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Der Israelit · 1892-12-28 · Heft 102-103 (28.12.1892) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 102-103 (28.12.1892)
Date
1892-12-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. Erste Keil, ju M102 Z-103 -es „Israelis. Seitentoe Artikel. Die steikige Sprache. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrman« in Baden (Schweiz). III. (Fortsetzung statt Schluß.) Ueber die heilige Sprache als Sprache der Thora enthält der Talmud (Sanhedrin, Fol. 21b.) folgende Bemerkung: .Inn nmj rfcnna xapiy ao ncntxi xaon "io aox ’O'a dn-n'-i mm «nipn nay anaa ^xa^’P □na ^xntjf'V ir6 ma nanu \wb\ nnmx anaa mv p»pi may ana nrnrnnP in'jm trrpn pa^i nnwN nnay ana ’x» ’xma xaon aa aox nnoma )xo nmax .nwiaob ana xaan aa aox „Mar Sutra und nach einigen Mar Ukba lehrte: Ursprünglich wurde die Thora in ebräischer Schrift und in der heiligen Sprache übergeben. In Esras Zeiten wurde sie in assyrischer Schrift und aramäischer Sprache übergeben. Man entschied sich dann für Israel zu Gunsten der assyrischen Schrift und der heiligen Sprache und überließ der unwissenden Masse die ebräische Schrift und die aramäische Sprache. — Die unwissende Masse, bemerkt Rab Chisda, sind die Kutäer, die ebräische Schrift, bemerkt Rab Chisda, ist die Lybianische." Unmittelbar an diese Sätze reiht sich dort folgende Boraitha: by mm xaiy rrn vxa avix mr »aa x'rn n:na xpt? s"yxi map x^> xpop’x PxarP h* .anan ia' Vy runtw N' by mm „Rabbi Jose lehrt: Esra wäre würdig gewesen, daß durch ihn die Thora Israel übergeben wurde, wenn ihm Moscheh nicht zuvorgekommen wäre, trotzdem aber wurde die Schrift durch ihn geändert." Es ist sicher anzunehmen, daß wie der Inhalt der Thora, seitdem sie uns anvertraut wurde, unverändert derselbe bis aus den heutigen Tag geblieben ist, es sich ebenso mit ihrer Sprache und Schrift verhält.*) Die Thorarolle, die in der heiligen Lade aufbewahrt wurde, war in denselben heiligen Schristzeichen geschrieben, deren wir uns heute noch bedienen und ihre Sprache war selbstredend die heilige. Im Volke aber lebte sie in der Sprache Ebers, in der hebräischen Sprache, die hier die 'x:w ap'y Pa nrnwxp m ana aox ’yamn X"n (* unito xP pn untrj xp cmmy no ommyn ai .(dp ,pan:o) Lybianische genannt wird. Esra hat aber die Thora in den heiligen Schriftzeichen, die wir heute noch haben und die wir die assyrische Schrift nennen, auch dem ganzen Volke zugänglich gemacht. Diese Schriftzeichen mit ihrer Form, mit jedem Punkt und jedem Zug, mit ihren Kronen und Strichen, enthalten, wie dies Ramban in der citirten Stelle eingehend auseknandersetzt, den ganzen, die geschriebene Thora ergänzenden mündlich überlieferten Theil der Thora. So lange dieser mündlich überliefert wesentlichste Theil der Thora den Geistern und Herzen des ganzen Volkes lebendig war, bedurfte das Volk der heiligen Schriftzeichen nicht, um aus ihren Nüaucen deren allen geläufigen Inhalt erst zu ermitteln. Die heiligen Schriftzeichen konnten ihrer Heiligkeit entsprechend in heiligem Schrein dem allgemeinen Gebrauch entzogen bleiben und den Propheten und Weisen jeder Zeit im Notfälle als Correctiv dienen, falls ein Zweifel über die eine oder andere Bestimmung der Thora entstehen sollte, während das Volk sich der volkstümlichen Lybianischen Schrift für seine Thoraabschriften bediente. Wie nun in späteren Jahrhunderten der Druck der Zeiten Rabbi Jehuda Hanasi bestimmte, die mündlich zu tradirende Thora durch Niederschreiben der Mischna zu fixircn und sie so vor völligem Vergessen zu schützen, so ähnlich lagen die Dinge zur Zeit Esras. Als durch die Ereignisse des babylonischen Exils die Thora nicht mehr die hingebende Pflege finden konnte, die ihre lebendige Erhaltung im Leben des ganzen Volkes zur unerläßlichen Voraussetzung hat, wurde Esra tatsächlich ein zweiter Moses, indem er die Thora dem Volke dadurch aufs Neue zuführte, daß er sie ihm in der heutigen Schrift gab, in der sie ursprünglich niedergeschrieben, aber nur tn der heiligen Lade in einem einzigen Exemplar aufbewahrt lag, und somit Jeden in den Stand setzte, den zu entschwinden drohenden Geist der Thora durch die Schristzüge festzuhalten, denen er anvertraut war. Aus alledem ergibt sich, wie das ganze Wesen, der eigentliche Kern unserer Thora ertötet wird, indem man ihre Schrift und ihre Sprache Preis gibt. In ihrer ursprünglichen eigentlichen Schrift und Sprache enthält die Thora tatsächlich nicht einen einzigen Satz, der nicht außer dem einfachen Wortsinn noch eine Fülle von Belehrendem, Anregendem, den Gegenstand nach verschiedenen Seiten hin Beleuchtendem enthielte. Jedes Wort der Thora in seiner ursprünglichen Gestalt ist wie der Hammer, der den Fels zerschlägt, daß die Funken

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