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Der Israelit · 1892-12-06 · Heft 96 (6.12.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 96 (6.12.1892)
Date
1892-12-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1882 Wenn du zurückhälst um des Sabbat willen deinen Fuß, deine Geschäfte zu verrichten an meinem heiligen Tage und nennst den Sabbat eine Lust, den vom Ewigen gehettiglen geehrt, und ehrst ihn. daß du nicht verrichtest deine Wege, nicht nachgehst deinem Geschäft, und eidle Reden führst, dann wirst du dich ergötzen an dem Ewigen und Ich lasse dich besteigen die Höhen der Erde und dich genießen das Erbe Jakobs, deines Vaters, denn der Mund des Ewigen hat es geredet. B. in St. Oester.-Ungar. Monarchie. Wien. Die Eheleute Salomon und Wilhelmine Rappaport in Lemberg, welche im Jahre 1842 nach mosaischem Ritus getraut worden waren, htnterließen nach ihrem vor kurzer Zeit erfolgten Tode ein sehr bedeutendes Vermögen. Die Verlassenschaftsbehörde sprach den beiden Kindern der Verstorbenen das Erbrecht ab, weil die Ehe ohne Beobachtung der Bestimmungen des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches bloß nach mosaischem Ritus geschlossen war, so daß die Kinder als unehelich zu betrachten seien. Gegen diese von den oberen Instanzen bestätigte Entscheidung erhob der Vormund der plötzlich an den Bettelstab gebrachten Kinder die Beschwerde an den Verwaltungsgerichthof. Bei der gestrigen Verhandlung machte der Vertreter der Beschwerde, Dr. Karl Fuchs, geltend, daß unzählige auf gleiche Weise geschlossene Ehen durch die kaiserliche Verordnung vom Jahre 1859 convolidirt sind, denn diese Verordnung habe allen vor dem Jahre 1859 ohne kreisamtliche Bewilligung geschlossenen Ehen die nachträgliche Rechtsgiltigkeit ertheilt. Der Verwaltungsgerichtshof erkannte jedoch im Sinne der Ausführungen des Vertreters der damaligen Erben, Regierungsrath Dr. Marcel Frydmann, auf Abweisung der Beschwerde, da durch die angezogene kaiserliche Verordnung nur die kreisamtliche Bewilligung der vor diesem Jahre geschlossenen Judenehe, nicht aber zugleich die Bedingungen des Aufgebots und der formellen feierlichen Einwilligung nachgesehen worden seien. Daß diese Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes von den schwerwiegendsten Folgen für die ohnehin verworrenen Verhältnisse Galiziens sein muß, liegt auf der Hand. Griechenland. Zanta. Der griechisch-orthodoxe Erzbischof Dionysos Latta hält seit mehreren Wochen jeden Sonntag in der hiesigen Kathedrale Predigten, in denen er entschieden gegen die Judenverfolgungen Stellung nimmt und den rechtgläubigen Christen Verträglichkeit mit den Juden aufs nachdrücklichste empfiehlt. Der Erzbischof ist ein in Griechenland wegen seines profunden theologischen Wissens berühmter Gelehrter, ein ausgezeichneter Kanzelredner. Die Kathedrale ist jeden Sonntag übervoll von Andächtigen. Einer wörtlichen Niederschrift der erzbischöflichen Predigt vom Sonntag, den 30. October d. I. entnehmen wir folgende Stellen: „Die gegen das jüdische Volk gerichteten Verfolgungen sind eine so große Sünde, daß für sie keine Verzeihung bei Gott zu erlangen ist. Aus dem jüdischen Volke sind die Gründer des Christenthums, die ersten und erleuchtesten Christen hervorgegangen, und dieses Volk soll nun verhöhnt und verfolgt werden, ein Volk, das zu den ersten und bedeutendsten der Welt gehört, der es die Prägung seines Geistes aufgedrückc hat? O, welche tiefe Ungerechtigkeit liegt in der Verfolgung des jüdischen Volkes, auf dem keine andere Schuld lastet, als daß es treu an den Glauben seiner Urväter hält! Ihm verdanken wir die wahre Erkenntniß Gottes, das Gefühl für Gerechtigkeit, die Nächstenliebe, die Verehrung der Familienbande, die Hochachtung der heiligen Worte, die heilige Schrift. Und für alles dies sollten wir es mit Bitternissen erfüllen? Für die unendlichen Wohlthaten, deren wir uns durch das Judenthum erfreuen, soll nun dessen Blut vergossen werden!? In Hinkunft soll in meinem Herzen und im Herzen meiner strenggläubigen Brüder nur ein Wunsch, eine Hoffnung sein, dem ewigen Schöpfer des Weltalls Dank zu wissen, daß er das kleine und maßlos verfolgte Volk erhalte, damit es Antheil nehme an den Segnungen der großen Familie der Welt, der armen Menschheit!" Vermischtes. Fürth in B. Am 21. d. M. fand die Eröffnungsfeier des neugegründeten Vereines, „Gesellschaft der Freunde" statt. Durch denselben ist einem seit jeher in den hiesigen frömmeren Kreisen gefühlten Bedürfnisse abgeholfen worden. Er verfolgt den Zweck, Geselligkeit zu pflegen und zur Hebung der Literatur, besonders der jüdischen, nach Kräften beizutragen. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (32. Fortsetzung.) „Vor der wichtigeren muß die minder wichtige Pflicht zurücktreten. Euer hochfürstliche Durchlaucht können mir in hoch Dero Huld verzeihen einen Moment scheinbar die pflichtschuldige Ehrfurcht

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