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Der Israelit · 1893-01-05 · Heft 2 (5.1.1893) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 2 (5.1.1893)
Date
1893-01-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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26 wurde. Sein lucrativer Posten wurde dem Franzosen Ferdinand Cremieux, der sich hier einer großen Beliebtheit erfreut, verliehen. Im Umfange unserer großen Synagoge (n»a rtf?« bv riDJDn) wird nun auch eine große geräumige Todtenkammer gebaut, in der man verschiedene religiöse Cercmonien wird vornehmen können. Da der hiesige jüdische Friedhof wett außerhalb der Stadt liegt, wird diese Todtenkammer für die Trauernden (v'2 manche Erleichterungen gewähren. Wie nun verlautet, wird mit dem von Baron Menasce erbauten jüdischen Collegium auch eine Arbeitsnnd Handwerkerschule verbunden werden, um so die Heranbildung von jüdischen Handwerkern zu erleichtern. Der hiesige Oberrabbiner, Chacham Hazzan, macht große Anstrengungen bei den Reichen unserer Gemeinde, damit dieses Project sich baldigst zum Wohle der hiesigen armen jüdischen Jugend verwirkliche. Die hiesige alte Synagoge Zaradal, die zu den ältesten Gebäuden unserer Stadt gehört, wird vom Grunde aus demolirt, um einem Neubau Platz zu machen. Binnen Jahresfrist schon wird dieses neue Gotteshaus, das mit allen modernen Einrichtungen versehen und auch eine Zierde der Stadt bilden wird, seiner frommen Bestimmung übergeben werden. Unser Cultusvorftand hat eine eigene Commission niedergesetzt, der die Verkeilung der Almosen (np-nr np^n) obliegen wird. Der Vorstand hofft nämlich, daß die Mitglieder dieser Commission sich vorher genau über die materielle Lage und Würdigkeit der Hilfesuchenden unterrichten werden, damit die milden Spenden nur dem, dem sie wirklich gebühren, zufallen werden. Amerika. Panama. Seit einigen Tagen ist der Name Panama, der früher nur selten genannt wurde, ungemein populär geworden und alle Tagesblätter Europas beschäftigen sich fortwährend mit dem Namen dieser Stadt. Wir wollen daher hier darauf aufmerksam machen, daß die Stadt Panama, obgleich sie zudem strengkatholischen südamerikanischen Staate Columbia gehört, schon seit Jahren eine kleine jüdische Gemeinde besitzt, deren Mitglieder nicht nur den Namen, sondern auch ihrem Wandel nach Israeliten sind. Die meisten derselben halten am Sabbat und an den hohen Festtagen ihre Geschäftsläden geschlossen und besitzen auch in einem Privathause ein Bethaus, in dem sie an den hohen Feiertagen ihre Andacht verrichten. Die meisten der in Panama lebenden Israeliten stammen aus den Vereinigten Staaten und sind nur des Handels wegen dort eingewandert. Indessen gibt es auch deutsche und französische Juden unter ihnen, die sich in der Hoffnung, daß der Panamakanal, wenn er nur einmal vollendet sein wird, aus diesem weltvergessenen und weltentlegenen Seestädtchen ein Emporium ersten Ranges machen werde, dort angesiedelt haben. Behufs Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse sind die Juden Panamas auf die ihnen zunächst gelegene englische Insel Jamaika oder auf die Stadt Neu-Orleans in den Vereinigten Staaten angewiesen. Sollte aber der Panamakanal einmal wirklich ausgebaut werden, dann wird die kleine jüdische Ansiedelung in der Stadt Panama eine blühende und ansehnliche jüdische Gemeinde werden. Feuilleton. „Fürstengunst." *> Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (41. Fortsetzung.) „Wir waren durchwegs nur mit redlichen und soliden Firmen in Verbindung gestanden und zur Ehre unserer Debitoren, der jüdischen sowohl als der christlichen, muß ich es sagen, nicht einer machte sich unsere unglückliche Lage zu Nutze. Alle erklärten die schuldigen Beträge bezahlen zu wollen, nur stellten sie Bedingungen: Alle, daß ich persönlich an Ort und Stelle unser Guthaben erheben und quittiren solle, die meisten erbaten sich Fristen, wollten dasselbe in mehreren Raten abstatten. „Ein Jahr nach unserer Ausweisung befanden wir uns in dem vollen Besitze unserer ausländischen Forderungen, welche ein sehr großes Vermögen repräsenttrten. Während der ganzen Zeit beschäftigte mich unaufhörlich der Gedanke, eine Möglichkeit zur Erlösung meines Vaters zu ersinnen, er lastete mit zermalmender Wucht auf meiner Seele; — das fortwährende vergebliche Jagen nach rettenden Ideen, wirkte nervenzerrüttend auf mich — und als ich jetzt, wenigstens über große Geldmittel zu verfügen hatte, erwachte plötzlich der Gedanke in mir, daß es nur dann denkbar, etwas zur Rettung meines Vaters zu unternehmen, wenn ich den Kerker, in welchem mein Vater lag, die Personen, die ihn bewachten, alle Umstände, welche seine Flucht begünstigen könnten, aus eigener Anschauung kennen lernte. Ich beschloß mich verkleidet in's Ansbach'sche einzuschleichen. *) Neu eingetretene Abonnenten erhalten auf Verlangen die Anfänge dieser Erzählung in Buchform, soweit der.Vorrath reicht, kostenlos und portofrei nachgeliefert. Exp. d. Jsr.

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