Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1893)
- Date
- 1893-01-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. SrUllge M M 5 des „Israelit". Leitender Artikel. Wetlfriede und Iudenthum. von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). III. Zweites Kapitel. Der häusliche und gesellschaftliche Friede. Die Familie ist der Staat im Kleinen. Zur Erhaltung des gesellschaftlichen Friedens im Staate, ist Eintracht, Versöhnlichkeit und Vermeidung von Zwistigkeiten in der Familie unerläßlich nothwendig. Darum wird auch rva der häusliche Friede in Bibel und Talmud für so hoch und bedeutungsvoll gehalten. Er ist die Quelle der Zufriedenheit, Iber Behaglichkeit, des wahren irdischen Glückes und es ist erwiesen, daß Menschen, die innerlich zufrieden sind, eher auch nach außen hin mit aller Welt in Harmonie und Einklang leben. Ohne Frieden kann man in den besten Verhältnissen seines Daseins nicht froh werden. Man mag zu essen und zu trinken haben und alle seine Bedürfnisse befriedigen können, wenn kein Friede ist, ist alles ohne Werth. (Midrasch Rabbah z. Bechukaußei). 4) Wo aber Frieden herrscht zwischen^ Mann und Weib, dort weilt auch die Gottheit mit Liebe. Damit in der Familie Einmüthigkeit walte, muß jeder auch bestrebt sein für den nöthigen Bedarf seines Hauses zu sorgen, denn Mangel und Entbehrungen führen gar leicht zu häuslichem Zwist und Streit. (Baba Meziah 58d.)2). Freilich sind in jedem Hause die Bedürfnisse mannigfach und verschieden; was bei dem Einen als Ueberfluß gilts, hält der Andere für nothwendig, aber um das häusliche Glück nicht zu trüben, durch unerschwingliche Anforderungen an das Leben, ist es angezeigter und (nützlicher, keine großen Ansprüche zu machen, genügsam und bescheiden zu sein, denn „es ist besser eine Hand voll in Ruhe und Frieden", als beide Hände voll Verdruß und Kränkung zu genießen (Kohelet 4.) Nichts entschädigt so für die Mühen und Sorgen des Daseins als das friedliche, glückliche Zusammenleben mit seinem Weibe (das. 9). Darum soll auch der Mensch die Ehre seiner Frau Hochhalten, denn sie ist die Ursache alles Segens im Hause (Baba Di7t7 px dx nnt7o nn “?axo nn noxn ^017 (i .(mpina nan) laina px nana pxt7 inn -pro nxiana thi mx xn' D7iy7 (2 ai7n nax:t7 nxan ’pDy 7y xnx mx 7t7 inn Tina nnso .(a"y ,a"3 xj?’ua xaa) dwi 37n ai7t7 "pnj Meziah 58 a)3). Wer seine Frau liebt, wie sich selbst und sie ehrt und hochschätzt mehr als die eigene Person, von dem heißt es, Du kannst versichert sein, daß in Deinem Zelte stets nur der Friede sei. (Jebamoth 62 b)4). Der Mann ist in seinem Hause das, was der König für den Staat bedeutet, deßhalb wird der, welcher den Frieden in seiner Familie aufrecht erhält, gleichsam als Friedensstütze im Staate betrachtet. (Aboth die R. Nathan 28.) 5) Die Einigkeit in der Familie ist demnach von großem Einfluß für die Einigkeit in der Familie der Menschheit. In welcher Weise sich der gesellschaftliche Friede bekunden soll, beweisen folgende Stelleu: Der allgemein übliche Gruß im Hebräischen lautet: „Friede sei mit Dir." Mit dem Friedensgruß soll man nicht erst warten, bis man ihn von dem Nächsten schon empfangen hat, sondern man soll jedem Begegnenden, von dem man weiß, daß er zu grüßen pflegt, mit demselben zuvorkommen (Berachoth 6, d)6). In diesem Sinne sagt auch der Psalmist: „Suche den Frieden und strebe ihm nach." Von Rabbi Jochanan ben Sakkai wurde erzählt, daß ihm nie ein Mensch mit dem üblichen Gruß zuvorgekommen sei, und daß er selbst den ersten besten Heiden auf der Straße immer zuerst zu grüßen pflegte (Berachot 16 d).7) Wer den Frieden liebt und ihn fördert, mit Frieden jedem entgegenkommt und den Gruß freundlich erwiedert, den belohnt Gott in dieser und in der künftigen Welt (P. Hascholaum.3) Abajah hatte sich folgenden Grundsatz zum Prinzip gemacht: Verkehre friedlich mit deinem Bruder, mit deinen Verwandten und mit Jedermann, selbst mit Verehrern und Anbetern von Sternen und Planeten, damit Du geliebt werdest im Himmel oben und angenehm seiest unter den Menschen unten (Berachoth 16, 2.)9) mso nanärpxt7 mt7x maaa *vm onx xn» Q7iy7 (3 .(a"y ,n"j xy»yo xaa) int7x 7nt7a x^x mx 7i7 mn *pna my isuo nnv maaai laus D17>4 mx amxn (4 .(a"y ,3"d niD3’> *pnx Di7t7 »a nynn naix ainan rnxni7'a Dibty a'wa lb’xa irvaa Di7t7 mpon bj (5 '27 Pxnt^a nxjp >aa ip'xa mn nna nrop 7'aan Pi . (n"3 pns pt nn niax) inn *pna pa nnxi nnx Pt7 17 onp’ ubv b p^ nun xmi7 n»ana pf 73 (6 . (3"y ,n pp 711373) msmi Di7i7 t7pa naxjt7 131717 mx ianpn *xa? p pnv n n>y my nox (7 . (3"J? ,T"Ö m373) pi573 3"13y 17’BX D^iyO 131717 0717 onpai 131717 rpm 031717 anix N*l,ni7 ’D (8 .(ai7i7n pns) a"niyni rmyn "nn rnc n"3pn Di7t7 3T7di □yi vnx ay 01^17 nana r<nnxn xoiea xPno (9 nnyon amx xnnt7 na miay ay i7'2xi mx bj cyi vanp .(a"y ,t"ö niana) .naav nami