Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1893)
- Date
- 1893-01-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
- Tunis 1× ep/1048155
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138 bestand, einer Prüfuna aus den talmudischen Fächern unterzogen und hat er sie auch mit großem Beifalle bestanden. Auch der hiesige Rabbiner-Stellvertreter Cesara Fano hat sich einer Prüfung aus der jüdischen Theologie unterzogen, worauf ihm der T tel Chacham verliehen wurde. Nächster Tage wird sich auch der Rabbiner-Stellvertreter hier Rabbi Samuel Colombo einer Prüfung unterziehen und wird auch voraussichtlich den Chachamtitel oder gar die öffentliche Semicha erhalten. Afrika. Tanger, im Januar. rown *jri2iw on ’W. Vor einigen Tagen haben einige glaubenseifrige Juden im südlichen Marokko ihre Heimath und ihre Familien verlassen und nach dem Pilgerstabe gegriffen, um nach dem gelobten Lande zu wallen und dort vor der Tcmpelmauer und auf den Gräbern der Patriarchen in Hebron zu weinen und zu beten. Diese frommen Pilger nahmen nicht den kürzeren und bequemeren, dafür aber auch kostspieligeren Seeweg, sondern den mit großen Mühen und Fährlichkeiten verbundenen Landweg, da sie hoffen, daß sie unterwegs in den jüdischen Gemeinden, die sie zu besuchen gedenken, genügende Unterstützung finden werden, um ihr heiliges Reiseziel erreichen zu können. Die Leute durchziehen daher das südliche Marokko und Algerim. um in der Stadt Tunis die Meeresküste zu erreichen. Von hier ziehen sie dann längs der Meeresküste nach Tripolis und von dort nach Alexandrien, El-Arisch und Gaza, wo sie den geweihten Boden Israels betreten werden. Die frommen Pilger dürfen darauf rechnen, daß ihnen überall die bewährte jüdische Gastfreundschaft zu Theil werden und ihnen alle Thüren und alle Herzen unserer Glaubensgenossen öffnen wird. Dem Juden ist das Reisen ein leichtes Spiel. Er findet überall, ob er heute in Europa, in Amerika, in Vorderasien oder durch das nördliche Afrika reist, er findet überall Glaubensgenossen und auch überall Obdach. Freilich wird es einige Monate benöthigen, bevor diese frommen Pilger, Jerusalem betreten werden können, und dann wieder einige Monate bevor sie wieder zu den Ihrigen heimgekehrt sein werden, aber der Zeitverlust härmt sie nicht besonders, wenn sie nur ihr frommes Ziel erreichen. Selbstverständlich vergessen diese Pilger auch nicht, bevor sie das gelobte Land wieder verlassen, ein Säckchen mit Erde mit sich zu nehmen, auf dem einst ihr müdes Haupt und noch manch anderes Haupt ihrer Familie den Todesschlummer schlafen wird, bis da der Tag kommt, da Gott die Todten wieder belebet, wn. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (47. Fortsetzung.) „Von hier aus konnten diese die Fahrstraße übersehen und konnten, wenn sich eine Streifpatrouille oder eine nächtliche Wachablösung zeigen sollte, uns noch rechtzeitig in Kennrniß setzen. Die Eisfläche wurde Nachts von Niemanden betreten und so konnten sie in der tiefen Dunkelheit nicht bemerkt werden, während dies am Uferrand leicht möglich war und die Anwesenheit zweier Frauen um Mitternacht an diesem Orte Verdacht erregen mußte. — Lassen Sie sich von Ihrer Mutter segnen, flüsterte mir Detdelsheimer zu, bevor wir ans Werk schritten. Ich senkte mein Haupt, meine Mutter legte ihre ihre Hände auf dasselbe und sprach: Gott sei mit Dir .... es sei sein geheiligter Wille, daß ich Dich und Deinen Vater bald in meine Arme schließe! — Ihr Wunsch ward nicht erfüllt, ihr heißes Gebet nicht erhört!" Fränkl mußte, wie schon so oft in seiner langen Erzählung, vor Bewegung übermannt, einen Moment innehalten, dann fuhr er fort: „Deidelsheimer und ich fuhren nun bis zu dem Mauerthurm. Es hatte den ganzen Tag geregnet und noch jetzt goß der Regen in Strömen von dem wolkenumzogenen Himmel, an dem nicht das kleinste Sternchen leuchtete. Als wir nun aus dem Wagen stiegen, erhob sich ein lauer aber heftiger Wind über die Eisfläche streichend gleichzeitig die Wolken am Firmamente auseinanderjagend, so daß plötzlich die Mondesscherbe sichtbar wurde. Deidelsheimer, der nichts verabsäumte, was meinen Muth aufrichten konnte, flüsterte mir zu: Ein Simon tow!)! Gott ist mit uns! Er wird unser Werk gelingen lassen. ... Er hat den lauen, milden Wind gesandt, der den Vorhang vom Himmel weggezogeu und uns der lieben Lewono 1 2) helles Antlitz erblicken läßt. Sehen Sie junger, gnädiger Herr, wie schön sie uns leuchtet, ihre Strahlen fallen gerade auf den Mauerthurm .... und sehen Sie, der Schuft von Kerkermeister ist bet alledem ein tüchtiger, verläßlicher Mensch, der sein Geld ehrlich verdienen will! Die Leiter steht schon angelehnt, der Fuß derselben steht aus der Eisfläche, etwa dreißig Schritte vom Ufer. Wir müssen jeden Augenblick des Zeichens gewärtig sein.ich frage Sie noch einmal, wollen Sie es nicht doch lieber mir 1) Gutes Zeichen, gutes Omen. 2) Mondscheibe.