Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-02-09 · Heft 12 (9.2.1893) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 12 (9.2.1893)
Date
1893-02-09
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448328--35742-2483740
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ir-T rr-RS 228 nicht immer Rabbiner, aber doch wenigstens ein Jodea Sefer, keineswegs aber ein Am-Haorez werden. Heutzutage ist es leider dahin gekommen, daß manchesmal die Worte Rabbiner und Am haorez keine so widerspruchsvolle Begriffe mehr sind. Das kommt daher, weil man auf Kosten der rabbinischen und talmudischen Wissenschaften den profanen den Löwenantheil widmet, anstatt nach dem Talmudworte ps yn dj? min -urHn ns\6) es ist schön, wenn man neben dem Thoralernen sich auch noch um weltliche Dinge kümmert, nicht aber neben der Hauptbeschäftigung mit diesen noch ein klein wenig Thora lernt. Ob die Preßburger Jeschiwa, wo der Fehler wieder begangen wird, den profanen Wissenschaften und gottesfürchtigen Männern beherbergt, deren leuchtendes Beispiel auf die jungen Rabbinatsschüler anregend und aneifernd wirkt. Was nun die nothwendigen profanen Wissenschaften anbelangt, denen noch immer offiziell kein Platz im Lehrplane der Rabbinatsschule eingeräumt wird, ist es den Bachurim in Folge der zahlreichen Btldungsanstalten in Preßburg, die Gelegenheit geboten, wenn auch bis jetzt nicht öffentlich, aber doch privatim die nothwendigen Gymnasial- oder Realschulen zu absolviren, so z. B. in der von der israel. Cultusgemeinde vor einigen Jahren errichteten Real- und Bürgerschule, wo für die Bachurim Abendkurse abgehalten werden. Es ist zu hoffen, daß sich der jetzige Rabbiner und Leiter der Jeschiwa, dem Geiste Ueberführung der heil. Menorah nach Rom. (Aus dem Triumphbogen des Titus.) ’&i' E'Wr Nr;*1/.; gar keinen Platz offiziell einzuräumen, jetzt in der Aera der zahlreichen Rabbiner-Seminare, wo beiden Wissenschaften p« pn np min in gleichem Maße Rechnung getragen wird, Existenzberechtigung hat, diese Frage müssen wir trotzdem mit einem Ja beantworten. Unserer unmaßgeblichen Meinung nach wird Preßburg immer die Zentrale für Thora und talmudische Wissenschaft sein und bleiben, weil dort der lebendige Quell der Thora seit Jahrhunderten ungetrübt fortfließt, dessen labender Trunk Jedem noch unverfälscht kredenzt wird, weil dieser Ort noch jetzt eine große Anzahl von Talmudgelehrten 6) Es ist schön, das Thoralernen mit den weltlichen Wissenschaften zu verbinden. der Zeit Rechnung tragend, vielleicht doch baldigst entschließen wird, dem von vielen Gemeindemitgltedern gehegten Wunsche entsprechend, diese Schule der Jeschiwa einzuverleiben und die Klassen zu vermehren. — Wir sind ein wenig von unserem eigentlichen Thema abgeschweift, da wir uns eine zwar wahrheitsgetreue, aber zum Theil humoristische Schilderung über das Leben und Treiben der Preßburger Jeschiwa, wie es zu unserer Zeit geherrscht, zur Aufgabe gemacht haben. Der Zweck derselben ist, dem geehrten Leser in Folgendem einen, wenn auch nur annähernden Begriff vom Preßburger Jeschiwaleben zu geben. Diejenigen, welche dem Jeschiwaleben ferne stehen, wird i | 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.