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Der Israelit · 1892-12-19 · Heft 100 (19.12.1892) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 100 (19.12.1892)
Date
1892-12-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1928 halt erlangen, was oft mit vielen Schwierigkeiten verbunden war. 9. Von verschiedenen Abgaben, welche die Juden zu erschwingen hatten, seien nur 300 Scudi für das Kloster der Neubekehrten und 11OO Scudi für das Haus der Katechumenen erwähnt. 10. Von den außerordentlichen Bestimmungen bei Uebertritten zum Chriftenthume zu sprechen, muß hier Abstand genommen werden, da es zu weit führen würde. Nur das eine sei erwähnt-. Wenn ein Jude, nachdem er die Absicht, das Christenthum anzunehmen, kundgegeben hatte, dann aber, nach erfolgter Aufnahme in das Haus der Katechumenen von seinem Vorhaben zurücktritt, so hat die jüdische Gemeinde die Kosten für die Verpflegung, die der Betreffende im Hause der Katechumenen erhalten hat, zu ersetzen. Doch genug! Es wird kein vernünftiger Mensch mehr verlangen, daß die Juden Roms auf Grund einiger dankbaren Reminiscenzen aus den früheren Jahren des Papstes, von der nationalen Erhebung Roms sich fern hätten halten müssen, um mit dem kleinen Häuflein der Clericalen sich zu verbinden und die mittelalterliche Barbarei weiter über sich ergehen zu lassen. Wird noch ein Vorwurf die Juden Roms treffen, daß sie, gleich den anderen Bürgern der Stadt, sich beeilt hatten, ihrer Freude und ihrer Hoffnung in einer Adresse an den König Victor Emanuel besonderen Ausdruck zu geben? Daß diese Adresse aber recht taktvoll abgefaßt war, wird ein jeder Einsichtsvolle zugestehen müssen, der sie in nachstehender Übersetzung kennen gelernt hat. Diese lautet.- 25. September 1870. „Sire! Jetzt, da ein tapferes Nationalheer Rom dem Gebrauch seiner Freiheit wiedergegeben hat und es vereint mit ganz Italien den herrlichen Ausgang begrüßt, fühlen die Israeliten das Bedürfniß, Ew. Majestät die Huldigung ihrer unbegrenzten Dankbarkeit darzubringen, als Italiener, als Römer, als Israeliten. Als Italiener freuen wir uns, daß eine großartige Volksabstimmung binnen Kurzem den nationalen Wünschen Rechnung tragen wird und das glorreiche Reich Ew. Majestät mit Rom seine Integrität und eine immer größere Festigkeit erlangt haben wird. Als Römer frohlocken wir, indem wir unsere befreite Geburtsstadt mit unbeschreiblicher Sehnsucht erfüllt sehen, in Gemeinschaft mit den Schwesterstädten Ihre constitutionale Negierung förderlichst zu unterstützen. Als Israeliten, bisher einer schmerzlichen Ausnahmestellung unterworfen, treten wir athemlos vor Freude ein in das allgemeine Recht und begrüßen den heilbringenden Tag, an welchem es endlich auch in der Stadt triumphirt hat, welche uns das Licht gegeben. Wir erwähnen hier den Namen des Israeliten zum letzten Male in dem Augenblicke, da wir aus dem Zustande eines gesetzlichen Jnterdicts zur heiligen Herrschaft der bürgerlichen Gleichheit übergehen. Regiert auf Grund Ihrer constitutionellen Verfassung werden wir uns, außerhalb unseres Tempels erinnern, nichts anderes zu sein und zu werden, als Italiener und Römer. Sire! Schwer und tief sind die offenen Wunden der Vergangenheit in unserer Mitte; öconomische, moralische und intelleciuelle Wunden. Wir dürfen sie nicht verschweigen. Unsere katholischen Mitbürger, sie wissen jedoch, daß die Schuld nicht unser ist, und abgesehen von täglich selteneren Ausnahmen, hatten sie uns bis dahin alles das gegeben, was sie vermocht haben: einen lebhaften Protest, wenn auch ohne Wirkung, zu unseren Gunsten und die wärmsten Sympathien. Von jetzt an werden sie sicher unterstützen unsere Kräfte, zu heilen diese Wunden und uns in den Grad zu versetzen, dem gemeinsamen Vaterlande den ausgedehntesten Tribut des Dienstes und der heiligen Opfer zu leisten. Möge Ew. Majestät die heißen Wünsche empfangen, welche für Sie, für Ihr erhabenes Haus und für unser italienisches Vaterland wir hegen." Ich darf hoffen, daß der nach Wahrheit forschende Verfasser bei der vierten Auflage seiner Schrift ein anderes Urtheil für die Inden Roms bereit haben wird. Privat-Telegramm des „Israelit". Malta. Infolge einer antisemitischen Broschüre befindet sich die Malteser Bevölkerung in furchtbarer Aufregung. Egenthum und Leben der Juden erscheinen bedroht. Die jüdische Gemeinde richtete eine Petition an die Regierung, worin sie um Schutz bat, ferner erbat sie Intervention der englischen Glaubensgenossen. Der Gouverneur von Malta verspricht umfassende Maßregeln. Das Militär patronillirt in den hauptsächlich von Juden bewohnten Vierteln. Anm. d. Redaction. Die nichtjüdische Bevölkerung Maltas besteht größtentheils aus einer Mischrace von Arabern und Italienern. Dem Gouverneur steht der Executivrath (17 Mitglieder, davon 8 Erwählte) zur Seite.

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