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Der Israelit · 1893-01-12 · Heft 4 (12.1.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 4 (12.1.1893)
Date
1893-01-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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59 raeliten befohlen, daß sie ihm Opfer darbringen sollen, uns aber nicht? Und Bileam antwortete ihnen: Der Zweck der Opfer ist nur des Friedens wegen, wer daher die Thora empfangen hat. die den Frieden lehrt, der allein ist verpflichtet, Opfer darzubringen. (Tanchuma Zaw.)13) Der Friede ist eines von den drei Dingen, wodurch die Welt besteht, auf Wahrheit, Recht und auf dem Frieden. (Aboth 1.)") Durch den Frieden hebt sich der Wohlstand, gedeihen die höchsten Güter der Welt, blühen Handel und Gewerbe und er ist das für die Menschheit, was die Hefe für den Teig bedeutet. (Perek Hascholaum.)") Wenn sich Gott als Schöpfer des Weltalls, als Herrscher und ehrfurchtgebietender König bekundet, so nennt Er sich ebenso mit Recht auch den Schöpfer des Friedens, denn so heißt es auch: Er schuf das Licht und die Finsterniß, Er macht den Frieden. (Jesaias, Kap. 45, V. 7.) Die Herrschaft und die Ehrfurcht sind bei Ihm, Er schaffet Frieden in Seinen Höhen. (Hiob 25. 2.) Wir erkennen aus diesen Stellen den hohen Werth und die erhabene Bedeutung, welche in Bibel und Talmud dem Frieden beigemeffen wird. Wer friedfertig ist, handelt im Sinne unseres Gottes, nach dem Willen unserer Lehre, denn für sie ist der Friede das wahre Heil, der Förderer der Tugend und der Glückseligkeit, der Lohn der Frommen und Edlen, weil ohne Flieden keine Liebe, keine Humanität, keine Barmherzigkeit, kein Edelsinn zur Betätigung und Entfaltung gelangen können. Wie herrlich spricht der Prophet diesen Gedanken in den Worten aus: „So spricht der Herr, der Heilige Israels, durch Ruhe und Gelassenheit allein ist Euch geholfen, in der Sicherheit und Friedfertigkeit besteht Eure Macht, Ihr aber wollet es nicht und sprechet, nein, wir wollen lieber auf Rossen fliehen. Die Frucht der Tugend wird der Friede sein und der Nutzen der Gerechtigkeit ist die friedliche Sicherheit bis in Ewigkeit. (Jesaias, K. 30 u. 32.) Dem Frevler wird Unfrieden, dem Gerechten aber Frieden zu Theil (das. 48, 22), denn Tugend und Friede sind innig mit einander verbunden, sie küssen sich gleichsam gegenseitig. (Psalm 85, 1i.) Nachdem wir nun bisher die hohe Wichtigkeit des Friedens dargethan haben, wollen wir im Wei- ^nw'l n"Dpn -tDN no? ay?3i n?iyn nini« rm (13 p’N mjmpn rnyi3 T'n mb nox 81 uli nu:np nnp’isr anp’» ins dp» nu mraip rrnnn n« imptp »di diiüp nIn . (is 'Dl Nöirun) nuaip pn ly noN.i ly iDiy onyn o’idt neow?y (>4 . ('n nns) DPt^n lyi p-0] rirnyi njnra pNi Diitww ml^n?ru (io . (Diiffn teren zu erörtern suchen, wie der häusliche und gesellschaftliche Frieden in Bibel und Talmud zur heiligsten Pflicht gemacht werden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsuachrichteu und Corresporrdeuzerr. Deutschland. Mainz. Vor einigen Wochen brachte die „Kölnische Zeitung" und dieser Tage auch die „Neue Würzburger Zeitung" einen Aufsatz über: „Die Thierquälerei im Lichte derEthik und des Gesetzes", der folgenden Passus enthält: „Insbesondere wird es auch Aufgabe der „Behörden sein, dem ebenso unzweckmäßigen als „grausamen jüdischen Schächtritus Einhalt „zu gebieten, wie es erfreulicher Weise bereits „jüngst im Königreich Sachsen geschehen ist. „Dergleichen rituelle Zöpfe, die sich mitten im „modernen Leben breit machen, sind im Wesen „der jüdischen Religion nicht begründet, und es „ist nicht einzusehen, warum man sie mit der „sonst so scharfen Staatsscheere nicht einfach „abschneidet." Wir vermuthen, daß die genannten beiden Zeitungen diesen Sätzen so pure wie sie hier stehen, niemals ihre Spalten geöffnet hätten. So aber finden sie sich mitten in einer größeren Abhandlung und haben, gedeckt von der Vorhut und Nachhut der sonstigen Ausführungen des in Rede stehenden Aufsatzes sich leicht eingeschlichen. Daß der jüdische Schächtritus unzweckmäßig und grausam sei, ist eine durch nichts begründete, von der Wissenschaft aufs entschiedendste bestrittene Unterstellung einiger Thierschützer. Wir erinnern hier nur daran, daß ja die ganze Angelegenheit bereits am 18. Mai 1887 den Reichstag eingehend beschäftigt hat. Aus den damaligen Verhandlungen, die mit einer einmüthigen Abweisung eines Schächt- Verbots endigten, mögen hier nur einige Cttate folgen, aus welchen sich Jedermann, auch wenn er dem Gegenstand sonst fern steht, leicht ein selbstständiges Urtheil bilden kann. Der Abgeordnete Brömel, Mitglied der ad hoc gewählten Reichstags-Commission, äußerte sich damals: „Meine Herren, mir ist selten ein Fall vorgekommen, wo allgemein aufgestellte Behauptungen so gründlich und schlagend widerlegt worden sind, wie die in der Petition der deutschen Thierschutzvereine aufgestellten Behauptungen, daß das jüdische Schächten in hohem Maße eine Thierquälerei enthalte. Es ist den Mitgliedern des Hauses unter anderen lehrreichen Druckschriften auch eine Zusammenstellung der Gutachten zugegangen, welche in dieser Frage von den hervorragendsten Autoritäten auf dem Gebiete ber Veterinärwissenschaft erstattet worden sind, und aus dieser Zusammen-

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