ihr fastet undhad ert und streitet, schlaget böswillig mit der F a u st. Fastet nicht also, wie Ihr es thuet, daß Euer Geschrei in der Höhe gehört wird." (Jesaias K. 58, V. 1—5.) Was nützen die schönsten Worte, die lieblichsten Phrasen von Menschenliebe, Patriotismus, von Fortschritt und Freiheit, wenn der gottloseste Zwist dabei gepredigt wird?! Darum wird so eindringlich geboten, dem Parteihader womöglich aus dem Wege zu gehen und einträchtig und friedfertig zu sein (Sifri Rceh.)b) (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. Aron Ackermann: nm nbrnt, eine Sammlung von Sologesängen für den jüdischen Gottesdienst. IV. Lieferung rov. Commissions Verlag von H. Engel, Berlin 0., Klosterstraße 10. Das dankenswerthe Unternehmen, welches der Herr Verfasser so glücklich begonnen, findet mit dem vorliegenden Hefte seinen Abschluß. Es enthält Gesänge für rat?, nachdem die für die Festtage vorangegangen. Wir hatten bei Besprechung der früheren Hefte bereits hervorgehoben, welches feine musikalische Gefühl der Herr Verfasser überall bethätigt und wie er es versteht, allem Gedankeninhalt der gewählten Texte musikalisch in vorzüglicher Weise gerecht zu werden. Diese Beobachtung bewahrheitet sich auch bei den vorliegenden Gesängen. Der Verfasser beginnt mit einer rezttattvischen Behandlung der letzten Verse des dem nn vorhergehenden Psalms und bringt dann zwei einfache, aber dennoch charakteristische rnn roh.. Den Sabbatpsalm beginnt er bei -pyw rm 'o rc. und gibt uns auf die Worte nons pns 2C. eine wunderbarrn >8 nnuN nnu« l&yyn m munn (4 .(nm 'd nsD) ,nns mns nisom n-nro D’pDiy vnw nnn no ’jbd 'iw Enpo (5 "u» n"w n?ipBW -znM'? mn ns:ty jöd onon nirmai •0"y /t ndv» .d'dt rro’sttfi nmy ,i"y nmy