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Der Israelit · 1893-02-02 · Heft 10 (2.2.1893) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 10 (2.2.1893)
Date
1893-02-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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goge wie in der Kirche die Gemüther zu Gott erheben, und die auch in den Herzen derer, die der Synagoge wie der Kirche längst fremd geworden, ihnen selber unbewußt, das starke Band bilden, das sie noch mit dem Gotte verbindet, den ihre Lippe verleugnet. Das bleiche Proletarierweib, die hohe Frau im stolzen Herrscherhause, mit Davids Worten steigen ihre Gebete auf zu Gott um Schutz und Segen für den Säugling in der Wiege, für den Gatten in des Lebens Fährniß. Und ist die Scheidestunde gekommen, so geleiten seine Worte: .In Deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöst, barmherziger Gott, allmächtiger Gott der Wahrheit!" — des müden Erdenwallers Seele, des Bettlers wie des Herrschergreises, hinüber in die Ewigkeit. Und den Stammbaum dieses David, dessen Unsterblichkeit, dessen Bedeutung für die Gesammtmenschheit kein Sterblicher sonst erreicht hat, an den sich alle Heileshoff-- nungen knüpfen, entrollet dem Juden an jedem Wochenfeste die Anordnung seiner Rabbinen und zeigt ihm, wie in dieses Davids Adern — nichtjüdisches, ja moabitisches Blut fließt! — Das hat denn freilich in Israel jene Vorurtheilslosigkeit und jenen freien Sinn erhalten, der für eine Gesinnung, die das etwaige Vorhandensein eines Tropfen jüdischen Blutes in den Adern als einen schweren Schimpf empfindet, gegen den sie nicht laut genug protestiren kann, nur ein Lächeln des Mitleids hat. David konnte seinen Stammbaum nicht bis zur Urgroßmutter verfolgen, ohne fremdes Blut anzutreffeu, und wir möchten die „Moabiterin" Ruth um keinen Preis in seinem Stammbaum missen.- Mit dem schließenden Gedanken über das Hüttenfest, daß Israel und die Völker „durch Erfüllung des ihnen für die Lösung ihrer Aufgaben ertheilten Gesetzes, des stnaitlschen für Israel, des allgemein menschlichen für die Menschheit, in Huldigung Gottes, durch Erfüllung Seines Willens auf Erden Eins sein werden", schaut der Verfasser hinaus in die fernste Zukunft. Diese tiefgedachte- und empfundene Schrift, reich an herrlichen Ideen in vornehmstem Gewände, bringt so viel Wahres, so viel Versöhnendes, Belehrendes und Aufklärendes, daß ihre weiteste Verbreitung in jüdischen wie nichtjüdischen, besonders in sozial und geistig höherstehenden Kreisen mit aller Energie zu betreiben ist, denn viel Segensreiches kann durch sie gestiftet werden. * * * tmnD ionj un»3 Nim minn by "M "IBD dhdto D'prn nr&nDn no.v m d'piddh 'diped nJDon N>3^> pNilv' yyvn ’nxo nncnen Jerusalem. Wenn man in unserer Zeit vielfach über die Abnahme des Thora-Studiums klagt, so darf man dieser Klage gegenüber doch auch auf die erfreuliche Thatsache Hinweisen, daß vielleicht noch nie so viel gedruckt wurde als gerade jetzt und daß diese Verbreitung jüdischer Schriften, die ausschließlich dem Studium der Thora dienen. doch einen Leserkreis vorausfttzt, ohne dessen Vorhandensein derartige zahlreiche Publikationen undenkbar wären. Besonders wird von Jerusalem aus der jüdische Büchermarkt reichlich bedacht, und wenn die Produktionen, die von dort ausgehen, anch wie überall von sehr verschiedenem Werthe sind, so bleibt doch die Thatsache an und für sich, ohne Rücksicht auf den mehr oder weniger gediegenen Gehalt der erscheinenden Schriften, eine erfreuliche Erscheinung. Dieselbe steigert sich noch, wenn es sich um Schriften handelt, die, wie die vorliegende, durch ihren inneren Gehalt geeignet sind, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Man sollte es kaum für möglich halten! Seit Jahrtausenden wird unsere heilige Thora in ungezählten Schriften gedeutet und erklärt und jeder neue Versuch fördert neue Schätze aus ihren unergründlichcn Tiefen zu Tage. Dabei scheint in dem vorliegenden Buche der Verfasser seine Goldkörner nicht einmal aus der Tiefe zu holen, sondern es ist meist der einfache Wortsinn, welcher der Gegenstand seiner Forschungen bildet, wobei so überraschende, naheliegende und ungezwungene Erklärungen fast jede Redewendungen begleiten, daß wir nur bedauern in dem knappen Rahmen dieses Berichts nicht einzelne Beispiele hervorheben zu können. Der.'uns vorliegende Theil erstreckt sich bis N-n ntns und sehen wir der baldigen Fortsetzung und Vollendung des groß angelegten Werkes mit lebhaftem Interesse entgegen. E. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Wnrzburg, im Januar. Herr Distrikts- Rabbiner Nathan Bamberger sandte an die Gemeinden seines Rabbinats, sowie an noch viele andern Gemeinden das folgende Circular: „Wie allbekannt befinden sich unsere Glaubensgenossen im heil. Lande in einer derartig bedauernswertheu Lage, daß dieselben stets auf die Unterstützung vom Auslande angewiesen sind. Nun rückt die Peßach-Zett heran, welche es uns zu ganz besonderer Pflicht macht, diesen Armen im hl. Lande zur Deckung ihres M a z z o s - Bedarfs zur Seite stehen. Ich stelle daher auch in diesem Jahre die höfliche und dringende Bitte an Sie, eine Sammlung zu Mazzos in Ihrer Gemeinde vornehmen und dasErgebniß baldigst anhereinfchicken zu wollen, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können, worauf die Öffentliche Rechnungsablage erfolgt." Wir wünschen den edlen Bemühungen des verehrten Herrn Rabbinen den allergünstigen Erfolg. Nürnberg, 19. Januar. Ein antisemitischer Agitator, dem die Vertheilung der Ankündigung

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