Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-01-16 · Heft 5 (16.1.1893) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 5 (16.1.1893)
Date
1893-01-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448321--35581-2483572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Berichte Verbreitung gegeben. Die Nachricht lief mit Blitzschnelle durch die ganze Stadt, man sprach allenthalben davon und sie gelangte so auch zu Ohren Ihres Herrn Correspondenten, der sich natürlich verpflichtet hielt, eine für das Judenthum so hochwichtige Nachricht Ihnen sofort zu telegraphiren. Als sich die Sache als ein Mtßverständniß herausstellte, da war Ihre Donnerstags-Nummer bereits ausgegeben. (Die Nachricht ist uns von den verschiedensten durchaus zuverlässigen Seiten mitgetheilt worden, so besitzen wir einen Brief aus Berlin vom 9. d. M. datirt, der die Nachricht enthält und eine Karte aus der Schweiz vom 11. 2c., die uns zu dem Ereigniß beglückwünschte; eine Briefkastennotiz der neuesten Deutschen Sozialen Blätter von Fritsch in Leipzig, glaubten wir auch nach dieser Richtung hin deuten zu dürfen. Jeder Zweifel an der Richtigkeit der Thatsache war für uns daher beseitigt. Red. d. Israelit.) Was nun die Schächtfrage in Sachsen überhaupt betrifft, so dringt darüber kaum etwas Weiteres in die Oeffentlichkeit. Hoffentlich kann ich Ihnen demnächst die Bestätigung der Nachricht zugehen lassen, ohne sie aber dann wiederrufen zu müssen. Irgend welche Aussichten für Aufhebung des Verbots sind nach gegenwärtiger Lage keine vorhanden, indeß beantworten wir uns die Frage -wa »d mit der trostvollen C egenfrage ispn 'n th. Rußland. Petersburg, 3. Januar. Gestern fand die Schlußsitzung der Sachverständigen-Commission über das jüd. rituelle Schlachten statt. Die aus 8 Professoren und höheren Beamten bestehende Commission entschied in ihrer Majorität, daß die jüd. Schlachtmethode die vorzüglichste und dem Genickstich vorzuziehen sei; selbst die Anhänger der sogen, russischen Schlachtweise erkannten die vielfachen Vorzüge der jüdischen an. Italien. Berona. Der hiesige Oberrabbiner, Rabbi Jizchak Pardo, ist im Alter von 68 Jahren aus diesem Leben geschieden, nachdem er nahezu fünfundvierzig Jahre seines Seelsorgeramtes hier gewaltet hatte. Der Verstorbene war ein Zögling des nun schon längst nicht mehr bestehenden Paduaner Rabbiner-Seminars und hatte er noch zu Füßen der berühmten Männer Samuel David Luzzato und Hillel delle Torra Hakohen gesessen. Rabbi Jizchak Pardo war aber nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein Wohlthäter der Armen und Hilfsbedürftigen. Leider traf ihn der Kummer, daß seine Gemeinde, die unter der österreichischen Herrschaft noch eine blühende und ansehnliche war, von Tag zu Tag mehr zusammenschrumpfte, wodurch sich auch seine materiellen Verhältnisse immer ungünstiger gestalteten. Afrika. Maroeeo. Des Central-Comits der All. isr. hat einige neue Mittheilungen über die Handlungsweise des Caid der Kasba von Marocco, Hady Mohamed Quida, empfangen, welcher, trotz der ausdrücklichen Befehle des Sultans, die Strafe der Stockschläge über zahlreiche Israeliten verhängt hat. Der Consul von Frankreich aus Mogador, dessen Hilfe die Israeliten jener Stadt zu Gunsten ihrer Glaubensgenossen in Marocco erbeten hatten, hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Thatsachen betreffs des Caid Quida festzusetzen. Er hat von den Namen aller derjenigen Israeliten, welche in Marocco Stockschläge empfangen hatten, und von den Beweggründen oder Vorwänden, welche einen solchen Akt der Barbarei rechtfertigen sollten, Kenntniß genommen. Tanger, 14. Januar. Da der Gouverneur der Schatzkammer in der Stadt Marokko die Juden mißhandelt, insbesondere einem Greise 500, einem anderen Juden 800 Peitschenhiebe ertheilen ließ, werden, wie es heißt, die Vertreter der Mächte identische Noten an den marokkanischen Hof mit dem Verlangen richten, den Verfolgungen ein Ziel zu setzen. > Vermischtes. -4- Würzburg, 9. Januar. Zum Zwecke der Gründung eines antisemitischen Vereins war hier eine Versammlung einberufen. Diese Versammlung mußte jedoch unterbleiben, weil die „Gründung" nach dem „W. Journ." nur 6 bis 8 Herren angezogen halte. F e st Ule rorr. „Fiirstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (44. Fortsetzung.) „Ich wurde ein Raub der Verzweiflung; ich konnte ebensowenig den Plan zur Rettung meines Vaters aufgeben, als meiner Mutter den Gehorsam versagen — und es war meine herrliche Schwester Eva, welche meine Mutter umzustimmen verstand. Ich liebe Rafael nicht weniger als Du, sprach sie, aber vertrauen wir auf den allmächtigen, allbarmherzigen Gotte, der Daniel aus der Löwengrube, die drei Jünglinge aus der Gluth des Kalkofens gerettet hat — er wird auch unserem Rafael beistehen, — er wird einen Menschen, weil

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.